Laura Nahr im Interview über „Wonderland“, ESC-Traum & Mut den eigenen Weg zu gehen

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Zwischen Magdeburg, London und Berlin ist in den letzten Jahren eine Stimme gewachsen, die man kaum überhören kann: Laura Nahr. Mit ihren ehrlichen Texten einer besonderen emotionalen Klarheit erzählt sie Geschichten aus einer Lebensphase, in der vieles möglich – und genauso vieles unsicher – ist.

Vor kurzem erschien ihre neue Single „Wonderland“, die gleichzeitig ihr möglicher Beitrag für das deutsche ESC-Finale 2026 ist. Ein Song über das Lost-sein in den Mid-Twenties, über Erwartungen, Druck und den Mut, trotzdem den eigenen Weg zu gehen.

Meine Musik würde ich als positiv mit organischen Elementen beschreiben. Mir ist Storytelling echt wichtig, weshalb die Texte alle ziemlich nah an meinem Leben dran sind.

BANDUP: Deine neue Single „Wonderland“ erschien am am 30. Januar und könnte gleichzeitig dein Beitrag für das deutsche ESC-Finale 2026 sein. Wie kam es dazu, dass du dich für den ESC-Vorentscheid beworben hast und warum ist es genau dieser Song geworden?

Laura Nahr: Ich bin selbst ESC-Fan und habe 2009 mit neun Jahren meinen ersten ESC geguckt und seither kein Finale verpasst. Vor ein paar Monaten kam mein Label auf mich zu mit der Frage, was ich denn zum ESC denke und dass es ein ESC-Songwriting-Camp gäbe und ob ich mich anmelden will. Hatte ich natürlich mega Bock drauf und bin dann nach Südfrankreich zu dem Camp gefahren, natürlich mit dem Gedanken, einen potenziellen Song für den ESC zu schreiben.

Das Camp ging fünf Tage lang und an Tag 1 haben wir direkt „Wonderland“ geschrieben und danach war mir schon klar, dass ich mich gerne mit diesem Song anmelden würde, weil er thematisch und musikalisch – wie ich finde – ganz gut passt. Ich wollte unbedingt einen Song mit „Überraschungseffekt“ machen und dachte, dass „Wonderland“ mit dem Tempowechsel und dem chromatischen Part im Chorus das Zeug dazu hätte.

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BANDUP: Was würde es dir persönlich bedeuten, Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten zu dürfen – jenseits von Karriere und Reichweite?

Laura Nahr: Es wäre einfach ein riesengroßer Traum. Wie gesagt, bin ich ja selber lange Fan vom ESC und deshalb bedeutet mir das Ganze auch mega viel und es wäre einfach eine so große Ehre, das machen zu dürfen.

Zwischen Konkurrenz & Kopf frei: Lauras Mindset für den Vorentscheid

BANDUP: Du trittst gegen starke Artists an, die unter anderem schon eine große Reichweite und langjährige Karriere mitbringen. Wie gehst du mental mit diesem Wettbewerb um – eher ehrgeizig, gelassen oder irgendwo dazwischen?

Laura Nahr: Irgendwie ist es so dazwischen. Ich versuche das Ganze eigentlich nicht so als Wettbewerb zu sehen, sondern einfach nur mein Bestes zu geben, dann kann ich, egal wie es ausgeht, in jedem Fall stolz auf mich sein. Im Endeffekt geht es ja in der Musik auch viel um persönlichen Geschmack, aber natürlich hoffe ich, dass mein Song für sich einfach überzeugen kann.

Erwachsenwerden im Wonderland

BANDUP: In „Wonderland“ geht es um das Gefühl, Mitte 20 in der Erwachsenenwelt zu stehen und sich manchmal lost zu fühlen. Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich vielleicht ähnlich fühlt?

Laura Nahr: Ich denke, es ist wichtig zu wissen, dass man nicht alleine ist und dass es viele Leute gibt, die sich so fühlen, unabhängig vom Alter. Man kann sich bestimmt auch mit 50 oder 60 so fühlen. Ich glaube, es ist wichtig, einfach selber seinen Weg zu gehen und sich nicht so mit anderen zu vergleichen, vor allem nicht auf Social Media. Dort sieht vieles perfekt aus, obwohl sich die meisten insgeheim auch unsicher fühlen.

BANDUP: 2024 gingen deine Cover-Videos auf Social Media viral und deine Reichweite explodierte regelrecht. Wie hat sich dein Leben dadurch verändert und wie gehst du mit dieser neuen Aufmerksamkeit um?

Laura Nahr: Das war schon ziemlich cool und auch total unerwartet. Es ist faszinierend, was Social Media alles so bewirken kann und ich bin voll dankbar dafür, dass es mir so einen Push in die richtige Richtung verliehen hat und ein paar mehr Leute auf meine Musik aufmerksam gemacht hat.

BANDUP: Von Magdeburg über Leipzig und London bis nach Berlin – wie haben diese verschiedenen Stationen deine künstlerische Entwicklung geprägt, und was hat dir die Zeit im Metropolis Studio in London gebracht?

Laura Nahr: Ich habe einfach so viele verschiedene Menschen kennengelernt und das ist alles immer super inspirierend, auch ein bisschen scary, einfach so in ein anderes Land zu ziehen, aber ich glaube, dadurch habe ich so viel über mich selber gelernt und was ich machen will und was nicht. Metropolis war mega, ich glaube in erster Linie habe ich so ein bisschen gemerkt, in was für eine Richtung meine Songs gehen sollen oder in welche nicht. War mega aufregend, in so einem bekannten Studio zu sein.

Live on Stage: Die erste eigene Tour

BANDUP: Im April 2026 planst du deine erste eigene, selbst organisierte Tour. Was können die Fans von deinen Live-Shows erwarten und wie aufgeregt bist du schon?

Laura Nahr: Ich bin super aufgeregt und freue mich riesig. Die Live-Shows sollen vor allem gute Laune machen: positive Vibes, Band-Sound, Energie und hoffentlich auch gemeinsames Abtanzen. Wenn ihr in der Nähe von Berlin, Hamburg, Köln, Magdeburg oder Augsburg seid, dann kommt gerne vorbei und sagt hallooooo, die Ticketpreise haben wir auch extra so niedrig wie möglich gehalten.

Disney, Amy Winehouse & Co: woher Lauras Stimme eigentlich kommt

BANDUP: Deine Stimme ist zu deinem Markenzeichen geworden. Gab es Vorbilder oder Künstler*innen, die dich stimmlich besonders beeinflusst haben, und wie hast du deinen eigenen Sound gefunden?

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Laura Nahr: Ich habe das Gefühl, dass ich manchmal immer noch nach meinem eigenen Sound suche. Ich war früher großer Disney-Hörer und irgendwie bin ich einfach damit aufgewachsen, also Demi Lovato, Selena Gomez und dann später mit One Direction etc. Stimmlich bin ich ein großer Fan von Amy Winehouse, aber es gibt so viele tolle Künstler:innen, da kann ich mich immer gar nicht festlegen.

BANDUP: Unsere Abschlussfrage: Welchen Song hörst du aktuell auf Dauerschleife und würdest du gern unserer Community empfehlen?

Laura Nahr: Gerade höre ich „Orbit“ von Christopher auf Dauerschleife (wahrscheinlich weil ich ihn gerade auf Tour begleite und Support sein darf). Megaaaaa Künstler.

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