Gabriel Jemsten hat mit „What Wonder“ die erste Single aus seinem neuen Album „My Strange Little World“ veröffentlicht. Die Platte erscheint am 12. Februar 2027. Davor kam 2024 sein Debüt „Far Lies“ heraus, 10 Songs, 30 Minuten, und jetzt geht der schwedische Singer-Songwriter aus Skåne den nächsten Schritt.
Das Überraschende: Der Song klingt nach großer Leinwand, dabei geht es um einen ziemlich kleinen Wunsch. Streicher und mehrstimmige Vocals legen sich übereinander, und in der Mitte steht einfach ein Typ, der sich nach Nähe und einem Zuhause zu zweit sehnt. Auf Instagram bedankt er sich beim Studio Sickan, bei Erik Klinga für Drums und Synthesizer und bei Henrik Langemyr vom Stockholm Studio Orchestra für das Streicher-Arrangement.
Fingerpicking im Breitwandformat
Los geht es ganz klein, mit gezupfter Gitarre und einer Stimme, die eher schwebt als drückt. Nach und nach kommen Streicher und Chorschichten dazu, bis der Raum plötzlich doppelt so groß wirkt. Die Gitarre bleibt trotzdem vorne.
Klingt für mich nach jemandem, der nachts wach liegt und sich das gemeinsame Leben schon mal in Cinemascope ausmalt, obwohl es noch gar nicht existiert. Den Song hatte Gabriel Jemsten nach eigener Aussage monatelang auf Lager, fertig wurde er im Studio Sickan in Malmö. Wer Joni Mitchell oder Elliott Smith im Regal stehen hat, wird die Zurückhaltung kennen, und seine Liebe zur Filmmusik von Spaghetti-Western hört man den weiten Streicherbögen an.
Ein Album, das keiner geplant hatte
Geplant war das Album übrigens gar nicht. Die Songs sind zwischen Januar 2025 und Juli 2026 entstanden, angefangen mit zwei Stücken für einen Dokumentarfilm von Freunden über Åsa, eine Frau aus Lund. Dann kamen zwei Aufenthalte in Thailand dazu, fünf Monate insgesamt, in denen er die Sprache lernte und Leute vor Ort kennenlernte.
Daraus stammt auch „Nattawadee“, ein Song über eine Liebe vom thailändischen Nachtmarkt, die an seinem Leben in Schweden gescheitert ist. Der Albumtitel meint genau diese kleine Welt, in der seine Songs entstehen: allein im Zimmer, auf Spaziergängen und in allem, was er an Erfahrungen mit sich herumträgt. Damit passt auch der große Klang von „What Wonder“: Wer allein von einem Zuhause zu zweit träumt, darf sich das ruhig mit Orchester vorstellen. Großes Orchester für ein kleines Gefühl: Funktioniert das für euch, oder hättet ihr „What Wonder“ lieber nur mit Gitarre auf der Bettkante gehört?
MEHR INFOS
Streaming
Artist-Page
Du möchtest weitere Beiträge zu Neuveröffentlichungen, Events und Musik-News lesen? Hier kannst du weiterstöbern.

Empfehlung von der Redaktion
Alphaville von der Festivalbühne ausgeladen, Macklemore aus Ed Sheerans Vorprogramm geflogen:
Immer wieder soll Musik neutral bleiben. Aber gibt es so etwas wie eine unpolitische Bühne überhaupt? Ein Beitrag von Lene Weber.







