A Purple Sky im Interview: Von VideoGames inspirierter Modern Metal
Mit ihrem zweiten Album „Rise“ erzählen A Purple Sky die Geschichte einer zerstörten Welt, die mühsam wiederaufgebaut wird. Das Trio aus Marliina, Basti und Dänzel machen Musik, die dem mit Modern Metal zuzuordnen ist und schaffen damit ein dystopisches Universum, das von Games wie „Fallout“ und „The Last of Us“ inspiriert ist.
Dabei gehen sie bewusst den Weg der Selbstfinanzierung und haben dadurch absolute kreative Freiheit. Im Interview sprechen sie über synthetische Soundlandschaften, die Kraft der Hoffnung in unsicheren Zeiten und darüber, warum sie lieber jeden Aspekt ihrer Band selbst in die Hand nehmen.
Für uns ist Aufgeben keine Option. Wir nutzen diese eine Chance, die wir haben, und glauben stets an die Verwirklichung unserer Träume, ein besseres Morgen und dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen.
Der lilafarbene Himmel als Symbol des Aufbruchs
BANDUP: Ihr seid zu dritt und bringt ziemlich unterschiedliche musikalische Hintergründe mit. Was bringt jede*r von euch in die Band ein, dass A Purple Sky ohne diese Person nicht wäre?
A Purple Sky: Basti kreiert durch sein Know-how im Producing und durch seine Erfahrungen in der Filmmusik atmosphärische Klanglandschaften. Somit produziert und prägt er unseren Sound. Marliina treibt das Projekt voran und bringt Struktur in den chaotischen Band-Alltag.
Zusammen mit Dänzel schreibt Marliina Lyrics und Konzepte für Social Media und die Musik von A Purple Sky. Dänzel ist unser „Schweizer Taschenmesser“.
Nein, er kommt nicht aus der Schweiz, aber er ist sehr versiert darin zu fotografieren, 3D zu animieren und sich gesanglich mit einzufinden. Darüber hinaus sind wir drei sehr versierte Musiker, die verschiedenste Instrumente bedienen und alles, was sie können, in ihre Songs stecken.
BANDUP: Wie ist euer Bandname „A Purple Sky“ entstanden und was verbindet ihr heute persönlich mit einem „lila Himmel“?
A Purple Sky: Unser Bandname wurde von einem Lied inspiriert. Für uns ist der mystische lilafarbene Himmel ein Symbol des Aufbruchs und des Anbruchs einer neuen Chance, nach der wir nur greifen müssen. Er steht für Hoffnung und dafür, dass Träume grenzenlos sind.
Wie würdet ihr die zerstörte Welt von „Rise“ wiederaufbauen?
BANDUP: Euer zweites Album „Rise“ widmet sich dem Wiederaufbau einer zerstörten Welt. Stellt euch vor, die Welt von „Rise“ wäre tatsächlich passiert und ihr würdet morgen dort aufwachen: Was wäre das Erste, das ihr verändern oder wieder aufbauen würdet?
A Purple Sky: Wir würden gemeinsam nach anderen Menschen, einer Community suchen, diese aufbauen und helfen, wo wir können. (Einschub Marliina: Eventuell Thomann plündern…)
BANDUP: Was habt ihr bei dem Album anders gemacht als bei eurem Debütalbum und warum habt ihr euch dazu entschieden, ein Konzeptalbum daraus zu machen?
A Purple Sky: Bei unserer ersten EP „Journey, Pt.1″ sind die meisten Songs gemeinschaftlich während Bandproben entstanden. Diesmal haben wir uns Zeit genommen, die Songs im Studio durchzuproduzieren.
Wir sind alle drei Fans von story-reichen Games und Filmen. Ein Konzeptalbum in einem kontinuierlichen Universum, das eine eigene Welt aufbaut und eine Meta-Geschichte erzählt, war daher ein Selbstläufer für uns.
Mehr als nur Modern Metal
BANDUP: Games wie „Fallout“, „The Last of Us“ oder „Horizon Zero Dawn“ waren wichtige Inspirationen für „Rise“. Was genau inspiriert euch an diesen Spielen und wie findet sich dieser Einfluss über die inhaltlichen Themen hinaus auch musikalisch in den Songs wieder?
A Purple Sky: An den genannten Games faszinieren uns die Themen, wie sich nach dem gesellschaftlichen Zusammenbruch oder auch einer verheerenden Katastrophe die Menschheit wieder zusammenfindet und sich neu aufbaut.
Unsere Songs beinhalten nicht nur typische Strukturen und Themen, wie man sie im Modern Metal wiederfindet, sondern bauen über stereotypische Grenzen hinaus eine cineastische Atmosphäre auf, die ihre eigene Geschichte erzählt.
Dazu nutzen wir vor allem synthetische, aber auch klassische Elemente aus der Filmmusik, wie Synthesizer und Ambience sowie orchestrale Elemente, um eine dystopische Klanglandschaft zu erzeugen.
