Interview mit Dreamboys The Band über „Jeanie“ und den ESC-Vorentscheid
Vier Solokünstlerinnen, eine Band, ein gemeinsamer Traum – und ein Song, der bei der deutschen ESC-Vorentscheidung für Aufsehen sorgen wird. Dreamboys The Band sind VILLFORTH, Philippa Kinsky, Jo The Man The Music und Nina Caroline. Was vor einem Jahr als spontanes Treffen in einer Berliner Wohnung begann, hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der spannendsten neuen Bandprojekte entwickelt.
Mit ihrer Debütsingle „Jeanie“ treten sie beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest an – und das, obwohl die Band offiziell erst wenige Wochen alt ist. Im Interview mit BANDUP sprechen die vier Musikerinnen über organische Entstehungsprozesse, große Träume, die Herausforderung, vier kreative Handschriften unter einen Hut zu bringen, und darüber, warum sie sich trotz ESC-Bühne und Rampenlicht vor allem eins nicht nehmen lassen wollen: sich selbst.
Wir sind „Dreamboys The Band“ und sind 4 Künstlerinnen aus Berlin. Wir haben auch alle unsere Solo-Projekte unter den Namen: VILLFORTH, Philippa Kinsky, Jo The Man The Music und Nina Caroline.
BANDUP: Die Band ist noch super jung, und trotzdem hat man das Gefühl, dass da schon etwas sehr Organisches und Gewachsenes dahintersteckt. Wie habt ihr vier euch eigentlich gefunden – und wann habt ihr gemerkt, dass aus diesen Begegnungen wirklich eine Band werden könnte?
Dreamboys The Band: Der Gedanke, eine Band zu sein, kam tatsächlich erst relativ spät. Wir haben uns vor genau einem Jahr alle vier bei einem Get-Together von Songwriterinnen in Jos (Jo The Man The Music) Wohnung kennengelernt und sind am Ende diejenigen gewesen, die noch auf der Couch übrig geblieben sind und gequatscht haben. Ein paar Tage später haben wir uns dann zum gemeinsamen Musizieren verabredet und haben „Dreams“ von Fleetwood Mac gecovert und online hochgeladen. Das hat sich so gut angefühlt, dass wir uns dann alle paar Wochen wieder getroffen haben und ein neues Cover aufgenommen haben.
Währenddessen kamen viele Nachrichten von Leuten, die gesagt haben: Ihr müsst unbedingt eine Band machen!! Damals haben wir wirklich noch gar nicht damit gerechnet. Aber mittlerweile: the band made it out of the groupchat, we guess 🙂 Allerdings haben wir uns viel in unseren Solo-Projekten unterstützt, zum Beispiel hat Nina Bass für Philippas Band gelernt und Joey hat oft Live-Gitarre für die anderen gespielt.
Irgendwann kam dann der Moment, dass wir nach Frankreich, Toulouse, auf ein Writing Camp eingeladen wurden und unsere ersten Songs schreiben konnten. Es kam alles sehr natürlich irgendwie, obwohl es mit vier Personen auch eine Challenge war, und die Songs, die dort entstanden sind, sind sehr besonders in unseren Augen. Und der Rest ist Geschichte :))
BANDUP: „Jeanie“ ist eure Debüt-Single und gleichzeitig der Song, mit dem ihr beim ESC-Vorentscheid für Deutschland antreten werdet – wie ist dieser Song entstanden und warum war es genau das richtige Stück, um euch als Band vorzustellen?
Dreamboys The Band: Der Entstehungsprozess von „Jeanie“ war sehr organisch und auch irgendwie magisch. Wir haben im Song alle ermutigenden Gespräche und Gedanken gebündelt, die wir über das letzte Jahr miteinander erlebt hatten. „Jeanie“ bist du, ich und jeder, der weiß, wie es sich anfühlt, alleine durchzubeißen und aus innerer Kraft weiterzumachen. Der Song verkörpert genau die Leichtigkeit, die wir fühlen, wenn wir zu viert sind.
BANDUP: Wie gelingt es euch, gemeinsam Musik zu machen, wenn vier so unterschiedliche musikalische Handschriften aufeinandertreffen? Wie können wir uns diesen Prozess bei euch vorstellen?
Dreamboys The Band: Ein Grund, warum es so gut gelingt, ist, dass wir eine gemeinsame Liebe zu wirklich guten Lyrics und zu gemeinsamen Inspirationen haben und alle einen hohen Anspruch an Qualität, sowohl textlich als auch musikalisch.
