Nikki Pop veröffentlicht heute am 26. Oktober 2026 die EP „ABCs I“, den ersten von zwei Teilen der Debüt EP „ABCs“. Erschienen ist sie in Eigenregie, alle Songs hat Nikki Pop selbst geschrieben, aufgenommen und produziert, das Mastering hat Helge Hasselberg übernommen. Auf der EP sind fünf Songs: „Stadtkatzen“, „Im Tunnel“, „Tanz der Vampire“, „Fahrradgang“ und „Kaugummi Kalle“.

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Diese Titel könnten auch aus einem Kinderhörspiel stammen. Hinter streunenden Katzen und Fahrradbanden steckt aber eine ziemlich deutliche Absage an Selbstausbeutung, ständige Reizüberflutung und einen Alltag, der jeden Tag ein bisschen müder macht. Wie grau dieser Alltag aussehen kann, zeigt das Musikvideo zu „Im Tunnel“.

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Sirenen, Hunde und ein Drumcomputer

Der Sound setzt auf Yamaha Keyboards aus den 80ern und 90ern, auf Gitarren, die mal zurückhaltend bleiben und mal verzerren, und auf trashige Samples aus dem SR-16 Drumcomputer. Darunter liegen tiefe Synthie- und Akustikbässe. Dazu kommen Geräusche aus der Stadt, die Nikki Pop mit dem Handy aufgenommen hat, und darüber eine tiefe, aber immer sanfte Stimme.

Im Fokussong „Stadtkatzen“ schleicht ein Wir durch Hinterhöfe und leere Gassen, vorbei an Häusern voller Tristesse, während Sirenen heulen und in der Ferne Hunde bellen. Als letzten Ausweg tarnen sich die Katzen sogar in der Uniform ihrer Jäger, und trotzdem bleibt der Refrain stur: „Wild und frei, verspielt und unbestimmt“. Man könnte das als Hymne für alle lesen, die sich nicht einfangen lassen und nachts lieber ihre Zeichen in jede Wand kratzen.

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Die U-Bahn, die nie ankommt

„Im Tunnel“ wechselt die Perspektive. Nikki Pop erzählt aus Sicht einer U-Bahn, die Tag und Nacht ihre Runden durch Betonschächte zieht, nie die Sonne sieht und weiß, dass im Schatten schon ein Ersatz wartet. Den Anstoß gab laut Nikki Pop die eigene Arbeit: „Inspiriert von der Monotonie der eigenen Erwerbsarbeit und dem dazugehörigen Arbeitsweg“.

Klingt für mich nach dem eigentlichen Kern der EP: Katzen, Vampire und Fahrradgangs sind Figuren, die aus genau diesem Tunnel ausbrechen. Die verspielten Titel funktionieren damit wie die geklaute Uniform der Katzen, nämlich als Tarnung für ziemlich viel Wut auf den Alltag. Und ihr so: Seid ihr gerade eher Stadtkatze oder U-Bahn im Tunnel, und welcher Song rettet euch morgens den Weg zur Arbeit?

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