Marlo Grosshardt im Interview: „Seid laut und bildet Banden“
Es gibt Artists, bei denen man schon nach fünf Minuten das Gefühl hat, man kennt sie schon lang. Marlo Grosshardt ist so einer. Der 24-jährige Hamburger sitzt bei BANDUP, beantwortet Fragen von 1 bis 20 – und ist dabei so ungestellt, so direkt und so ehrlich, dass man fast vergisst, dass er gerade dabei ist, sein drittes Album anzukündigen.
„Bildet Banden“ erscheint am 14. August. 13 Songs, entstanden in einem kleinen Dorf in Portugal, weit weg von Deutschland – aber mit dem Kopf trotzdem dort. Das Album ist ein Aufschrei gegen Rechtsruck, Ohnmacht und Gleichgültigkeit. Und gleichzeitig ein Aufruf: Findet euch. Vernetzt euch. Bildet Banden.
Der Mensch hinter dem Manifest
Wer Marlos Musik kennt, kennt seine Haltung. Keine sachten Metaphern, keine Hintertüren. Seine Wut singt er in Großbuchstaben in die Welt. Was man vielleicht nicht erwartet: den Pfadfinder, der Bella Ciao am Lagerfeuer gespielt hat. Den, der Wonderwall noch nie richtig kannte, weil er als Kind nur Hiphop mit seinem Papa gehört hat. Den, der morgen seinen ersten ADS-Diagnosetermin hat – und das ganz nebenbei erwähnt, als würde er über das Wetter reden.
Marlo Grosshardt ist politisch, ohne belehrend zu sein. Nachdenklich, ohne schwer zu werden. Und überraschend lustig.
Vom Instagram-DM zum Kindheitstraum
Auf „Bildet Banden“ findet sich mit „Timeline“ ein Feature, das nach außen hin unwahrscheinlich klingt: Marlo Grosshardt und Rapper Audio88. Wie das zustande kam? Mit einer Portion Naivität, einem fertigen Song – und einer Instagram-Nachricht. Was daraus geworden ist und was der Song ihm bedeutet, erzählt Marlo im Interview.
Das ganze Interview
Was er mit 18 als erstes gemacht hat, sobald er durfte. Welche Serie er als Teenager heimlich geguckt hat. Warum Reinhard Mey gerade sein größter Inspirationsquell ist. Und was er sagen würde, wenn er 20 Minuten vor einem großen, durchmischten Publikum reden dürfte. Jetzt das komplette Interview auf YouTube ansehen.
Am Ende des Gesprächs sagt Marlo etwas, das so simpel ist, dass es fast zu einfach klingt: Kauft Musik. Physisch. Kommt auf Konzerte. Seid laut. Bildet Banden. Keine große Geste, kein Appell mit erhobenem Zeigefinger. Nur ein Musiker, der weiß, wofür er das alles macht.
„Bildet Banden“ erscheint am 14. August. Die Tour startet im September – unter anderem in Berlin, Hamburg und Köln.









