Fotograf: Lukas Wittorf

Weesby im Interview – Die Singer und Songwriterin aus Hamburg gibt uns einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen ihrer Musik. Sie erzählt von der Entstehung ihres Debüt-Songs „prokrastinieren“, von ihren Inspirationen, sowie von zukünftigen, spannenden Projekten auf die wir uns freuen können. Für alle die weesby noch nicht kennen – das solltet ihr schnellstmöglich ändern!

Wer steckt hinter der Newcomerin?

BANDUP: Hallo meine Liebe, stell dich doch einmal kurz vor, für alle die dich noch nicht kennen!

Weesby: Hi, ich bin weesby und ich mache Musik. Vorstellungsrunden sind mir immer ein bisschen unangenehm, aber wenn du mich so fragst, würde ich sagen, Ich bin Sängerin, Songwriterin und Musikerin. Ich leben in Hamburg zusammen mit meinem Freund und meinem Hund und ich habe vor kurzem meine erste Single „prokrastinieren“ rausgebracht.

Weesby’s Weg zur Musik & das Fehlen von weiblichen Vorbildern

BANDUP: Wann hattest du deine ersten Berührungspunkte mit Musik, und was hat dich dazu inspiriert, selbst zu schreiben und aufzutreten?

Weesby: Hui, da muss ich ganz schön weit zurück gehen. Also Musik war eigentlich schon immer um mich herum. Ich hatte das Glück, dass in meiner Familie sehr viel Musik gemacht wurde und es sehr selbstverständlich war, dass man gesungen, oder sich an Instrumenten ausprobiert hat. Da stand auch immer allerhand bei uns im Wohnzimmer und im Keller rum :-).

Mein Vater hat in verschiedenen Bandprojekten gespielt und gesungen und mein älterer Bruder hat dann irgendwann angefangen Schlagzeug in Bands zu spielen. Ich hatte also ein paar Vorbilder und habe dann irgendwann selbst angefangen in Bands zu spielen und bei verschiedenen Musikprojekten zu singen.

Es gab in meinem Umfeld auch immer ein paar ältere Jungs, die coole Bands mit eigenen Songs hatten. Da wollte ich immer dazu gehören, aber Mädchen durften nicht dabei sein. Habe dann angefangen selbst zu schreiben, aber meine ersten Songskizzen hat nie jemand zu hören bekommen. Im Nachhinein fällt mir auf, dass es in der Zeit leider sehr wenig weibliche Vorbilder für mich gab. Vielleicht hätte ich sonst schon ein bisschen früher angefangen mit meinen eigenen Songs raus zu gehen.

Ich finde es wunderschön, wenn man quasi aus dem Nichts etwas erschafft und dann ist da auf einmal ein Song, den man im besten Fall noch voll abfeiert. Wenn man den Song dann noch live spielt und die Energie vom Publikum zurück bekommt, ist das einfach der Wahnsinn! Und wenn fremde Leute dir sagen, dass sie genau dieses Gefühl aus dem Song auch kennen und sich total darin wieder finden, ist das mega schön! Ich glaube das ist der Grund warum ich schreibe. 

Bedeutung hinter dem Künstlernamen weesby

BANDUP: Dein Künstlername ist einzigartig. Könntest du uns erzählen, wie du zu diesem Namen gekommen bist und welche Bedeutung er für dich hat?

Weesby: Ich war 2021 zusammen mit meinem Freund Timon Schempp in einem kleinen Studio auf dem Land, um an Songs zu arbeiten. Wir haben ja zusammen das Projekt The Girl & The Ghost und wussten zu dem Zeitpunkt noch gar nicht, ob die Songs für unser Duo sein sollten oder ob es etwas komplett neues werden sollte. Neu war, dass es vorwiegend deutsche Songs waren und irgendwie hat sich so nach und nach herauskristallisiert, dass diese Songs wohl ein neues Zuhause mit neuem Namen brauchten.

Auf dem Rückweg nach Hamburg sind wir dann an einem Straßenschild vorbeigefahren auf dem „weesby“ stand. Das Wort sah irgendwie so schön aus und hat sich passend angefühlt. Ich hab es dann erstmal ein bisschen mit mir herumgetragen und irgendwann war klar, dass das wohl der Name sein soll. 

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weesby“ wird allerdings eher englisch ausgesprochen also etwas anders als der Namensvetter aus Schleswig Holstein. Für mich steht der Namen für Neuanfang und hat doch irgendwie etwas Vertrautes. Fühlt sich einfach gut und passend an für die Musik, die ich gerade mache. 

