Batuhan Kanay: „Locked Up“ – Ein ehrliches Statement über den Kampf um Anerkennung

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Batuhan Kanay verbindet in seiner neuen Single „Locked Up“ sommerliche Indie-Pop-Vibes mit Rap und einer Message, die vielen Independent-Artists aus der Seele spricht. Gemeinsam mit FANNIE und Big Wave Studios hat der 24-jährige Schweizer Künstler einen Song releast, der das Gefühl einfängt, trotz harter Arbeit und Leidenschaft nicht dort anzukommen, wo man sein möchte.

Im Interview spricht Batuhan über den emotionalen Kern des Songs, die Bedeutung seiner Familie für seinen musikalischen Weg und darüber, wie er sich selbst fast verloren hätte. Dabei wird deutlich, dass hinter den sommerlichen Sounds eine tiefe Ehrlichkeit steckt, die den Song so besonders macht.

Ich bin Batuhan Kanay, 24 Jahre alt und ein Pop-/R&B-Artist aus der Schweiz. Ich mache Musik auf Hochdeutsch und verbinde sie immer wieder mit türkischen Elementen.

BANDUP: „Locked Up“ thematisiert das Gefühl, trotz harter Arbeit und Leidenschaft nicht voranzukommen. Wie nah geht dir dieser Text persönlich? Hast du selbst Momente erlebt, in denen du dich genau so „locked up“ gefühlt hast?

Batuhan Kanay: Sehr nah. Ich glaube, mit diesem Song sprechen wir vielen Musikerinnen und Musikern aus der Seele, die unglaublich viel Zeit, Schweiss und Leidenschaft in ihre Musik investieren und trotzdem oft nicht so vorankommen, wie sie es sich wünschen. Solche Momente kenne ich selbst nur zu gut – sei es, wenn ein Booking nicht zustande kommt oder ein Song nicht so performt, wie wir es uns erhofft haben. Genau diese Gefühle haben wir in „Locked Up“ verarbeitet.

Welche Rolle spielt deine Familie in deinem musikalischen Weg?

BANDUP: Die Zeile „Meine Mama sagt ich bin gut genug, warum bin ich für euch nicht gut genug“ ist emotional sehr direkt. Welche Rolle spielt deine Familie in deinem musikalischen Weg, und wie beeinflusst ihre Meinung deine Motivation?

Batuhan Kanay: Meine Familie ist der Hauptgrund, weshalb ich heute an dem Punkt bin, an dem ich stehe. Vor allem meine Mama und meine Freundin geben mir seit Tag eins den grösstmöglichen emotionalen und auch finanziellen Support. Sie glauben immer an mich, selbst dann, wenn ich selbst einmal zweifle. Ihr Rückhalt motiviert mich jeden Tag, weiterzumachen und gemeinsam unser Ziel zu erreichen. Für diese Menschen bin ich unendlich dankbar.

BANDUP: Wie kam die Kollaboration mit FANNIE und Big Wave Studios zustande, und was hat diese konkrete Zusammenarbeit für dich als Künstler gebracht?

Batuhan Kanay: Die Zusammenarbeit ist eigentlich eher spontan entstanden. FANNIE hatte einen Auftritt an einem Openair in Basel und suchte jemanden, der den Sido-Part ihres Songs „Easy“ live übernimmt. Da wir denselben Gitarristen haben, hat er uns miteinander bekannt gemacht. Wir haben uns bei einer Generalprobe zum ersten Mal getroffen und uns auf Anhieb super verstanden, daraus ist eine enge Freundschaft entstanden. Nach dem Auftritt war für uns und auch für die Fans schnell klar: Wir müssen zusammen einen Song machen. Big Wave Studios sind gute Freunde von mir, mit denen ich bereits mehrfach zusammengearbeitet habe. Für „Locked Up“ hätte ich mir kein besseres Produzenten-Duo vorstellen können, so ist der Song letztendlich entstanden.

Was hast du von FANNIE über die Live-Performance gelernt?

BANDUP: FANNIE hat bereits mit Sido zusammengearbeitet und lebt in Berlin. Was hat die Zusammenarbeit mit einer Künstlerin gebracht, die schon auf einem anderen Level unterwegs ist, und was konntet ihr voneinander lernen?

