error veröffentlicht „Das Beste vom Schlechten“: Ein Best-of der Pleiten
Der Hamburger Songwriter error hat am 25. September 2026 sein Debütalbum „Das Beste vom Schlechten“ veröffentlicht, erschienen über NEUBAU Records. Wer error in den letzten zwei Jahren verfolgt hat, kennt seine Social-Media-Clips, zwei EPs und die Single „Sucker Punch“, die Ende August als letzter Vorbote kam. Eine Schublade hat er dabei nie gefunden, und das scheint ihm ganz recht zu sein.
Allein der Titel ist eine kleine Frechheit. Ein erstes Album, das sich wie eine Best-of-Compilation gibt, ist eine ziemlich selbstbewusste Ansage: Gesammelt wird hier das Schiefgehen, nicht das Gelingen. Zum Release hat error das Video zu „Lass los (wenn du musst)“ selbst gedreht, geschnitten und gegradet, die Zeichnungen darin stammen von seinen Fans.
Ein Bruder, ein paar Geister und ein Mond aus Eis
Auf der Platte stapeln sich gescheiterte Pläne, unerwartete Wendungen und die komischen Momente dazwischen, mal leichtfüßig, mal schonungslos direkt. Da ist ein Bruder, der zum Incel mutiert ist, da spuken Geister, und dann ist da noch ein eiskalter Jupitermond. „Mein Debüt ist ein Best-of-Album meiner absurdesten Erlebnisse geworden“, sagt error.
Klanglich ist es heller geworden. Er knüpft an seine EP „Das Glück gehört Versagern“ an, auf der die düstere Elektronik der Anfangstage schon wärmeren und organischeren Tönen Platz machte. Warme Gitarren, Drums und analoge Synthies geben den Ton an, und „Lass los (wenn du musst)“, geschrieben mit Produzent Sebastian Buck, ist eine sanfte Indie-Pop-Nummer übers Loslassen.
Best-of ohne Bestenliste
Ich vermute, dass genau in diesem Titel der Trick liegt: Wer seine Pleiten zur Compilation erklärt, nimmt ihnen ein Stück ihrer Schwere. Schon zu seiner letzten EP erzählte error, dass er seine Songs nie mit einer klaren Intention schreibt. Das hört man.
Für mich löst sich die Frechheit des Titels damit auf: Dieses Best-of feiert die Niederlagen nicht, es sortiert sie so lange, bis daraus Songs werden, mit denen man leben kann. Live gibt es die Songs ab Februar 2027 auf der Tour zum Album, unter anderem im Frankfurter Nachtleben und in der Hamburger Hebebühne. Und jetzt mal ehrlich: Welche eurer Pleiten käme auf euer persönliches Best-of vom Schlechten, und zwar direkt als Opener?

Neustes Video
Wie klingt frankophone Musik aus Kanada jenseits von Québec? Sam Mallais, Rayannah und JOLY sprechen in unserer neuen Kurzdoku über Identität, Community und musikalische Herausforderungen.