Inspiration und Entstehung hinter Debütsingle „prokrastinieren“

BANDUP: Welche Inspiration steckt hinter deinem Debüt-Song „Prokrastinieren„, und was möchtest du damit vermitteln? Prokrastinierst du selbst gern?

Weesby: Ich glaube jede*r kennt prokrastinieren in irgendeiner Form. Wir sind ja in unserer leistungsorientierten Gesellschaft immer damit konfrontiert, dass wir eigentlich so viel tun müssen, um uns produktiv und somit erfolgreich und angesehen zu fühlen. Prokrastination ist da dann eine Form mit dem Druck und der Überforderung umzugehen. Natürlich prokrastiniert man auch manchmal, weil man die Aufgabe einfach super langweilig findet, aber bei mir ist es tatsächlich oft die Angst davor etwas falsch zu machen, oder dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Dann räume ich lieber erstmal die Wohnung auf, um gleichzeitig meinen Kopf zu ordnen und dann passiert es auch öfter, dass ich keine Zeit mehr habe, für das, was ich eigentlich machen wollte. Oder ich mache mir eine Serie an und habe dann gleichzeitig ein richtig schlechtes Gewissen, weil ich weiß ich müsste eigentlich ganz andere Dinge tun.

Das Thema begegnet mir immer wieder in meinem Leben und gleichzeitig frage ich mich, warum habe ich eigentlich das Gefühl, dass ich zu wenig gemacht habe. Woher kommt der Druck und ist das eigentlich meine eigene Motivation oder kommt sie von Außen? Ich mag das „prokrastinieren“ ein Song geworden ist, der bouncy klingt und feelgood-vibes hat und gleichzeitig ein Thema beleuchtet, was eher schlechte Gefühle auslöst. 

Diesen Gegensatz mag ich irgendwie, weil er mir hilft mich selbst nicht so ernst zu nehmen, wenn ich mal wieder in so einem Gefühl feststecke. Vielleicht geht das ja dem ein oder anderen da draußen auch so. Das würde mich freuen.

BANDUP: Wie und wo ist der Song „prokrastinieren“ entstanden? Gibt es eine besondere Geschichte oder Umgebung?

Weesby: prokrastinieren“ ist in meinem Studioraum in Hamburg entstanden. Es war gerade mal wieder Lockdown und wir hatten alle ziemlich viel Zeit. Das hat irgendwie gut getan, aber gleichzeitig auch den Druck erhöht, dass bald wieder etwas passieren muss. Wir haben quasi unfreiwillig prokrastiniert. Timon und ich saßen im Studio und ich hatte eine Idee für ein Gitarrenriff.

Er hat dazu ein paar Beats auf dem Knie eingespielt, die tatsächlich auch noch in der Produktion irgendwo zu hören sind! Ich habe mir dann ein paar Vocals ausgedacht und zusammen mit meiner guten Freundin und fantastischen Songwriterin Nina Müller an den Lyrics gearbeitet. Fertig produziert haben Timon und ich es dann gemeinsam ein paar Tage später. 

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Durch musikalischer Leichtigkeit, Last schwerer Themen erleichtern

BANDUP: Als Künstlerin hast du sicherlich einige Themen, die dir besonders am Herzen liegen. Welche sind das, und welche Botschaft möchtest du mit deiner Musik an die Menschen bringen?

Weesby: Ich schreibe in meinen Songs über Themen, die mich beschäftigen. Ich mache mir viele Gedanken über gesellschaftliche Themen und was das mit mir persönlich und den Menschen um mich herum macht. Es geht zum Beispiel um Bournout, Ängste und wie wir miteinander und mit uns selbst umgehen.

Das klingt jetzt erstmal sehr schwer, aber die meisten meiner Songs klingen eben gar nicht so. Das gefällt mir so gut an weesby. Es gibt mir das Gefühl, dass ich dunkle Themen angeschaut habe und sie dann in den Songs bunt anmale, sodass sie mich nicht mehr so lähmen können. 

„The Girl & The Ghost“ als Duo Projekt mit Freund Timon Schempp

BANDUP: Du bist außerdem Mitglied der Band „The Girl & The Ghost“ und singst dort englischen Indie. Könntest du uns mehr darüber erzählen?

