„jAGUAR“: Cloudy June über Rockstar-Crushes und Fender-Gitarren
Poster von Rockstars gehören irgendwie zur Ästhetik des Erwachsenwerdens: ein paar zerknitterte Magazinseiten an der Wand, begleitet von harmlosen Fantasien über unerreichbare Stars. Mit „jAGUAR“ verwischt Cloudy June die Grenze zwischen Obsession und Begehren so selbstbewusst, dass man sich fragt, ob Poster an der Wand je wieder unschuldig sein können.
Die Berliner Alt-Pop-Künstlerin hat am Freitag ihren dritten selbstproduzierten Track veröffentlicht und hinterfragt darin die Idee vom unnahbaren Rockstar-Idol, in welches sich man mit seiner Delusion verliebt hat.
Hand um den Hals oder um die Fender-Jaguar?
Want you to kiss me like a rockstar
Hands on my neck like your guitar
You can play me, play me like a Jaguar
Der Song untermalt die Ästhetik klassischer Jaguar-Rennwagen und dem ikonischen Fender-Jaguar-Modell, während die Lyrics Begehren, Adrenalin und das Verlangen nach einer tiefen zwischenmenschlichen Verbindung in musikalischen Bildern ausdrücken.
„jAGUAR“ spielt mit alten Gitarrensaiten und harten Drums und lässt Fantasie und Realität kollidieren. Cloudy June erzählt von der seltsamen Intensität, mit der man Menschen idealisiert, die man nur aus dem Bildschirm kennt und davon, was passiert, wenn man ihnen Jahre später tatsächlich begegnet. „jAGUAR, started in my bedroom at 5 a.m., playing guitar and reminiscing about rockstar crushes I’d had throughout my life – some of whom I actually encountered years after having their posters on my wall“, erklärt sie.
Ist das schon selbstzerstörung?
Cloudy June liebt Electro-Pop, Indie und dunklere Rock-Einflüsse und hat sich mit dem Sound als eine der markantesten Gen-Z-Stimmen der europäischen Alt-Pop-Szene etabliert. Sie schreibt über Desire, Selbstzerstörung, Sexualität, queere Identität und emotionale Ehrlichkeit. „jAGUAR“ ist dabei kein nostalgischer Rückblick, sondern eine selbstbewusste Auseinandersetzung damit, wie wir Menschen zu Projektionsflächen machen und was passiert, wenn die Fantasie auf Wirklichkeit trifft.
Wie steht ihr dazu? Ist das nur eine harmlose Bewunderung, wenn man sich wünscht, dass eine Person, die man nur auf Postern kennt, einen wie ein Instrument spielt oder kann man sich mit solchen Vorstellungen schnell in der eigenen Fantasie verlieren?
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