BALADI über Höhen, Tiefen, 10. Stock, LA und die geschichten dazwischen

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Mit seiner Debüt-Single„10. Stock“ eröffnet BALADI ein neues Kapitel, musikalisch wie persönlich. Der Künstler aus Hamburg hat früh gelernt, Musik als Ausdruck von Erfahrungen, Begegnungen und Emotionen zu verstehen. Im Interview mit BANDUP erzählt BALADI von den Höhen und Tiefen seiner Karriere, von prägenden Augenblicken auf der Straße, von künstlerischer Entwicklung und von der Frage, wie viel Verletzlichkeit Musik wirklich zulässt. Dabei wird deutlich: „10. Stock“ ist mehr als nur eine erste Veröffentlichung, es ist ein Blick in eine Innenwelt, die sich zwischen Erinnerungen, Hoffnung und dem Wunsch nach Ausdruck bewegt.

Ich bin BALADI, ein Künstler aus Hamburg, der seine Gefühle nicht nur lyrisch, sondern auch melodisch zum Ausdruck bringt, ohne dabei etwas zurückzuhalten.

BANDUP: Dein Name BALADI erinnert an „Ballade“. Ist das purer Zufall oder hat dich dieser Klang irgendwie trotzdem beim Artist-Namen begleitet?

BALADI: Dazu gibt es eine witzige Story. In der Uni kam mal jemand zu mir und meinte: „Hey, cooler Künstlername, singst du hauptsächlich Balladen?“ Ich habe mich erst gefragt, wie er darauf kommt, und dann meinte er, dass ihn der Name BALADI total an „Ballade“ erinnert. In dem Moment dachte ich mir nur, was für ein witziger Zufall und warum mir das nicht schon viel früher aufgefallen ist. Tatsächlich ist Baladi mein bürgerlicher Nachname, daher kommt auch mein Künstlername.

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BANDUP: Du hast in Hamburg begonnen, bist nach Los Angeles gezogen, hast in London gearbeitet und international Musik gemacht. Wie haben diese Stationen deinen Blick auf Musik verändert?

BALADI: In jeder dieser Stationen konnte ich durch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Menschen extrem viel lernen. Ich habe auf meinem Weg nicht nur als Sänger, Filmkomponist oder Songwriter gearbeitet, sondern auch produziert, Tontechnik gemacht, orchestriert und mit Orchestern gearbeitet, ob in Los Angeles, London, Budapest oder Berlin.
All diese Erfahrungen haben nicht nur mein Wissen als Musiker erweitert, sondern auch mich als Mensch geprägt und verändert, wie ich heute mit Musik umgehe. Ich habe gelernt, dass Musik viel mehr ist als nur ein Song oder eine Produktion. Musik verbindet Menschen, egal woher sie kommen oder welche Sprache sie sprechen.

Aus Applaus und Schmerz entsteht ein Künstler

BANDUP: Parallel zum Studium hast du Straßenmusik gemacht. Als Straßenkünstler bist du direkt mit Menschen und ihren Reaktionen konfrontiert gewesen, wie war das? Und erinnerst du dich an einen bestimmten Moment von damals, der dich bis heute geprägt hat?

BALADI: Ich habe in Los Angeles in Santa Monica am Pier und manchmal auf der Promenade Straßenmusik gemacht. Dabei gab es viele schöne Momente, aber einen ganz besonderen werde ich nie vergessen.
Eines Abends habe ich dort zusammen mit dem mexikanischen Sänger Jimmy Rodriguez einen mexikanischen Song gesungen. Plötzlich haben hunderte Menschen angefangen zu jubeln. Als er mich dann vorgestellt hat und meinte, dass ich aus Deutschland komme und mexikanische Songs singe, wurde die Stimmung noch lauter und emotionaler.
Das war das erste Mal, dass ich im Ausland so eine Energie und Liebe gespürt habe. Dieser Moment hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben und mich bis heute geprägt.

BANDUP: Du hast dich bewusst für ein neues, deutschsprachiges Kapitel entschieden. Wer ist BALADI heute im Vergleich zu dem Künstler, der damals alles in Los Angeles begonnen hat?

BALADI: Es gibt viele Dinge, die der heutige BALADI und der Künstler, der damals alles in Los Angeles begonnen hat, gemeinsam haben: die Liebe zur Musik, das Spielerische, Regeln zu brechen, Neues auszuprobieren und neugierig zu bleiben.
Ich habe mich schon immer durch Musik ausgedrückt. Über die Jahre habe ich aber gelernt, besser mit meinen Gefühlen und Emotionen umzugehen und sie ehrlicher nach außen zu tragen.
In der Zwischenzeit ist viel passiert, nicht nur Schönes, sondern auch Schicksalsschläge und Herzschmerz. Dadurch beginnt man, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und nachdenklicher zu werden. Man lernt sich selbst als Mensch und damit auch als Künstler viel besser kennen.

Höher als gedacht und tiefer als das Meer

BANDUP: Am 8. Mai hast du deine Debüt-Single “10. Stock” released. Worum geht es in „10. Stock“ ganz konkret für dich?

BALADI: Es geht um ein Thema, das wahrscheinlich die meisten Menschen schon einmal erlebt haben: Herzschmerz, und die Frage, wie man damit umgeht.
Der Song handelt von Gedanken, Gefühlen und Emotionen, über die man normalerweise lieber schweigt und die man nicht laut ausspricht. Es geht um Verlust, Erinnerungen, Sehnsucht, aber auch um Hoffnung.
Ich bin grundsätzlich ein sehr positiver Mensch und versuche selbst in schwierigen Situationen, Hoffnung zu behalten. Genau das steckt auch in „10. Stock“.

