„Fluchtinstinkt“: NESS kündigt ihr erstes Album an und geht auf Tour
„Fluchtinstinkt“ – und doch geht es genau darum, nicht wegzulaufen. NESS dreht mit diesem Release den Spieß um und macht aus dem Impuls, schwierigen Gefühlen auszuweichen, eine bewusste Konfrontation. Erstmals schaut sie all das direkt an, vor dem sie sonst vielleicht lieber geflohen wäre.
Ihr Debüt-Album erscheint passend zu ihrer Deutschlandtour im März 2027 und markiert einen Wendepunkt: NESS bleibt diesmal stehen, statt sich rauszuziehen. Ihre drei bisherigen EPs haben gezeigt, dass sie sich mit Mental Health und Selbstzweifeln beschäftigt, aber „Fluchtinstinkt“ klingt nach dem Moment, in dem aus Themenfetzen ein klares Statement wird. Sie macht aus dem Weglaufen-Wollen eine künstlerische Entscheidung, hinzuschauen.
weglaufen ist keine option
Der Sound von NESS war schon immer nah dran an dem, was unbequem ist, aber diesmal scheint sie noch einen Schritt weiterzugehen. Ihre EPs haben es vorweggenommen: Die 21-Jährige beschäftigt sich mit Mental Health, Selbstzweifeln und der Frage, wer man eigentlich ist, wenn niemand zusieht. Ihre Songs klingen nicht nach Selbstoptimierung, sondern nach dem zähen Prozess, sich selbst auszuhalten und genau das macht sie so greifbar für ihre Hörer*innen. Statt Konflikte nur zu benennen, lässt sie sie da sein.
Womöglich greift „Fluchtinstinkt“ genau die Erinnerungen und Themen auf, vor denen man instinktiv zurückschreckt, weil sie zu nah rankommen. NESS scheint verstanden zu haben, dass Stärke nicht darin liegt, stark zu wirken, sondern darin, das Chaos zuzulassen. Ihre Hörer*innen kennen das: Diese Songs sind keine Ablenkung, sondern ein Spiegel.
Die Tour bringt alles auf die Bühne
Im März 2027 spielt NESS acht Konzerte, die größten Shows ihrer Karriere bisher, nachdem sie 2026 bereits ausverkaufte Touren und Festival-Auftritte hinter sich gebracht hat. Die Venues sind Clubs und mittelgroße Hallen, Orte, an denen die Nähe zum Publikum spürbar bleibt und nichts zwischen Artist und Zuhörer*in steht.
Vielleicht löst sich der Widerspruch im Titel genau hier auf: nicht in der Flucht, sondern im bewussten Hinschauen, im Aushalten dessen, was wehtut. Denkst du, dass Musik dann am ehrlichsten ist, wenn sie genau die Gefühle zulässt, vor denen wir sonst fliehen?

Neustes Video
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