Die Berliner Musikerin lotta hat am 23. Oktober 2026 ihre Debütsingle „iwant2loveyou“ veröffentlicht. Hinter dem Namen steckt die 22-jährige Lotta Trojandt, aufgewachsen im Prenzlauer Berg. Manche kennen sie schon von vor der Kamera: Sie steht auch als Schauspielerin vor der Kamera, war unter anderem bei „SOKO Potsdam“ zu sehen.
Am meisten fällt bei diesem Einstand die Kürze auf: Nach 01:51 Minuten ist schon alles vorbei. Statt sich mit einem großen Statement vorzustellen, schickt lotta erst mal einen Titel raus, der aussieht wie eine schnell getippte Nachricht ohne Leertasten, als wäre der Gedanke schneller gewesen als die Finger. Das offizielle Musikvideo dazu hatte am selben Tag auf YouTube Premiere.
Bunte Schriften statt Clubnebel
Bei Hyperpop aus Berlin denken viele zuerst an dunkle Clubs und Four-to-the-Floor-Beats. Genau da biegt lotta ab. Ihr Sound orientiert sich deutlich stärker an Rap und US-amerikanischen Einflüssen, frech im Ton und mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein, produziert hat sie ihn zusammen mit Luis Herrich.
Im Video fliegen bunte Schriften durchs Bild, die Kamera zoomt schnell ran, und die Internet-Nostalgie der frühen 2010er ist in jeder Einstellung zu sehen. Kamera, Licht, Schnitt und Grafik sind einzeln besetzt, die Fotos und Behind-the-Scenes-Bilder stammen von Sophia Luisa. Klingt für mich nach einem Song für die Instagram-Story nach der dritten Bar, nicht für den verrauchten Keller um sechs Uhr früh.
Ein Satz ohne Leertaste
Inhaltlich geht es um das Leben in den Zwanzigern: durchfeierte Nächte, Gefühlschaos, Freiheit im Großstadtchaos und das Gefühl, viel zu schnell erwachsen werden zu müssen. Man könnte den zusammengeschobenen Titel genau so lesen, als Satz, der raus muss, bevor man ihn sich doch noch anders überlegt. Musikalisch und visuell erkennt man Parallelen zu ihrem Umfeld, zu dem unter anderem franz1, Zartmann, Kasi und Antonius gehören.
Und damit zurück zur Kürze. Die knappe Laufzeit wirkt bei lotta wie Absicht: Sie reicht, um Ästhetik und Haltung abzustecken, verrät aber noch nicht alles, was nach diesem ersten Vorgeschmack kommen soll. Also ehrlich: Reichen euch knapp zwei Minuten für eine Liebeserklärung, oder hängt ihr längst in der Repeat-Schleife?
MEHR INFOS
Streaming
Artist-Page
Du möchtest weitere Beiträge zu Neuveröffentlichungen, Events und Musik-News lesen? Hier kannst du weiterstöbern.
Nichts mehr verpassen
Die beste neue Musik in deinem Google-Feed
Es kostet dich zwei Klicks und zehn Sekunden. Folge BANDUP und sag Google, dass du unsere Reviews und Interviews in der Suche weiter oben sehen willst.







