„Alles gelöscht!“ – Wie ein Laptop-Crash FRISOs neue Songs veränderte
Mit seiner zweiten EP „Luft zum Atmen“ wagt sich FRISO noch ehrlicher und direkter in seine Innenwelt als zuvor. Im Gespräch mit Greta erzählt der Hamburger Künstler, weshalb das Scheitern oftmals der bessere Weg zu einem Neuanfang sein kann, welche Verbindung zwischen Mac Miller und dem Outro seiner Platte besteht – und warum es vollkommen in Ordnung ist, sich für einige Stunden zurückzuziehen und abzuschalten. Anders als bei seiner Debüt-EP „10m²“, die im Ausland entstanden ist, wurde die neue Musik diesmal komplett in seiner Heimatstadt Hamburg produziert.
Wir haben uns einfach eingeschlossen und einen ganz normalen Alltag nachgestellt – mit gemeinsamen Kochen, regelmäßigen Pausen und freien Tagen, erklärt FRISO, der schnell bemerkte, dass seine kreativen Höhenflüge manchmal weniger Struktur benötigen als gedacht. Besonders auf der persönlichen Ebene wirkt „Luft zum Atmen“ wie ein innerer Neustart – ein Platz schaffen, durchatmen und sich selbst wieder finden, wie er es selbst beschreibt.
Zwischen Studiomagie und Studiofrust
Die neuen Songs leben von kleinen Vocaldetails, vielen Spuren und feinen Zwischentönen. Der eigene Anspruch, dass alles genauso klingen muss wie es sich im Kopf anfühlt, führt allerdings auch zu inneren Konflikten und kreativen Herausforderungen – ich verliere mich manchmal in Details, höre dann zehnmal einen winzigen Ton und bin trotzdem nicht zufrieden mit dem Ergebnis, gesteht der Musiker im Gespräch.
FRISO findet seinen nötigen Rückhalt bei engen Freunden und seinem Produzenten SOMA, doch ausgerechnet ein kaputter Laptop entwickelte sich überraschend zum entscheidenden Wendepunkt – wir haben plötzlich alles verloren und mussten dadurch nochmal komplett neu an die Songs herangehen, was sich am Ende als genau der richtige Weg herausstellte. Tracks wie „Weit weg“ oder „Geek“ verdanken ihre besondere Atmosphäre genau diesen magischen Momenten, die beim allerersten Take im Studio entstehen – Augenblicke, an denen FRISO auch dann festhält, wenn der gesamte Rest drumherum noch einmal neu gedacht und arrangiert werden muss.
EP als Selbstgespräch – mit und ohne Publikum
Inhaltlich ziehen sich Zweifel, Rückzug und Neustart wie ein roter Faden durch die sieben Songs. Vor allem „Sad Songs Winter“ stellt für FRISO ein besonders persönliches Herzstück dar – entstanden in einer Phase der Schreibblockade und kreativen Frustration. Ich saß einfach allein da, draußen hat es geschneit, ich war total frustriert mit meiner Situation, und dann kam diese Zeile wie aus dem Nichts zu mir, erinnert sich der Künstler. Obwohl immer wieder Vergleiche mit anderen Artists aufkommen und sich hartnäckig halten, positioniert sich FRISO ganz klar – ich möchte nicht wie irgendjemand anders klingen, sondern einzig und allein wie ich selbst.
Die Live-Erfahrungen seiner letzten Tour haben ihm eine wichtige Erkenntnis gebracht – manche Songs entfalten auf der Bühne eine völlig andere Energie als im Studio, und genau das fühlt sich für mich absolut richtig an. Im Winter 2025 geht die Reise weiter mit neuen Städten auf der Tourplanung, mehr Shows für die Fans und mehr Raum zum Durchatmen für den Künstler selbst.
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