Josienne Clarke veröffentlicht analoges Album „Far From Nowhere“

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Josienne Clarke hat mit „Far From Nowhere“ ein Album veröffentlicht, das so nah und ungeschönt klingt wie selten zuvor. Entstanden in einer abgelegenen Hütte in den schottischen Highlands, aufgenommen fast komplett analog und oft in nur einem Take, ist das Album ein bewusstes Gegenstück zu glatt produzierten Studioaufnahmen.

Clarke verzichtet auf digitale Nachbearbeitung und setzt stattdessen auf Raum, Atem und hörbare Spuren des Moments. Hier wird nichts versteckt oder kaschiert – Unebenheiten sind Teil des Konzepts. Diese Entscheidung wirkt nicht wie eine Geste, sondern wie ein Ausdruck von Haltung: Musik, die nicht beeindrucken will, sondern einfach existiert.

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Reduktion als Haltung

Clarke beschreibt das Musikmachen für dieses Album als einen Akt des Rückzugs – eine bewusste Verlangsamung. „Far From Nowhere“ klingt danach: ruhig, konzentriert, fast intim. Songs wie „Tiny Bird’s Lament“, „Dreams of Sleep“ oder „A Slow Burn“ leben von kleinen Bewegungen, vom Zögern, von Momenten, in denen die Stille selbst Teil des Sounds wird.

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Man hört den Raum, das Rauschen, das Atmen – und damit auch die Grenzen des Menschlichen. Dass Clarke während der Aufnahmen an einer Bronchitis litt, verleiht den Songs zusätzlich Tiefe. Sie klingen dadurch nicht geschwächt, sondern echt. Unterstützt wurde sie dabei von Murray Collier, mit dem sie ohne große Vorbereitung arbeitete – einfach drauflos, ohne Plan, aber mit Vertrauen in den Moment.

Film, Tour und Haltung

Begleitet wird das Album vom Kurzfilm „Deluded“, bei dem Alec Bowman_Clarke Regie führte. Er zeigt dokumentarisch, wie „Far From Nowhere“ entstanden ist – nicht als Hochglanzproduktion, sondern als ehrliche Momentaufnahme. Der Film läuft aktuell auf Festivals und wird während Clarkes UK-Tour im Oktober gezeigt, bevor er am 30. November offiziell erscheint.

Für Josienne Clarke ist dieses Projekt mehr als ein musikalischer Schritt. Es ist ein Versuch, Nähe und Verletzlichkeit wieder hörbar zu machen – in einer Zeit, in der vieles zu perfekt klingt. „Far From Nowhere“ ist deshalb kein nostalgischer Rückgriff, sondern ein Statement: Musik darf atmen, stolpern, sich Zeit nehmen.