katyadotcom im INterview über Geister und neue Kapitel

von

Anzeige*

katyadotcom macht Musik, die unter die Haut geht. Die österreichische Indie-Pop-Künstlerin verarbeitet in ihren Songs ehrliche Geschichten und persönliche Kämpfe – mit einer Wärme und Verletzlichkeit, die sofort berührt. Ihr Debütalbum „the story so far“ knüpft an ihre beiden EPs „25 Years on Earth“ und „Life Lately“ an und erzählt weiter, was seitdem passiert ist.

In Songs wie „spain“ träumt sie von Fluchtorten und leichteren Momenten, während „ghost“ einen jahrelangen Kampf mit einer Essstörung thematisiert – verpackt in einen überraschend treibenden Pop-Sound. Im Interview spricht sie über musikalische Tagebücher, die Kraft der englischen Sprache, Zukunftsvisionen mit ihrem Verlobten und darüber, warum Hoffnung manchmal poppig klingen muss.

Ich bin katyadotcom, Indie-Pop-Künstlerin aus Österreich, und lebe heute zwischen Österreich und Deutschland. Meine Musik ist sehr nahbar und verletzlich, sie erzählt ehrliche Geschichten und soll den Menschen vor allem ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit geben.

BANDUP: Wie bist du zur Musik gekommen und wie hast du deinen Sound für dich entdeckt?

katyadotcom: Musik begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben. Als Kind habe ich Musicals gespielt, früh Gitarre gelernt und mir später selbst Klavier beigebracht. Meine ersten eigenen Songs habe ich mit elf Jahren geschrieben.

Ein wichtiger Schritt war dann meine Zeit am BORG Linz im Pop-Musik Zweig, wo ich meine Songs zum ersten Mal wirklich auf die Bühne bringen konnte. Meinen Sound habe ich nach und nach durch meine eigenen Erfahrungen und durch Künstlerinnen wie Billie Eilish, Maggie Rogers, Olivia Dean, Lola Young, Gracie Abrams entwickelt.

BANDUP: Die Sprache ist ein genauso essenzieller Teil eines Songs, wie die Instrumente und die Melodie. Warum hast du dich dazu entschieden, auf Englisch zu singen? Könntest du dir denn vorstellen, in Zukunft auch mal deutsche Songs zu schreiben?

katyadotcom: Ich schreibe meine Songs auf Englisch, weil es mir leichter fällt, Gefühle und persönliche Geschichten auszudrücken. Die Sprache gibt mir die Möglichkeit, mit Worten zu spielen und Emotionen etwas feiner und weniger direkt zu transportieren.

Tatsächlich habe ich früher in der Schule auch auf Deutsch und österreichischem Dialekt geschrieben. Im Moment fühle ich mich im Englischen aber am meisten zu Hause. Deshalb kann ich mir aktuell keine deutschen Songs vorstellen – aber never say never.

Ist „the story so far“ nur ein weiteres Kapitel oder schon das ganze Buch?

BANDUP: Bald kommt dein Debütalbum „the story so far“ raus. Das hört sich an, wie eine Geschichte, die noch nicht fertig erzählt ist. Wie kam es zu der Titelwahl des Albums?

katyadotcom: Ich habe mein Album „The Story So Far“ genannt, weil es die Geschichte meines Lebens weitererzählt. Es knüpft an meine bisherigen Releases an: Nach meiner ersten EP „25 Years on Earth“, die ich mir zu meinem 25. Geburtstag selbst geschenkt habe, und der zweiten EP „Life Lately“ ist das Album der nächste Abschnitt dieses musikalischen Tagebuchs. Es erzählt, was seitdem passiert ist – und ist gleichzeitig mein bisher persönlichstes und emotionalstes Projekt.

Ein Ort, an dem das Leben leichter wirkt

BANDUP: In der Single „spain“ singst du, dass du nicht mehr zurück in die Stadt willst und gerne mit jemandem nach Spanien fahren möchtest. Du selbst kommst aus Österreich, aber wohnst mittlerweile in Essen. Was hat dich dort hingezogen und ist das Ruhrgebiet dein Spanien oder genau das Gegenteil?

katyadotcom: Essen ist eigentlich das komplette Gegenteil von dem Ort, den ich in „spain“ beschreibe. Hierher hat es mich gezogen, weil mein Verlobter von dort kommt und wir nach unserer Zeit in Wien gemeinsam nach Deutschland gehen wollten. Schnell haben wir aber gemerkt, dass Essen für uns keine Endstation ist. Wir reisen beide unglaublich gerne und Spanien gehört zu unseren absoluten Lieblingsorten.

