Diese queeren Artists aus Deutschland inspirieren uns gerade

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Der Pride Month ist längst mehr als ein symbolischer Akt im Kalender. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen, politische Rückschritte und öffentliche Debatten über Sichtbarkeit lauter werden, gewinnt auch Musik wieder eine besondere Bedeutung: als Raum für Ausdruck, Identität und Gemeinschaft.

Gleichzeitig verschiebt sich gerade etwas in der Popkultur. Queere Artists sind nicht mehr nur Teil einer Szene – sie prägen Sounds, Narrative und ästhetische Entwicklungen im Mainstream aktiv mit. Nicht als Ausnahme, sondern als selbstverständlicher Bestandteil der aktuellen Musiklandschaft.

Diese Auswahl versammelt fünf Artists, die uns gerade deshalb inspirieren, weil sie nicht nur Musik machen, sondern Haltungen hörbar machen, Räume öffnen und neue Perspektiven in einer oft überhitzten Gegenwart anbieten.

1. Siovo

„Wär’ es nicht schön, immer frei zu sein?“ Siovo eroberte uns mit seinem Song „BABYBOY“ im Sturm. Nicht nur musikalisch eröffnet er eine neue Sphäre, auch visuell traut sich der Sänger, explizite Bilder zu zeigen. Intime Momente, die in seinen Songtexten besungen werden, bekommen so noch mehr Ausdruck. Sein Talent und auch Mut, die gesellschaftlichen Konventionen hinter sich zu lassen, liefert uns einen künstlerischen Ausdruck, der Frische in festgefahrene Genres bringt.

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„Wer nie den Mut zum Wandel findet, wer still im eigenen Schatten wohnt, dem bleibt die Welt ein Bild, das schwindet” sind die Worte, die das zweite Album eröffnen und könnten damit die Musik von Siovo nicht besser treffen.

Auch wenn die Tour zum Album „für immer: babyboy“ bereits hinter uns liegt, ist „für immer: babyboy“ mehr als der Titel seines zweiten Albums. Es ist auf eine gewisse Art auch ein Versprechen, dass die Musik für immer bleibt und wir uns hoffentlich bald schon über neue Songs und Auftritte freuen dürfen.

2. LILa Sovia

„Du glaubst echt, dass man dich für unentbehrlich hält, doch kriegst die Bühne nur, weil deine Haltung nicht gefährlich ist“

LILA SOVIA liefert sich nicht nur Beef mit Rap-Kollege (im entferntesten Sinn) Fler, sondern auch knallharte Tracks. LILA SOVIA macht deutlich, dass Haltung kein Karrierehindernis sein muss. Statt Konflikte zu umgehen, ist diese Perspektive integraler Teil der Kunst. LILA SOVIA lässt sich nicht von Zukunftsangst unterkriegen und gibt uns mit dieser Musik Kraft, dass auch wir nicht den Mut verlieren.

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3. Baran Kok

Features mit Mutter Ikkimel, $OHO BANI und zuletzt Kitschkrieg beweisen: Baran Kok ist keine beiläufige Erscheinung. „Ich bin nicht straight aus der Hölle, ich bin schwul aus der Hölle“. Mit seiner „Kein-Blatt-vor-den-Mund“-Attitude hat er sich in kurzer Zeit einen Namen im deutschsprachigen Rap-Game gemacht und die Szene für die Artists geöffnet, die nach ihm kommen werden.

Gerade im Testosteron-geladenen Rap ist das Brechen mit Stereotypen nicht leicht und stößt nicht nur auf Zuspruch. Umso stärker, dass Baran seine Haltung zeigt und sich nicht einschüchtern lässt. Dies dürfte auch seine Debüt-EP „FAG LIFE“ einmal zementieren. Zum Sommer konnten sich Fans außerdem über den gemeinsamen Song „4SCHLAMPEN“ mit bangerfabrique und Uncle F freuen, denn es hoffentlich auch beim ein oder anderen Festival dieses Jahres live zu hören geben wird.

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4. ness

Nicht alle Gefühle spürt man gerne, dafür umso besser, dass es Musik gibt, die uns das Aushalten leichter machen. Die Musikerin NESS schafft mit ihren Songs genau das. „Ich will, dass mich keiner sieht, bau mir Mauern aus Granit“ singt sie auf ihrem Song „Mauern aus Granit“. Mit ihrer Kunst hat NESS es geschafft, in nur kurzer Zeit eine außergewöhnliche Community aufzubauen, die für queere Hörer*innen ein Safe Space geworden ist.

Die ehrlichen Zeilen über Mental Health, zwischenmenschliche Beziehungen und die eigene Psyche wurden zu einem Sprachrohr und NESS zu einem Vorbild für zahlreiche Fans . Die können NESS diesen Sommer auch schon bei einigen Festivals hören, bevor sie im März kommenden Jahres auf große Tour mit ihrem Debütalbum „Fluchtinstinkt“ geht.

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5. vandalisbin

„Lesbian Recruiter“ heißt einer der eingängigsten Songs von VANDALISBIN. Mit Retro-Sounds und einer rohen Stimme transportiert VANDALISBIN ihre Energie und macht deutlich: „Schau dich mal um, du bist nicht alleine, Dancefloor gehört uns“. Diese ehrlichen Observationen haben VANDALISBIN zuletzt auch den VIA Award als Beste Newcomer*in  im vergangenen September beim Reeperbahnfestival eingeheimst.

Die Songs wie die zuletzt erschienene Single „Telefonat unter zwei Freunden“ gibt es übrigens diesen Herbst live auf der „Wanderlesben Tour 2026“ zu hören. Die Musik führt VANDALISBIN auf eine Wadnerschaft durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

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Queere Artists sind kein Special Interest mehr – sie sind längst Teil dessen, wie sich Musik gerade neu erfindet. Wer zuhört, merkt: Das hier ist keine Nische, das ist Gegenwart.

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