Heidi Curtis bringt einen lauten Titeltrack „Summon“ zur neuen EP raus
Was treibt eine Musikerin an, wenn der Selbstzweifel lauter wird als die eigene Stimme? Heidi Curtis fragt sich im Songwriting-Prozess, ob sie als Frau in der Musikwelt vielleicht zu laut oder zu groß auftritt. Gerade dieser innere Konflikt macht ihre neue Single Summon zu mehr als nur einer weiteren Indie-Rock-Nummer. Die britische Singer-Songwriterin aus der Region Newcastle verwandelt die Unsicherheit in eine Hymne, die genau das Gegenteil beweist.
Summon erschien gestern, am 25. September 2026, via AWAL und ist zugleich der Titeltrack ihrer gleichnamigen EP, die am 20. November folgt. Das dazugehörige Musikvideo, das Heidi Curtis gemeinsam mit Jay Davison inszenierte, ist ebenfalls ab sofort online.
Sound, der Mut beweist
Der Song trägt eine direkte Ansprache mit einem leichtfüßigen Rock-Feeling, das Vergleiche zu Bonnie Tyler und Grace Potter weckt. Die Produktion wächst stetig, die Gitarren schieben sich in den Vordergrund, und Heidi Curtis‘ eindringliche Stimme trägt die Geschichte einer inneren Stärke. Die Lyrics kreisen um das Beschwören von Mut in Situationen, die einschüchtern, um das Standhalten im Sturm mit erhobenem Haupt. „When I go out tonight, I’ll put a new head on my shoulders“, singt sie, als würde sie sich selbst eine neue Identität überstreifen.
Hinter dem selbstbewussten Sound der Single steht ein Prozess des Wiederentdeckens. Heidi Curtis sagt, das Schreiben von Summon habe sie an eine Stärke erinnert, die sie vergessen hatte, und sie ermutigt, Musik mit größerer Intensität zu machen. Diese Entwicklung scheint folgerichtig nach einem Sommer voller hochkarätiger Support-Shows.
Vom Vorprogramm zur eigenen Stimme
Curtis trat in den letzten Monaten unter anderem im Vorprogramm von Florence + The Machine, Lewis Capaldi und Self Esteem auf. Auch Mumford & Sons, The War On Drugs, Rachel Chinouriri und Wunderhorse gehörten zu ihren Bühnenpartner*innen, im Frühjahr begleitete sie Holly Humberstone auf Tour.
Zuletzt stand sie vergangene Woche beim Reeperbahn Festival in Hamburg auf der Bühne. Im Herbst geht die Musikerin erstmals mit eigener Headline-Tour durch Großbritannien, ein Schritt, der die These des Songs unterstreicht. Die Frage bleibt offen: Ist die größte Herausforderung für Künstler*innen wirklich das Publikum?Oder der eigene Zweifel, der vor jedem Auftritt neu beschworen werden muss?
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