Cloudy June kündigt ihr neues Album „Berlin Melancholia“ an, das im April erscheint. Als ersten Vorgeschmack gibt es schon jetzt die Single „Little Black Dress“. In den zwei Jahren seit ihrem Debüt „Crazy Woman“ hat sich die deutsch-kubanische Singer-Songwriterin aus Berlin das Produzieren selbst beigebracht und den Großteil der neuen Songs in ihrem Schlafzimmer gebaut.

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Spannend ist das Timing: Ein Album mit Melancholie im Titel wird ausgerechnet mit einem ziemlich schamlosen Crush-Song angekündigt. Statt grauer Gedanken gibt es Gitarrenriffs, Lust und eine Frau im kleinen Schwarzen. Auf Instagram hat Cloudy June vorab einen Ausschnitt geteilt, in dem sie den Song singt, und dazu ganz unschuldig gefragt: „soo… who wants this one??“

Ein Crush, kein Kleidungsstück

Das Kleid ist dabei eher Nebensache. „Das ist kein Song über ein kleines Schwarzes. Es ist ein Song über SIE, die es trägt“, sagt Cloudy June. Gemeint ist der ultimative Crush, eine Erinnerung, die so schön ist, dass daraus einfach ein ganzer Song werden musste.

Musikalisch hat sie sich am Arctic-Monkeys-Album „AM“ orientiert, einem ihrer absoluten Lieblingsalben, und entsprechend gleichmäßig schiebt das Schlagzeug alles nach vorn. Darüber liegt ein lässiges Indie-Rock-Riff, das nach dem ersten Hören hängen bleibt, sauber poliert mit glänzender Pop-Produktion. Textlich geht sie direkt zur Sache, etwa wenn sie singt: „But you look better with my hands ‚round your neck“.

Melancholie mit Augenzwinkern

Neben solchen Momenten geht es auf „Berlin Melancholia“ um familiäre Bindungen und Trauer, und Cloudy June öffnet sich dabei persönlicher als je zuvor. Klanglich greift sie auf Classic Rock und die Indie-Nostalgie der 2010er zurück, dazu kommt der anarchische Geist ihrer Anfänge als Frontfrau einer Death-Metal-Band. Diesmal hatte sie dabei die volle kreative Kontrolle.

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„Es ist fast eine Feier der Melancholie, denn Melancholie ist nicht nur ein negatives Gefühl“, sagt Cloudy June. Man könnte „Little Black Dress“ deshalb als perfekten Einstieg lesen: Wer einer schönen Erinnerung so hinterhersingt, ist eben auch ein bisschen melancholisch. Sagt mal ehrlich: Darf Melancholie für euch so sehr nach Flirt klingen, oder braucht ihr dafür weiterhin Regen und Moll?

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