Wenn Mwita Mataro im Opener „Grüße Sie“ eine förmliche Wiener Begrüßung über E-Gitarren schmettert, könnte man meinen, der Frontmann von At Pavillon wolle solo vor allem Spaß haben. Und beim ersten Durchlauf spricht ehrlich gesagt erstaunlich wenig gegen diese Annahme. Aber ist das alles?

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Am 23. Oktober 2026 erscheint mit „Austrodrama“ das Debütalbum des Wiener Sängers über Schwarzmarkt Records. Insgesamt zwölf Songs, die er erstmals ohne seine Band veröffentlicht.

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Dialekt, Gitarren und Ohrwurm

Nach dem Opener, an dem Manu von Wanda mitgeschrieben hat, schaltet „Geteiltes Leid“ direkt noch einen Gang höher und hält das Tempo konsequent oben. Mwita Mataro singt durchgehend auf Deutsch und im Dialekt. Die Titelsingle „Austrodrama“ wurde bei Zebo Adam aufgenommen, der schon Bilderbuch und Wanda produzierte.

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Mit der darin enthaltenen Zeile „Ich kann nichts fühlen, ich fühle nichts“ geht er auf Gespräche über österreichische Identität zurück und benennt für uns Alltagsrassismus ohne erhobenen Zeigefinger. Daneben geht es um Politik, Alltag und Wut, während „Magdalena“ als Liebeslied über einen Crush am Arbeitsplatz den wohl hartnäckigsten Ohrwurm der Platte liefert.

Mehr als Austropop-Songs zum mitgrölen

Nach seiner autobiografischen Kino-Doku „Austroschwarz“ lesen wir das Album als zweite Hälfte derselben Frage, nämlich wo man hingehört, wenn das eigene Land einen ständig als anders behandelt. Dass Mwita Mataro die englischen Texte von At Pavillon gegen Deutsch tauscht, erinnert an Voodoo Jürgens, der nach Die Eternias ebenfalls erst solo seine eigene Sprache fand.

Um ein reines Spaßalbum handelt es sich hier wohl weniger, denn wenn man genau hinhört, steckt unter den Mitsing-Refrains eine ernsthafte Suche nach Zugehörigkeit, Liebe und Haltung. Genau darin liegt aber auch ein Risiko. Bei lauten, zum mitsingen einladenden Hooks gehen beim ersten Hören oftmals die leiseren Zwischentöne schnell im Getöse unter.


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