Die Band Siiga um Sänger Richard Macintyre von der schottischen Isle of Skye geht im Mai 2027 mit ihrer „Nostalgia Burns“-Tour durch Europa. Für Fans hierzulande am besten erreichbar sind die Shows in Deutschland und den Niederlanden.
Los geht es am 19. Mai im Kulturhaus Insel in Berlin, danach folgen der Ponyhof in Frankfurt, das Grenswerk in Venlo und das Tivoli in Utrecht. Den Abschluss dieser Etappe bildet am 23. Mai das Molotow in Hamburg.
Spannend daran ist weniger der Kalender als die Frage, was diese Platte auf einer Bühne macht. Ein Album, das sich an Feeds, Avataren und künstlicher Intelligenz abarbeitet, gehört am Ende in einen Club, in dem fünf Menschen echte Instrumente spielen. Angekündigt hat die Band die Tour per Reel, mit einer Botschaft an alle, die in den Kommentaren danach gefragt hatten: We’ve read your comments.
Ein Titelsong über Mary und Joseph
Nostalgia Burns ist im Juni 2026 erschienen und das dritte Album nach The Sea and The Mirror und Gemini Rising. Richard Macintyre, Songwriter und Kopf von Siiga, hat die Songs in einer selbstgewählten Auszeit in Südfrankreich geschrieben. Produziert hat er sie mit Iain Hutchison.
Der Titelsong erzählt von Mary, die den ganzen Tag im Bett liegt und Glück vorspielt, und von Joseph, dessen Leben nur noch aus Profil und Avatar besteht. Mittendrin steht die Bitte Hey don’t be a picture of who you are, getragen von Gitarren, Synthesizern und Saxofon, die die Band selbst in Richtung U2 in den Achtzigern schiebt. Klingt für mich nach einer Platte, die Doomscrolling mit sehr analogen Mitteln beantwortet.
Aktuell sind keine Konzerte eingetragen.
Fünf Leute gegen den Feed
Bei Siiga gehören Filme und Bilder seit jeher dazu, die visuelle Seite von Nostalgia Burns hat Macintyre mit der Künstlerin Sarah Jeanne Mgeni aus Los Angeles entwickelt. Auf Tour steht die Band nun zu fünft auf der Bühne, Tickets gibt es oben schon. In Schottland waren ihre Headline-Shows bereits ausverkauft.
Man könnte die Konzerte als Gegenprobe zur Platte lesen: Wer über Algorithmen singt, muss im Raum etwas liefern, das kein Feed nachbauen kann. Genau deshalb ergibt dieses Album auf einer Clubbühne in Hamburg oder Frankfurt vielleicht mehr Sinn als in jeder Playlist. Also mal ehrlich: Hört ihr eine Platte über Avatare lieber allein mit Kopfhörern im Bett, oder steht ihr im Mai mit im Molotow?
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