A.S. Fanning veröffentlicht düsteres Album „Take Me Back To Nowhere“
Der irische Songwriter A.S. Fanning hat am 6. Februar sein viertes Soloalbum „Take Me Back To Nowhere“ veröffentlicht. Der in Berlin lebende Musiker verbindet auf den neuen Songs Folk mit Rock, Wave und psychedelischem Pop – die Themen bleiben dabei gewohnt düster: Vergänglichkeit, zerbrechende Realität und ein allgemeines Unbehagen über unsere Gegenwart.
Das Album entstand im Studio Idea Farm, einem abgelegenen Bauernhof in Südschweden, den Fanning in den letzten Jahren selbst mit ausgebaut hatte. Zusammen mit Produzent Robbie Moore und seiner internationalen Liveband – Bernardo Sousa (E-Gitarre), Dave Adams (Orgel, Synthesizer, Klavier), Fred Sunesen (Schlagzeug) und Felix Buchner (Bass) – entwickelte er die Songs in einem deutlich experimentelleren Prozess als zuvor.
Gebrochenes Handgelenk führt zu neuem Sound
Ein gebrochenes Handgelenk zwang A.S. Fanning dazu, seinen Songwriting-Prozess komplett zu verändern: Statt an der Gitarre komponierte er an Keyboard und Drum-Machine. „Die Herangehensweise ist eine völlig andere“, erklärt er – „Man denkt viel stärker darüber nach, wohin die Dynamik eines Songs führen soll.“
Die ursprünglich live eingespielten Stücke wurden dekonstruiert und völlig neu zusammengesetzt, wodurch Ambient-Elemente und weitläufige Klangwelten stärker in den Vordergrund treten. Als Gastmusikerin trug Marta Zapparoli atmosphärische Klangtexturen bei, die den Songs zusätzliche Tiefe verleihen.
Zwischen Hoffnungsschimmer und kosmischem Chaos
Im Vergleich zum Vorgänger „Mushroom Cloud“ (2023) zeigt sich auf „Take Me Back To Nowhere“ ein leichter Hoffnungsschimmer – etwa in der Zeile „You make me wanna stay alive“ aus „Stay Alive“, auch wenn die Strophe zuvor noch die Idee aufwirft, vor die einfahrende U-Bahn zu treten. Inspiriert von Science-Fiction-Autor*innen wie Ursula K. Le Guin und J.G. Ballard untersucht Fanning, wie Angst die Welt in surreale, isolierende Landschaften verwandelt.
In „Spinning at the centre of this cosmic cluster bomb, trying, trying, trying to seem normal“ wird das zentrale Thema des Albums deutlich: der Kampf, inmitten globaler Konflikte, Social-Media-Lärm und einer zerfallenden Zivilisation zurechnungsfähig zu bleiben. Ab März ist A.S. Fanning auf ausgedehnter Deutschlandtournee zu sehen, unter anderem am 21. April in Hamburg und am 2. Mai in Berlin. Wie findet ihr den neuen Sound von A.S. Fanning?

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