PARA im Interview über ihre Debüt-EP „SAVAGE“

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Die Dresdner Musikerin PARA macht seit zwei Jahren von sich reden. Mit ihrer Debüt-EP „SAVAGE“ liefert sie ein Gemenge aus Deutschrap, Indie und Pop.

Gegenstand ihrer Musik sind sowohl persönliche als auch politische Themen. Gemeinsam mit Produzent Till Käfert sind fünf Songs entstanden, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Im Interview spricht PARA über ihren Weg von Gesangsvideos im Kinderzimmer zur eigenen EP, über die Dresdner Szene, die kreative Chemie im Studio und darüber, warum es sich richtig anfühlt, intime Geschichten nach außen zu tragen.

[…] Ich schreibe über Dinge, die mich bewegen oder geprägt haben, von Heartbreak und Existenzängsten bis hin zu gesellschaftlichen Themen und politischer Haltung. Mir ist vor allem wichtig, dass meine Musik ehrlich ist.

BANDUP: Du bist in einer Künstlerfamilie aufgewachsen. Inwiefern hat dich das in deinem Privatleben als auch in deinem künstlerischen Schaffen beeinflusst?

PARA: Meine Familie hat mich sehr geprägt. Mein Vater war selbst Musiker und hat mich immer darin bestärkt, mich mit meiner Musik nicht zu verstecken. Früher habe ich einfach für mich Gesangsvideos in meinem Kinderzimmer aufgenommen.

Irgendwann war ich ganz normal im Kaufland einkaufen und wurde plötzlich von einer Kassiererin darauf angesprochen, wie schön sie meine Musik findet.

Ich hatte keine Ahnung, woher sie die kannte, bis sich herausstellte, dass mein Vater meine Videos dort herumgezeigt hatte.

Als Teenager war mir das natürlich maximal unangenehm, mein Vater hatte offenbar schon Promo gemacht, bevor ich überhaupt wusste, dass ich Promo brauche. Heute finde ich es vor allem süß und bin dankbar dafür, wie stolz er auf mich war.

Außerdem habe ich lange im Orchester Schlagwerk gespielt. Daher kommt wahrscheinlich auch meine Liebe zu Rhythmus und komplexeren Beats.

BANDUP: Dein Musikstil ist eine Mischung aus Deutschrap, Indie und Pop. Gibt es jemanden, der dich besonders inspiriert hat, Musik zu machen, oder es immer noch tut? Egal ob Artist oder jemand aus deinem Privatumfeld?

PARA: Ich habe schon immer sehr unterschiedliche Musik gehört, früher viel Stevie Wonder und Jazz, später kam meine Liebe zu Rap dazu. Besonders inspirieren mich Apsilon und OG Keemo.

Ich liebe ihr rohes, ehrliches Storytelling und die Art, persönliche Geschichten mit Haltung und Perspektive zu verbinden.

Neue Phase, neuer Name

BANDUP: Wie kamst du zu deinem Künstlernamen und was bedeutet er für dich?

PARA: PARA ist die Abkürzung meines vollständigen Namens Paraschiva. Unter Paraschiva habe ich zuerst englische Musik veröffentlicht.

Als ich angefangen habe, auf Deutsch zu schreiben und mehr in Richtung Rap zu gehen, wollte ich diese neue Phase etwas davon abgrenzen. PARA hat sich dafür einfach richtig angefühlt.

BANDUP: Dresden ist nicht gerade bekannt als Hotspot der deutschen Rap- oder Popszene, auch wenn sich das schon etwas geändert hat. Inwiefern prägt dich die Stadt und ihre Szene, und siehst du es eher als Vorteil oder Herausforderung, von dort aus zu starten?

PARA: Dresden ist vielleicht nicht der erste Ort, an den man bei Deutschrap denkt, aber hier entsteht gerade immer mehr. Besonders liebe ich den gegenseitigen Support.

