RIJO veröffentlichen Album „Seifenblasen“: Am besten, wenn es unbequem wird

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RIJO haben am 31. Juli 2026 ihr Debütalbum „Seifenblasen“ veröffentlicht. Es ist beim Ingolstädter Label Smart & Nett Entertainment erschienen. Hinter dem Namen stecken Rike Mahlberg und Johanna Treffer, zwei Lehrerinnen aus Freising und Nandlstadt, die eher aus einer Laune heraus angefangen haben, gemeinsam zu singen. Alle elf Songs haben die beiden selbst geschrieben.

Die spannendsten Momente auf „Seifenblasen“ sind ausgerechnet die, in denen die beiden unbequem werden. Wer bei dem Titel nur Strand, Sonne und Wohlfühlmomente erwartet, überhört leicht die Songs über Selbstzweifel, Trennungsschmerz und ein Mensch der dringend etwas ändern muss. Passend dazu haben Rike Mahlberg und Johanna Treffer ausgerechnet „Veränderung“ als erste Single ausgekoppelt und ein Videoclip auf YouTube veröffentlicht, das die beiden bei den Albumaufnahmen im Studio zeigt.

Gänsehaut als Auswahlkriterium

Ausgewählt wird bei RIJO nach dem „Gänsehaut-Indikator“: Nur was die beiden selbst berührt, landet im Repertoire. Viel spielen sie selbst ein: Rike Mahlberg sitzt am Klavier und greift zur Ukulele, Johanna Treffer spielt Gitarre und in „Nur bei dir“ auch Geige. Vier Songs stammen von der EP „Eins“ aus dem Jahr 2022, die Alex Grünwald, Keyboarder der Münchener Freiheit, produziert hat, und bekommen hier einen Neustart.

Inhaltlich dreht sich vieles um Nähe, etwa um eine Decke hinter den Dünen in „Sommertag“ oder um Popcorn und Kekse auf dem Sofa in „I only wanna live with you“. Dann kommt „Veränderung“, und plötzlich wird es ernst. Die Zeile „Ich mach mir wirklich Sorgen, steh ich morgen schon an dein’m Grab?“ klingt für mich nach einer Freundin, die keine Ausreden mehr gelten lässt.

Wenn die Blase platzt

Ähnlich ehrlich ist „Immer mehr“ von Johanna Treffer, ein Liebeslied aus der Sicht einer Person, die abweisend und stur ist, weil sie sich selbst nicht annehmen kann. Ich vermute, dass da auch der Blick als Lehrerinnen mitspielt: hinschauen, benennen, nicht drumherumreden. Auch in der Besetzung hat sich etwas verändert, denn Gitarrist Krispin Benock ist im Sommer 2025 nach acht Jahren aus familiären Gründen ausgestiegen, auf dem Album ist er aber noch zu hören.

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Neu dabei ist Gastmusiker Andy Werner. Die Seifenblasen auf diesem Album stehen also weniger für Flucht als für eine kurze Pause, und am stärksten ist die Platte genau dann, wenn sie platzen dürfen. Und ihr so: Braucht ihr von euren Lieblingssongs eher die Seifenblase oder die ehrliche Ansage von der besten Freundin?

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