Batuhan Kanay: Von FANNIE konnte ich vor allem lernen, auf der Bühne wirklich das Maximum herauszuholen und mit einer kompletten Live-Band zu performen. Durch die Kontakte, die ich über sie knüpfen konnte, werde ich auch an meiner Headline-Show am 12.09. mit Live-Band auftreten. Beim Songwriting konnten wir beide voneinander profitieren: Ich schreibe meist sehr schnell und konnte ihr ein paar Tipps geben, wie sie schneller auf Ideen kommt, die sich für sie authentisch anfühlen und direkt aus dem Herzen kommen.

BANDUP: Die Produktion von Big Wave Studios verleiht dem Track das gewisse Etwas. Wie viel Einfluss hattest du auf die klangliche Richtung, und gab es Momente im Studio, in denen ihr komplett umgedacht habt?

Batuhan Kanay: Big Wave Studios sind einfach grossartig, sowohl menschlich als auch musikalisch. Für diesen Track hatte ich von Anfang an niemand anderen im Kopf. Obwohl sie ursprünglich eher aus der House-, Electro- und Techno-Richtung kommen, sind sie unglaublich offen für neue Sounds. Vom ersten Moment an hatten wir eine super Harmonie im Studio und mussten eigentlich nie komplett umdenken. Am Ende haben wir gemeinsam einen Song geschaffen, hinter dem wir alle zu 100 % stehen.

War es bewusst, die sommerliche Leichtigkeit mit ernsten Themen zu verbinden?

BANDUP: „Locked Up“ vereint sommerliche Vibes mit ernsten Themen wie Selbstzweifel und Ungeduld. War es eine bewusste Entscheidung, diese Leichtigkeit in der Produktion zu bewahren, obwohl der Inhalt schwer ist?

Batuhan Kanay: Ja, absolut. Für uns hat sich der Song sehr natürlich angefühlt, weil das Thema gerade sehr präsent in unserem Leben ist. Ich persönlich finde, dass es viel einfacher ist, einen Song über etwas zu schreiben, das man selbst gerade erlebt und fühlt, als über ein erfundenes Thema. Genau deshalb wirkt „Locked Up“ trotz der sommerlichen Produktion so ehrlich und authentisch.

BANDUP: Du rappst über goldene Platten, Maybach und Erfolg. Sind das echte Ziele für dich oder eher symbolische Bilder für das Gefühl, endlich „angekommen“ zu sein?

Batuhan Kanay: Sehr gute Frage. Ich bin eigentlich kein Mensch, der besonders auf Materielles fixiert ist, auch wenn es manchmal so wirkt. Die Zeile ist deshalb ein bisschen 50/50 gemeint. Klar wäre eine goldene Platte oder ein Maybach vor der Haustür etwas Cooles, wer würde das nicht feiern? Aber für mich gibt es genauso viele andere Zeichen dafür, angekommen zu sein, zum Beispiel Menschen mit meiner Musik zu berühren oder jeden Tag das machen zu dürfen, was ich liebe.

Gab es einen Moment, in dem du dich selbst verloren hast?

BANDUP: „Denn ich hab so oft verloren, zu viel verloren, mich selbst verloren“. Gab es einen konkreten Moment oder eine Phase, in der du das Gefühl hattest, dich selbst aus den Augen zu verlieren, und wie hast du da wieder rausgefunden?

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Batuhan Kanay: Diese Zeile ist sehr ernst gemeint. Auf meinem musikalischen Weg habe ich viele Freundschaften, wichtige Menschen und auch Businesspartner verloren. Ich habe oft den falschen Menschen vertraut und irgendwann versucht, anderen zu gefallen, dabei habe ich mich selbst und zeitweise auch die Freude an der Musik verloren. Genau da kamen meine Mama und meine Freundin ins Spiel. Sie haben mich daran erinnert, wer ich wirklich bin, und mir gezeigt, dass ich meinen eigenen Weg gehen muss, darum auch die Line „meine Mama sagt ich bin gut genug“.

BANDUP: Welchen Song von anderen Künstler*innen empfiehlst du unseren Leser*innen zum Hören?

Batuhan Kanay: Damit ihr FANNIE auch etwas besser kennenlernen könnt, empfehle ich euch ihren Song „Easy“ gemeinsam mit Sido. Ein richtig starker Track, den ihr euch unbedingt anhören solltet!


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