Von Rap zu Darkwave: TABY kündigt EP „An scharfen Messern lernt man bluten“ an
Wer sich von seinem alten Ich verabschiedet, tut das selten leise. TABY, ehemals Taby Pilgrim, hat ihre Rap-Wurzeln hinter sich gelassen und wählt für ihren Neuanfang ein Symbol, das gleichermaßen verführerisch wie toxisch ist: „Belladonna“. Die Single erschien am 17. Juli 2026 und kündigt die EP „An scharfen Messern lernt man bluten“ für den 7. August 2026 über angrierthanever an.
Mit diesem Release markiert die Berliner Künstlerin nicht nur einen Genrewechsel, sondern einen kompletten ästhetischen Bruch. Das Musikvideo von Peter Golm unterstreicht diese Transformation: vampiresk, majestätisch, dunkel. TABY bewegt sich durch nächtliche Wälder und tiefe Gewässer, als würde sie in eine andere Welt eintauchen.
Darkwave und Selbstauslöschung
Der Sound von „Belladonna“ bewegt sich zwischen melancholischem Darkwave und experimentellen Texturen, coproduziert von TABY, PEAT und Jonathan Aßheuer (Wholesome Audio). Die Dynamik des Songs lebt von diesem Wechselspiel: schaurig-schön, verletzlich und doch bedrohlich, wie ein Albtraum, der sich nicht abschütteln lässt.
In den Lyrics seziert TABY Momente der Selbstvergessenheit: „Ich wusste einmal wer ich bin / aber ich kann mich nicht erinnern“. Es ist eine Bestandsaufnahme in Trümmern.
Vom Rap zur düsteren Mythologie
Mit „An scharfen Messern lernt man bluten“ vollzieht TABY einen Schritt, den viele Künstler*innen scheuen: die radikale Neuerfindung. Die EP verspricht eine Reise durch Labyrinthe, dunkle Gewässer und mythologische Erzählungen. Irgendwo zwischen Mia Morgan, Poppy und LaFee. Was bleibt, ist die Frage, ob ein solcher Bruch notwendig ist, um künstlerisch weiterzukommen. Oder ob er nur die logische Konsequenz einer Entwicklung ist, die längst begonnen hat.
Die EP erscheint am 7. August 2026 und wird gefördert durch das Musicboard Berlin. Wie radikal darf sich eine Künstlerin neu erfinden, bevor sie ihr Publikum verliert – oder gerade deshalb gewinnt?
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