Weesby: TG&TG ist das Duo Projekt, was ich seit ein paar Jahren zusammen mit meinem Freund Timon Schempp habe. Wir haben unsere letzte EP 2020 rausgebracht. Pünktlich zur Pandemie. Das war natürlich etwas schwieriger als erwartet, weil wir ja quasi keine, oder kaum Konzerte spielen konnten. Ich bin sehr happy mit den Songs, die wir veröffentlicht haben, aber es war schon sehr hart so viel Energie in ein Projekt gesteckt zu haben und dann die geplante Tour nicht spielen zu können.

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Die Konzerte und der „echte“ Kontakt mit den Menschen sind ja schon eine Art Belohnung, aus der man sehr viel Kraft ziehen kann. Wir hatten nach der Veröffentlichung ein Gespräch mit einer Bookingagentur, die zu uns meinten: „also die VÖ ist ja eigentlich super gelaufen, jetzt müsst ihr halt direkt die nächste Platte machen und viel auf Socialmedia posten und dann buchen wir euch gerne eine neue Tour“. Das hat bei uns eine totale Gegenreaktion ausgelöst. Energiemäßig war das zu der Zeit einfach nicht drin. Deshalb haben wir uns eine Pause gegönnt.

In der Zwischenzeit sind, wie gesagt die deutschen Songs langsam gewachsen und ich freue mich sehr, dass ich mit weesby jetzt wieder Musik veröffentlichen kann. Hinter den Kulissen und auch in der Liveband ist Timon nach wie vor mit am Start. Ich bin so froh, dass ich so viele tolle Menschen, um mich herum habe, die das Projekt supporten, aber ich bin am Ende diejenige, die die Entscheidungen trifft, deshalb ist weesby mein Soloprojekt.

Musikalische Inspiration und Bucket-List Ziele

BANDUP: Welche beiden Künstler*innen oder Musiker*innen inspirieren dich und deine Musik am stärksten? Gibt es spezielle Gründe, warum sie einen Einfluss auf dich haben?

Weesby: Puh. Schwierig, dass auf zwei Künstler*innen zu beschränken. Also eine meine absoluten Favoritebands ist auf jedenfall die südafrikanische Band „Beatenberg“. Ich liebe ihre Songs. Falls du sie noch nicht kennst, auf jedenfall reinhören. Die machen sofort gut Laune :)!

Als weitere Inspiration würde ich die Graceland -Platte von Paul Simon nennen, die während unserer Studiosession immer mal wieder zum morgendlichen Kaffee gehört wurde. Aber auch deutsche/österreichische Künstler*innen wie Novaa oder Oehl habe ich in der letzten Zeit viel gehört

BANDUP: Ja Novaa war auch letzte Woche erst in unseren Top-Tracks. Es gibt viele spannende Bühnen und Festivals. Steht eines davon besonders hoch auf deiner Bucket-Liste?

Weesby: Uhhh… ich würde gerne mal im Heimathafen in Berlin oder im Mojo in Hamburg spielen :)! Festivalmäßig finde ich das MS Dockville ziemlich nice. 

BANDUP: Mit welchem Künstler*innen würdest du gerne ein Feature singen, wenn du die freie Wahl hättest?

Weesby: Natürlich mit Beatenberg oder „Die höchste Eisenbahn“. 

Ein Ausblick in die Zukunft: Darauf können wir uns freuen!

BANDUP: Kannst du uns einen Einblick in das geben, was wir in der nächsten Zeit von dir erwarten dürfen? Gibt es bereits neue Projekte, auf die wir uns freuen können?

Weesby: Ich werde noch dieses Jahr die zweite Single veröffentlichen und es gibt noch ein paar Supportshows und im Sommer ein paar Festivals. Da freue ich mich mega drauf. Außerdem hab ich noch eine ganze Menge weiterer Songs auf der Festplatte, die im nächsten Jahr kommen. Ich hab Bock drauf, dass ihr die bald alle hören könnt :)! 

BANDUP: Vielen Dank für die ganzen Eindrücke und noch viel Erfolg für dich in der Zukunft!

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Weesby war als Support Act auf Tour mit Lina Maly! Sicher dir hier jetzt noch Tickets für eines der Konzerte.

Außerdem findest du hier einen Überblick über weesby’s anstehenden Konzerte.

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Ich beschäftige mich leidenschaftlich mit Musik, koordiniere und berichte über Themen aus der Branche und möchte durch Interviews mit Artists und Bands ihre Gedanken und Ideen verstehen und anderen nahebringen.