RAT BOY gegen Langeweile: „SICK OF IT“ ist Punk-Protest gegen den routinierten Alltag
Wer glaubt, dass Rebellion nur ein historisches Versprechen ist, kennt RAT BOY noch nicht. Die Band aus Essex verwandelt alltägliche Frustration in pure Angriffslust. Mit „SICK OF IT“ liefern Jordan Cardy, Harry Todd, Liam Haygarth und Noah Booth einen Track für alle, die sich in der täglichen Tretmühle verloren fühlen und endlich ausbrechen wollen. Die Single ist der neueste Vorbote ihres Albums „CRASH!“, das mit Punk-Legende Tim Armstrong von Rancid koproduziert wurde.
Im dazugehörigen Musikvideo rasen die vier durch die Straßen Londons, skaten vor dem Buckingham Palace und zeigen genau die Trotzhaltung, die sie musikalisch vertreten. Verzerrte Gitarren und knackige Drum-Patterns tragen die zentrale Frage des Songs: „Warum klebe ich am Handybildschirm, als wäre es eine Routine? Lebe ich wirklich, oder ist das nur ein falscher Traum?“ Cardy beschreibt den Song als Abrechnung mit dem Gefühl, in einem Kreislauf gefangen zu sein, in dem man nur arbeitet, um zu überleben, ohne jemals voranzukommen oder echte Pläne schmieden zu können.
EIN DIY-Projekt zwischen zwei Schuppen
„CRASH!“ vereint die Indie-Rock-Wurzeln der Band mit ihrer Two-Step-/Ska-Punk-Entwicklung. Die 18 Tracks wurden im Garten der Singer-Songwriterin Suzi Quatro aufgenommen, wo die Band zwei Schuppen zu provisorischen Aufnahmeräumen umfunktionierte. Schlagzeuger Booth musste dabei ständig zwischen beiden Gebäuden hin- und herrennen, um Schlagzeug zu spielen und gleichzeitig aufzunehmen.
Der Raum war nicht schalldicht, sondern bestand lediglich aus dünnen Holzwänden ohne jegliche Dämmung, wodurch das Schlagzeug extrem laut und unmittelbar klang. „Wir mussten keine Trigger an den Drums anbringen; es ist alles echt!“, erinnert sich Cardy. Die Band teilte sich einen Kopfhörermix über Splitter, konnte sich beim Spielen kaum hören und musste darauf vertrauen, dennoch präzise zusammenzuspielen.
Live statt Laptop
„Ich wollte, dass der Prozess so nah wie möglich an dem liegt, wie es vor dem Zeitalter der Computer gemacht worden wäre, damit sich das Artwork authentisch anfühlt und in einer physischen, handwerklichen Tradition verwurzelt bleibt.“ erklärt Cardy. Auf digitale Nachbearbeitung wurde weitgehend bei der Produktion verzichtet, wodurch die Aufnahmen eine direkte Live-Energie erhielten. Songs wie „MAKE ME STAY“ und „NO STARS“ greifen die Ästhetik der Mitte der 90er Jahre auf.
Das Album kommt am 26. Juni raus und die Jungs zeigen sich darauf so entschlossen wie nie. Welche alltägliche Routine macht euch am meisten „SICK OF IT“?
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