Deshalb ist „spain“, den mein Verlobter und ich gemeinsam geschrieben haben, eine Art Zukunftsvision. Also ein Song über den Traum von einem Ort, an dem das Leben leichter wirkt und man dem Alltag für einen Moment entfliehen kann.

BANDUP: Um was genau geht es in „ghost“ und was bedeutet der Song für dich?

katyadotcom: „ghost“ ist ein ganz besonderer Song für mich, weil ich darin meinen jahrelangen Kampf mit einer Essstörung verarbeite. Mir geht es heute zum Glück sehr gut, aber es ist ein Thema, das mich geprägt hat und mich in gewisser Weise immer begleiten wird.

Den Song zu veröffentlichen und so offen darüber zu sprechen, war eine große Überwindung. Gleichzeitig war es mir wichtig, dieses Thema zu enttabuisieren und zu zeigen, dass viele Menschen ähnliche Kämpfe führen. Wenn „ghost“ auch nur einer Person Mut macht und Hoffnung gibt, dass Heilung möglich ist, dann hat der Song genau das erreicht, was ich mir gewünscht habe.

Anzeige*

Warum kann Hoffnung manchmal poppig klingen?

BANDUP: Warum hast du dich dazu entschieden, diese Thematik in einen so treibenden und poppigen Song zu verpacken, anstelle einer langsamen Ballade und war es schwer für dich?

katyadotcom: Ich habe mich bewusst dafür entschieden, dieses schwere Thema in einen eher leichten, poppigen Song zu verpacken. Mir war wichtig zu zeigen, dass es trotz aller Schwere Hoffnung gibt und dass es besser werden kann. Als wir „ghost“ im Studio in Berlin geschrieben haben, hat sich genau dieser Kontrast richtig angefühlt. Die Musik soll Mut machen und vermitteln: It’s gonna be okay.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Die Geister werden eines Tages ihre Macht verlieren

BANDUP: Was würdest du mit deiner Erfahrung anderen Menschen mitgeben, die die gleichen Geister mit sich herumtragen?

katyadotcom: Mit „ghost“ möchte ich Menschen, die mit ähnlichen Kämpfen leben, Mut machen. Es wird besser, auch wenn es sich in den schwierigsten Momenten oft nicht so anfühlt. Vor allem möchte ich zeigen, dass es völlig okay ist, darüber zu sprechen.

Niemand muss diese Gedanken oder Gefühle alleine mit sich tragen. Der „Geist“ verschwindet vielleicht nie ganz, aber er verliert mit der Zeit an Macht und wird nicht mehr das Zentrum des eigenen Lebens sein.

BANDUP: Du warst schon mit Milky Chance und Wilhelmine unterwegs: Mit welchem oder welcher Künstler*in würdest du in der Zukunft gern mal zusammenarbeiten wollen und warum?

katyadotcom: Die Tour mit Wilhelmine und das Konzert mit Milky Chance waren für mich zwei unglaublich prägende Erfahrungen, die mich als Künstlerin und auch persönlich sehr weitergebracht haben. Wenn ich mir eine Zusammenarbeit wünschen dürfte, dann wäre das ganz klar Olivia Dean. Ich liebe ihre Musik und ihre Art, Geschichten zu erzählen.

Aber auch Künstler:innen wie Lola Young oder Sombr inspirieren mich sehr. Wenn ich mich für eine Person entscheiden müsste, wäre Olivia Dean definitiv meine erste Wahl.

Wie geht die Geschichte nach „the story so far“ weiter?

BANDUP: Wie wird deine Story weitergehen?

katyadotcom: Meine Geschichte geht auf jeden Fall weiter. Der Fokus liegt jetzt erst einmal zu 100 Prozent auf meinem Debütalbum – ein Projekt, das mein Team und ich komplett independent umgesetzt haben und auf das wir unglaublich stolz sind.

Natürlich entstehen im Hintergrund schon neue Ideen, aber im Moment genieße ich erst einmal diesen Album-Release. So viel kann ich aber verraten: Die Reise ist noch lange nicht zu Ende – und vielleicht müsst ihr auf neue Musik nach dem Album gar nicht so lange warten.

BANDUP: Und zu guter Letzt: Welchen Song oder Artist würdest du unserer Community aktuell gern ans Herz legen?

Anzeige*

katyadotcom: Olivia Dean – Something Inbetween

MEHR INFOS

Streaming
Artist-Page

Du möchtest weitere Beiträge zu Neuveröffentlichungen, Events und Musik-News lesen? Hier kannst du weiterstöbern.

Künstler*innen: