Schorl3 nimmt den letzten Schluck: Abschieds-Konzert in Hamburg
Es ist ein Heimspiel. Die Hamburger Indie-Band „Schorl3“ steht nach zwei Jahren Pause wieder live auf der Bühne. Aber dieses Mal zum letzten Mal.
Das Knust in Hamburg ist ausverkauft. Die Menschen stehen auf der Treppe und drängeln sich an den Einganstüren. Gespannt warten sie auf Schorl3. Zum Trio gehören die Produzenten Anton Krogmann und Johannes „Hannes“ Ellerbrock, sowie der Sänger und Songwriter David Elias Ehoulan alias LMO.
Heute stehen nur zwei davon auf der Bühne, LMO am Gesang und Anton an den Keys. Schorl3 ist bekannt für seinen Sprudelpop, Musik für die gute Laune und seit dem letzten Album „Songs für dich“ auch für Sofitie-Sounds der Nullerjahre. Zudem gingen sie mit dem ersten Moshpit in der Elbphilharmonie in Hamburgs Geschichte ein.
Heute Abend endet alles, was 2022 genau hier begann, im Knust in Hamburg damals noch als Act auf der SUPER PEOPLE STAGE.
„Wir waren lange weg, wir kommen auch nicht wieder, aber heute sind wir da“
Ein Set voller Erinnerungen
Schorl3 ist da, mit dem Geist und mit dem Herzen. Man spürt, dass sie jede einzelne Sekunde des Konzerts aufsaugen und genießen. Dass sie lange weg waren, ist zwar an ein, zwei Texthängern und anfänglichen Sound-Schwierigkeiten zu spüren, tut der Stimmung aber keinen Abbruch.
Für diesen besonderen Abend wird ganz tief in der Songkiste gekramt: „Zu Arm“, „Gegenverkehr“ und „Sport“ erinnern an die Anfangszeit des Trios. Zwischendurch wird es mit ein paar Songs aus dem zweiten Album „Songs für dich“ melancholisch. LMO wechselt seinen zuvor weißen Anzug zu schwarz und singt „overhaupt“, „leicht“ (leider nur mit Serpentine backing vocals) und „netflix“. Und das Publikum singt jede einzelne Zeile mit.
Abschiedskonzert in alter Schorl3 Manier
Musikalisch haben sich Schorl3 wie schon auf ihrer letzten Tour eine ziemlich gute Live-Band zusammengestellt, die an diesem Abend alle auf ihre Kosten kommen. Heißt jedem wird ein Solo gegönnt. Apropos Gönnung, LMO zeigt das Rezept seiner Oma „zweiten Grades“, nämlich Weinschorle, die nach einer Partynacht zur Schnapsidee des Bandnamens führte.
Geteilt wird das Endprodukt auf der Bühne mit den Musikerkollegen. Und generell geht es auch um ein paar andere Drogen. Mit Augenzwinkern und Kippe in der Hand, in alter Schorl3 Manier eben.
Da fragt man sich zwischenzeitlich: Wieso ist es vorbei? So richtig wird das an diesem Abend nicht ausgesprochen. Es lässt sich nur erahnen, dass die Jungs aus den Schuhen der Band herausgewachsen sind und einzeln neue musikalische Projekte verfolgen. Wie auch immer, heute Abend wird zelebriert und zurückgeschaut auf eine Band, die zweimal getourt ist, 1 EP und zwei Alben in Eigenleistung veröffentlicht hat und das als Newcomer doch sehr erfolgreich.
Ein Finale, das die Wände beben lässt
Zum krönenden Abschluss des Konzerts wird der Song „BLUME“ in einer Techno-Version, die den Raum zum Vibrieren bringt, über die Boxen angespielt. Die Jungs von Schorl3 springen in die Menge und läuten somit die After Party ein. Jetzt wird so richtig gefeiert. Und wir sagen: Bye Schorl3, war schön mit euch!
Wer von dieser fantastischen Indie-Band aus Hamburg noch nie etwas gehört hat, dem kann ich nur ans Herz legen, sich in die Songs der letzten Jahre reinzuhören. Diese sind nämlich weiterhin auf den gängigen Streaming-Plattformen verfügbar. Nur live wird man sie leider nicht mehr erleben.
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