BANDUP: Im Chorus singst du: „Ich ruf nach dir von oben aus dem 10. Stock, vielleicht bist du auf der anderen Seite und rufst nach mir“. Gab es einen konkreten Moment, der diese Szene ausgelöst hat, oder ist es eher eine innere Vorstellung von Distanz? Wie bist du auf dieses visuelle Bild gekommen?

BALADI: Der 10. Stock ist eigentlich der 24. Stock, allerdings hat sich die Zahl 10 in diesem Fall besser angefühlt und auch besser gesungen.
Diesen Ort gibt es wirklich. Trotzdem arbeite ich im Song viel mit Metaphern, weshalb der Chorus teilweise auch eine innere Vorstellung von Distanz beschreibt. In den Strophen werde ich dann konkreter, spreche über echte Momente und Gedanken und benutze weniger Metaphern.
Ich mag es, wenn Songs Bilder im Kopf erzeugen und man bestimmte Szenen direkt vor sich sehen kann.

BANDUP: Wenn der „10. Stock“ für das Festhalten an Erinnerungen steht, gibt es in deinem Leben auch einen „Ort“, der für Loslassen steht?

BALADI: Ich bin ein sehr großer Fan von Wasser, vom Meer und vom Ozean. Diese Kraft der Natur ist für mich unbeschreiblich. Dort fühle ich mich frei und kann Emotionen verarbeiten und loslassen. Egal ob Mittelmeer, Ostsee oder Pazifischer Ozean.
Als ich in Los Angeles studiert habe und die Uni morgens um 8 Uhr angefangen hat, bin ich oft schon um 6:30 Uhr am Strand spazieren gegangen. Danach hat sich der ganze Tag direkt besser angefühlt.
Ich schreibe übrigens auch sehr gerne am Wasser oder sogar auf dem Wasser, haha. Wenn ich also mal nicht im Musikstudio zu finden bin, dann wahrscheinlich irgendwo am Meer.

Emotionen ohne schutzschild

BANDUP: Du hast gesagt, dass Ayliva dich geprägt hat. Hat sie eher deine Art zu schreiben verändert oder eher dein Verständnis davon, wie viel Verletzlichkeit in Musik möglich ist? Und gibt es einen bestimmten Song von Ayliva, der dir gezeigt hat, wie du selbst Emotionen in Musik übersetzen willst?

BALADI: Ayliva hat keine Angst davor, über ihre Gefühle zu sprechen und sie offen zum Ausdruck zu bringen. Genau das geht im Zusammenspiel mit ihren Melodien und ihrer Musik extrem unter die Haut.
Sie zeigt, wie viel Verletzlichkeit in Musik möglich ist. Außerdem finde ich ihre Bühnenshows stark, weil sie ihre Musik nicht nur hörbar, sondern auch visuell sehr gut rüber bringt.
Es fällt mir schwer, nur einen einzigen Song auszuwählen. Wenn ich anfangen würde, alle Songs aufzuzählen, die mich beeindrucken, wären wir wahrscheinlich schnell im zweistelligen Bereich.

„Deshalb kann man sich sicher sein, dass ich nie aufhören werde, Musik zu machen und Geschichten zu erzählen.“

BANDUP: Dich treibt das Gefühl an, dass noch mehr geht und du noch nicht alles gesagt hast, was in dir steckt. Wie sieht dieses „mehr“ für dich konkret aus? Wohin willst du dich als Künstler entwickeln und was willst du als Nächstes unbedingt ausdrücken, das bisher noch keinen Platz hatte?

BALADI: Wir hören nie auf, uns weiterzuentwickeln. Ich bin mir sicher, dass ich auch in 20 Jahren noch sagen werde: Da geht noch mehr und ich habe noch so viel zu erzählen.
Und damit meine ich nicht nur Texte, sondern auch Melodien, Produktion und Musik allgemein. Ich möchte noch viel ausprobieren.
Manchmal fange ich an, Musik zu schreiben, und denke mir irgendwann: „Okay, wenn ich so weitermache, dauert der Song am Ende zwölf Minuten.“ Dann muss ich anfangen zu kürzen oder Ideen für andere Songs aufzuheben. Das habe ich übrigens auch oft bei Filmmusik, weil ich Musik einfach liebe und damit unglaublich viel ausdrücken kann.
Deshalb kann man sich sicher sein, dass ich nie aufhören werde, Musik zu machen und Geschichten zu erzählen.

BANDUP: Und zu guter Letzt: Welchen Song oder Artist würdest du unserer Community aktuell gern ans Herz legen?

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BALADI: Ich bin immer auf der Suche nach besonderer Musik und besonderen Artists, egal ob irgendwo in den Bergen Kolumbiens oder in den Wäldern Mexikos.
Aufgewachsen bin ich allerdings mit der Musik von Queen und Freddie Mercury. Ohne diese Musik wäre ich wahrscheinlich nicht da, wo ich heute bin. Es ist zwar nichts Neues oder Aktuelles, aber irgendwie eben doch, weil diese Musik komplett zeitlos ist.
Deshalb wäre meine Antwort Freddie Mercury. Und falls es Menschen gibt, die seine Musik noch nicht kennen, würde ich ihnen das auf jeden Fall ans Herz legen.

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