letters to you und A Rose’s Diary: Split-EP „When emo meant friendship on Myspace era“ erinnert an die 2000er

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Zwei Projekte aus Bayern, die sich in den 2000ern in der deutschen Emo-Szene bewegten, haben sich nach Jahren für eine gemeinsame Split-EP zusammengetan. Toni von letters to you und Jonathan Gutmann von A Rose’s Diary lernten sich Mitte der 2000er in Ansbach kennen – beide tief verwurzelt in der damaligen Subkultur mit schwarzer Kleidung, dunklen Haaren und lackierten Fingernägeln. Myspace war damals die Plattform, die diese Szene zusammenhielt und prägte. Nach Jahren ohne regelmäßigen Kontakt trafen sich die beiden 2024 wieder, hörten ihre alte Musik und beschlossen, eine Split-EP zu veröffentlichen.

Die EP trägt den Titel „When emo meant friendship on Myspace era“ und erschien am Donnerstag via GHOST PALACE/Cargo. Sie enthält insgesamt sechs Songs: „Prologue“, „Coming Home“, „Breathe In | Breathe Out“, „Leave For Good“, „Homecoming“ und „Isolated“. Das Material wurde von Daniel Benyamin und Toni in Thessaloniki, Griechenland, neu gemastert. Die EP ist als Hommage an 20 Jahre Freundschaft und an eine Zeit gedacht, in der Emo mehr als nur ein Musikgenre war – es war eine Lebenseinstellung und ein soziales Netzwerk.

Die Geschichte hinter den Projekten

A Rose’s Diary existierte von 2006 bis 2009 als akustisches Emo-Singer-Songwriter-Duo, gegründet von den Brüdern Jonathan und Tobias Gutmann in Mittelfranken. Als Jonathan Gutmann nach Frankfurt zog, wurde daraus sein Soloprojekt. In ihrer aktiven Zeit veröffentlichten sie zwei LPs, zwei EPs und zwei Split-EPs. letters to you war ein Trio aus Ingolstadt, das 2008 gegründet wurde und bis 2014 bestand.

Das Projekt war bekannt für seinen ruhigeren, akustischen Stil und veröffentlichte vier EPs. Außerdem waren sie auf verschiedenen Compilations vertreten, darunter Listen Up, Kids!! Vol. 11 und Heart Circle. Sie arbeiteten mit René Arbeithuber und Chris Neuburger von der Band Slut zusammen.

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Emo im Jahr 2025

Die Split-EP ist mehr als nur eine Reunion – sie dokumentiert eine Ära, die für viele Musiker*innen prägend war. Die Myspace-Zeit wird oft verklärt, aber für Toni und Jonathan Gutmann war sie offensichtlich bedeutsam genug, um nach über einem Jahrzehnt wieder gemeinsam Musik zu veröffentlichen.

Die sechs Songs auf der EP bieten einen Einblick in den Sound, der damals in kleinen, aber engagierten Szenen gepflegt wurde. Ob die EP bei der heutigen Hörer*innenschaft ankommt oder hauptsächlich nostalgiehungrige Fans der damaligen Zeit anspricht, wird sich zeigen. Erschienen ist „When emo meant friendship on Myspace era“ jedenfalls zur richtigen Jahreszeit.

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