Mel D veröffentlicht neue Single „Orange“ mit bittersüßer Metapher
Wir nehmen das Süße und entfernen das Bittere. Bei Mel D ist das nicht nur ein Bild fürs Orangenschälen, sondern fürs Menschsein. Die Züricher Musikerin veröffentlichte am 9. Oktober ihre neue Single „Orange“ via Two Gentlemen.
Sie erschien auch als limitierte 7″-Vinyl mit 300 Stück. Die B-Seite bringt am 28. Oktober einen Remix von DJ Real Madrid. Sie ist auch jetzt im Okober bei der Tour von Black Sea Dahu Support.
Eine Orange, zwei Perspektiven
Mel D singt von jemandem, der geschält wird. Schicht für Schicht, bis nur der süße, leicht konsumierbare Teil übrig bleibt. Schale, Haut, Kerne: alles weg. Klingt für mich nach einem Song über Projektion und Begehren, über das, was wir einander antun, wenn wir nur sehen wollen, was uns passt.
Mel D erkennt sich auf beiden Seiten: als die Orange und als die Person, die schält. Sie selbst sagt: „Ich war schon die Orange, ich war aber bestimmt auch schon die Person, die schält.“
Sound, der nachglüht
Eine große Melodie, die sofort hängen bleibt. Federnde Rhythmen, warmer Bass, elektronische Texturen. Mel D legt Stimme über Stimme, verdichtet den Song Schicht für Schicht.
Die Ambivalenz von „Orange“ ist sein stärkster Punkt. Nach ihrem Debütalbum „Young Bones“ richtet Mel D den Blick stärker nach außen, auf Nähe, Intimität und die seltsamen Kräfte, die zwischen uns wirken. Emotional warm, leuchtend, verführerisch. Und genau deshalb ein bisschen gefährlich. Wart ihr auch schon mal die Orange oder die Person mit dem Messer?
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