Man macht zusammen Musik, empfiehlt sich weiter, hilft sich bei Gigs und daraus entstehen auch Freundschaften. Gerade durch Artists wie Tancred habe ich mich selbst mehr getraut, live zu spielen und mich zu connecten.

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Was bedeutet dir die EP?

BANDUP: Deine Debüt-EP „SAVAGE“ ist jetzt draußen. Was bedeutet dieser Release für dich persönlich, und wann war dir klar, dass diese fünf Songs genau die richtigen für dein Debüt sind?

PARA: Die EP bedeutet mir sehr viel, weil sie nach einer großen persönlichen Veränderung entstanden ist. Nach einer Trennung hatte ich plötzlich unglaublich viele Gedanken und das Bedürfnis, daraus Songs zu machen.

Jeder Song zeigt ein anderes Gefühl und teilweise auch einen anderen Sound. Verbunden werden sie vor allem für mich durch Ehrlichkeit und Storytelling.

BANDUP: Du hast deine EP zusammen mit Till Käfert als Produzent aufgenommen. Wie können wir uns eure kreative Chemie im Studio vorstellen? Gab es einen Moment auf „SAVAGE“, in dem er eine Idee von dir komplett auf den Kopf gestellt hat und der es letztendlich auch auf die EP geschafft hat?

PARA: Till und ich hatten von Anfang an eine sehr natürliche kreative Chemie. Oft musste ich eine Idee kaum erklären und er wusste direkt, was ich meine.

Bei „925″ wollte ich zum Beispiel unbedingt diesen harten, drilligen Sound, also haben wir gemeinsam mit den 808s und dem Beat herumprobiert.

Irgendwann meinte Till, dass es spannend wäre, dem Ganzen noch einen kompletten Gegenpol zu geben. Daraufhin habe ich einen sehr emotionalen, gesungenen Part über meinen verstorbenen Vater geschrieben.

Dadurch treffen in dem Song zwei sehr unterschiedliche Seiten von mir aufeinander, etwas Energiegeladenes und Selbstbewusstes auf etwas sehr Verletzliches und Persönliches. Genau dieser Kontrast hat „925″ für mich am Ende so besonders gemacht.

Ehrliche und persönliche Texte

BANDUP: Du behandelst in deinen Songs Themen, die sehr persönlich sind. Wie fühlt es sich an, so intime Inhalte nach außen zu tragen?

PARA: Persönliche Themen sind für mich wichtig, weil sie Musik erst wirklich fühlbar machen. Ich merke, je ehrlicher und konkreter ich erzähle, desto mehr Menschen erreiche ich.

Jemand muss nicht dasselbe erlebt haben wie ich, um das Gefühl dahinter zu kennen.

BANDUP: Du stehst noch ganz am Anfang deiner Karriere. Wenn du drei Jahre in die Zukunft blickst: Wo siehst du dich dann und was möchtest du bis dahin musikalisch erreicht oder gesagt haben?

PARA: Ich möchte vor allem so viel wie möglich live spielen und irgendwann meine eigene Tour spielen, das wäre unfassbar toll.

Gleichzeitig will ich weiter Songs veröffentlichen, mich musikalisch ausprobieren und mit anderen Artists zusammenarbeiten. Ich freue mich darauf zu sehen, wohin sich das alles entwickelt und bin sehr gespannt.

Mit wem würdest du gerne zusammenarbeiten?

BANDUP: Hast du schon einen Artist im Kopf, mit dem du gerne mal zusammenarbeiten würdest?

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PARA: Ich würde sehr gerne irgendwann mit Apsilon arbeiten. Bei Apsilon liebe ich besonders das Storytelling und die Verbindung aus persönlichen und gesellschaftlichen Themen und seiner krassen Stimme.

BANDUP: Und zu guter Letzt: Welchen Song oder Artist würdest du unserer Community aktuell gern ans Herz legen?

PARA: Ich würde euch auf jeden Fall Tancred aus Dresden mit dem Song „Anzugmänner“ ans Herz legen.

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