Yasola: neue Single „BERGAB BERGAUF“ über ein Wir, das nicht enden will
Am 09. Oktober hat die Aachener Singer-Songwriterin Yasola ihre neue Single „BERGAB BERGAUF“ veröffentlicht. Nach dem Dopaminrausch vom verliebten Vorgänger „CHERRY COLA“ folgt erstmal der Reality Check: ein Song über eine toxische Beziehung, zu der es eigentlich nichts mehr zu sagen gibt. Trotzdem kann man nicht ganz voneinander lassen und es treibt einen immer wieder zur schlechteren Hälfte zurück.
Vielleicht ist das Weitermachen gegen jede Vernunft manchmal ehrlicher als jeder saubere Schlussstrich, den wir uns nach einer Trennung so gerne und so schnell selbst einreden. Dafür jedoch mit Sicherheit weniger hilfreich. Wie nah ihr neuer Track trotzdem geht, hört ihr am besten direkt selbst:
Zarte Stimme, harte Zeilen
Musikalisch setzt „BERGAB BERGAUF“ auf eine eingängige Pop-Melodie, über die Yasola ihre zarte, fast zerbrechlich wirkende Stimme legt, die sie definitiv einzusetzen weiß. Die Zeile „Wir ziehen uns immer wieder an, wir ziehen uns immer wieder aus“ wiederholt sie fast wie ein Mantra, als müsse sie sich selbst jedes Mal daran erinnern.
Die Doppeldeutigkeit, die sich durch den ganzen Track durchzieht, ist dabei der eigentliche Kern des Songs. Ständige Anziehung und das damit einhergehende Ausziehen beschreiben hier gleichzeitig Begehren und Nähe sowie das ewige Hin und Her zweier Menschen. Im zweiten Teil wird der Track auf einmal unplugged und driftet in leichte Autotune-Flächen ab, wodurch Songzeilen, wie „Ich bin immer noch verliebt“ noch ungeschützter wirken als zuvor.
Ein Licht am Ende des Tunnels?
Yasola weiß in diesem Song genau, dass das Licht am Ende des Tunnels nur eine Reflexion ist und mehr nicht. Und trotzdem rennt sie mit Anlauf immer wieder in dieselbe Richtung. Im Song selbst ist sie schon bis zur Einsicht gekommen, dass die Beziehung keinen Sinn mehr hat, bis dann doch die Gefühle überhand bekommen und es auf ein Wiedersehen hinausläuft: „Nur wohin soll’s führen/ hast recht, lass lieber lassen/ aber komm erst nochmal zu mir“. Es ist kein Ende in Sicht.
Das klingt nicht nach Verklärung einer kaputten Beziehung, sondern nach dem Eingeständnis, dass Gefühle selten so vernünftig funktionieren, wie Ratgeber und Freund*innen es gerne hätten. Jedoch wird den Gefühlen hier trotzdem jedes Mal aufs Neue nachgegeben. Es ist eben manchmal nicht so einfach, wie alle sagen.
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