Wallis Bird veröffentlicht Album über Trauer, Gaza und Gemeinschaft

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Kann ein Album, das aus Schmerz entsteht, auch Hoffnung tragen? Wallis Bird versucht es zumindest. Ihr neues Album „I Can See Your House From Here“ entstand nach dem plötzlichen Tod eines engen Freundes und während des Kriegs in Gaza. Auf 36 Minuten Folk verbindet die in Berlin lebende Irin persönliche Trauer mit politischer Klarheit.

Das Album erschien am 5. Juni 2026 über ihr eigenes Label Bród Records. Produziert hat Bird zum ersten Mal vollständig allein. Elf Songs, die sich zwischen Verlust und Zuversicht bewegen, zwischen Ritual und Reflexion.

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Der Tod war dabei. Und Tarotkarten auch.

Der Opener „And So Turns The Wheel “ dauert über sechs Minuten und handelt vom Tod ihres Freundes Kevin Ryan. „Ich dachte, wir hätten mehr Zeit“, singt sie in einer Zeile, die das Album rahmt. Aufgenommen wurde „I Can See Your House From Here“ in einem 150 Jahre alten Bauernhaus außerhalb Berlins, während Wände niedergerissen wurden, um Platz für ein gemeinschaftliches Zuhause zu schaffen.

„Call The Healer“ öffnet sich zum Gospel hin. „I’ll Take Anything“ klingt nach zerbrechlicher Zuversicht. Und „Why Is Peace Problematic?“ stellt eine Frage, die eigentlich keine sein sollte. Musikalisch bewegt sich Bird zwischen akustischem Folk, Rock-Elementen und Synthesizer-Texturen. Ihr Klang bleibt durchlässig, nie überfrachtet.

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Gaza und Berlin. Zwei Trauererfahrungen, eine Reaktion.

Bird schreibt auf diesem Album nicht nur über Kevin Ryan. Sie schreibt auch über das, was sie zeitgleich auf ihrem Bildschirm sah: Zerstörung in Gaza. Songs wie I’m Your Witness oder Let Me Buy You Flowers tragen diese Doppelung in sich. „The genocide is televised“, heißt es in I’m Your Witness. Bird nennt es Zeug*innenschaft, nicht Aktivismus.

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Musikalisch unterstützen sie vertraute Gesichter: Partnerin Tracey Kelliher, Aidan Floatinghome, Sam Vance-Law, Caoi De Barra und Marcus Wüst. Zusammen mit zahlreichen Gastsänger*innen entstand ein Klanggebilde, das Nähe braucht. Kein Zufall, dass der Albumtitel aus einem Text von Kevin Ryan stammt. Das Album ist ihm gewidmet. „Diese Lieder sind entstanden, damit wir gemeinsam durch diese Situation durchkommen“, sagt Bird.

Kann Musik heilen, wenn die Welt brennt? Wallis Bird glaubt daran. Ihr Album endet mit The Good Of The People. Ein Glaube an Gemeinschaft, trotz allem. Oder gerade deshalb. Was glaubt ihr: Braucht es in Krisenzeiten mehr mutigen Folk – oder wird Kunst instrumentalisiert, wenn sie Haltung zeigt?

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