Aber es gelingt uns vor allem auch durch viel Ausprobieren und genügend Zeit! Wir entscheiden gemeinsam, was dem jeweiligen Lied dient. Generell ist es aber ziemlich cool und hilfreich, dass wir vier unterschiedliche Handschriften haben, weil es die vierfache Menge an Ideen mit sich bringt und dabei etwas umso Spannenderes entstehen kann.
Vier Frauen, große Träume
BANDUP: Warum heißen vier Frauen eigentlich Dreamboys The Band – und was träumt ihr da eigentlich genau?
Dreamboys The Band: Wir träumen davon, international mit unserer Musik Fuß zu fassen und so viele Menschen wie möglich damit zu erreichen. Wir machen alle vier mit unseren Solo-Projekten Musik auf Englisch. Englische Musik in Deutschland zu machen, kann manchmal eine Herausforderung sein. Aber es ist unsere emotionale Sprache und zusammen ist es leichter, sich zu trauen, groß zu träumen 🙂
BANDUP: Ihr nehmt mit einer Band am ESC-Vorentscheid teil, die es offiziell erst seit einigen Wochen gibt. Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass ihr so früh schon auf einer riesigen Bühne stehen werdet, noch bevor ihr überhaupt richtig angefangen habt?
Dreamboys The Band: Total surreal – das ist das erste Mal für manche von uns auf so einer großen Bühne und live im Fernseher zu performen. Auch die Vorbereitung, die in so eine große Show geht, ist schon verrückt. Es fühlt sich schon etwas an wie ein Sprung ins kalte Wasser, gerade weil wir eine so junge Band sind. Es ist aber auch schön, dass unser erster Song direkt so gehört wird. Und das Schöne ist auch, dass wir das zusammen meistern 😉
BANDUP: Der Eurovision Song Contest ist ein Wettbewerb mit einer riesigen Reichweite, aber auch mit ganz eigenen Erwartungen und Dynamiken. Was erhofft ihr euch von dieser Teilnahme – und was wollt ihr auf keinen Fall dafür opfern?
Dreamboys The Band: Wer wir sind. Für uns steht der Wettbewerb nicht im Fokus, unser Herz schlägt in erster Linie für die Musik und unseren Song – auch für die Songs der anderen. Wir erhoffen uns, dass „Jeanie“ genau die Menschen erreicht, die das gerade hören müssen, und werden den Song auch genau auf unsere Art und Weise auf die Bühne bringen – à la Dreamboys.
Von Solo zu Band: Gemeinsam stärker
BANDUP: Ihr alle vier habt vorher nur solo gearbeitet, eigene Wege gehabt, eigene Kämpfe. Was ist das Schönste daran, diesen Weg jetzt auch gemeinsam zu gehen – und was ist vielleicht überraschend schwieriger, als ihr gedacht habt?
Dreamboys The Band: Es ist ein wahnsinnig schönes Gefühl, mit guten Freundinnen auf ähnliche Hürden und Meilensteine zurückzublicken, und darin liegt unsere Stärke. Diesen Weg jetzt für unser Bandprojekt gemeinsam zu gehen, macht in erster Linie total Spaß und ist sehr inspirierend. Alles Schöne vervierfacht sich und stressige Momente werden durch vier geteilt.
Natürlich bringen vier Künstlerinnen und Songwriterinnen auch direkt vier Meinungen und eigene Einflüsse mit in den Raum, aber wir scheuen uns nicht davor, ehrlich miteinander zu sein, und finden immer einen gemeinsamen Nenner.
BANDUP: Ihr habt jetzt diesen ersten Moment als Dreamboys The Band – fühlt sich das eher nach einem Experiment an oder habt ihr schon eine klare Vision, wo die Reise hingehen soll?
Dreamboys The Band: Wir würden sagen, es gibt eine experimentelle Vision. 😉 Wir möchten unbedingt weiterhin und langfristig gemeinsam Musik machen und werden alles auf dem Weg ausprobieren, und wohin die Reise geht: we’ll see!
BANDUP: Zum Abschluss: Welchen Song oder Artist würdet ihr gern unserer Community empfehlen und hört ihr gerade rauf und runter?
Dreamboys The Band:
Jo: Tracksuit – Kate Stephenson
Philippa: It’s Not Living – The 1975
Nina: Good Friend – Joni Mitchell
Villy: Cameron Winter – Love Takes Miles
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