BANDUP: „Wir leben in einer unsicheren Zeit, dürfen aber nicht aufhören, an das Morgen zu glauben“, hast du mal gesagt, Dennis. Auch in eurem Album entscheidet ihr euch bewusst für Hoffnung statt Resignation. Was bedeutet Hoffnung für euch persönlich und wie schafft ihr es, daran festzuhalten?
A Purple Sky: Wir haben nur diese eine Welt und wahrscheinlich auch nur dieses eine Leben. Die Hoffnung aufzugeben bedeutet, dies hinzuwerfen.
Für uns ist Aufgeben keine Option. Wir nutzen diese eine Chance, die wir haben, und glauben stets an die Verwirklichung unserer Träume, ein besseres Morgen und dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen.
„Musik kennt kein Gender“
BANDUP: Der Metal war lange eine sehr männlich geprägte Szene, gleichzeitig stehen immer mehr Frauen im Zentrum großer Bands, wie beispielsweise Emily Armstrong bei Linkin Park. Wie erlebt ihr diesen Wandel selbst und wo merkt ihr noch, dass alte Strukturen bestehen?
A Purple Sky: Ich bin Sängerin, seit über zehn Jahren tätig in diesem Bereich und habe mich nie anders behandelt oder weniger respektiert gefühlt als meine männlichen Kollegen. Wir sind Musiker und unsere Fertigkeiten sprechen für sich.
Musik kennt kein Gender. Ich fühle mich von der Frage daher nicht angesprochen, bzw. kann diese nicht beantworten.
Unabhängigkeit durch Selbstfinanzierung
BANDUP: Ihr finanziert A Purple Sky komplett selbst. Was ist eine Sache an eurem Band-Alltag, die Außenstehende wahrscheinlich unterschätzen, wenn sie nur das fertige Album sehen und warum habt ihr euch trotzdem bewusst für diesen Weg entschieden?
A Purple Sky: Als selbstorganisierte, selbstfinanzierte Band liegt wirklich JEDES Detail und jede Entscheidung in unseren eigenen Händen. Das bedeutet auch, dass wir immer wieder unseren Horizont erweitern müssen und neue Skills erlernen.
Zum Beispiel haben sich Dänzel und Basti für unsere Visualizer-Musikvideos das Animieren und Gestalten mithilfe von Blender, einem Animationsprogramm, beigebracht. Wir sind drei sehr kreative und tatkräftige Köpfe.
Diesen Weg zu gehen, ermöglicht uns genau diese kreative Freiheit auszuleben, uns selbst im Projekt verwirklichen zu können, die Entscheidungsfreiheit bei wichtigen organisatorischen Fragen zu behalten und unsere individuellen Stärken optimal einsetzen zu können. Wir genießen unsere Unabhängigkeit.
BANDUP: Ihr habt mit eurer Crowdfunding-Kampagne gerade sehr konkret erlebt, dass Menschen bereit sind, eure Musik mitzutragen. Gab es eine Reaktion oder einen Moment aus der Kampagne, der euch besonders hängen geblieben ist?
A Purple Sky: Wir waren wirklich positiv überrascht, wie viel Rückhalt uns unsere (aktuell noch) kleine, aber wachsende Community gegeben hat. Besonders haben wir uns darüber gefreut, dass von der kleinsten Unterstützung bis hin zum größten Supporter Bundle alles ausgeschöpft wurde.
Alles in allem fühlen wir uns in unserem Weg bestärkt und sind sehr motiviert aus dem Crowdfunding rausgegangen. Viele Menschen drehen aktuell jeden Euro um, durch die Umstände, die wir aktuell in Deutschland haben. Dass TROTZ dieser Umstände so viel Rückhalt da ist, hat uns enorm motiviert und bestärkt.
Musikempfehlungen von A Purple Sky
BANDUP: Und zu guter Letzt: Welchen Song oder Artist würdet ihr unserer Community aktuell gern ans Herz legen?
A Purple Sky: Basti: Am 30.10. kommt das neue Album von Northlane heraus. Die Gruppe hat sehr geprägt, wie ich unser Album produziert habe. Checkt sie aus! Darüber hinaus sind die Solo-Künstler Plini und Nick Johnston immer einen Listen wert.
Dänzel: Synthwave-Pioniere wie Kavinsky, Carpenter Brut und Perturbator, die das ganze heutige Synthwave-Movement für mich geprägt haben, kann ich immer empfehlen.
Marliina: Ich höre in meiner Freizeit nicht viel Musik, wenn dann immer wieder meine alten Playlists mit Billy Talent, Limp Bizkit und vielem mehr. Aber was ich euch wärmstens empfehlen kann, sind meine Schülerin NeLA mit ihrer ersten Single SHE (auch auf YouTube mit Musikvideo) und unser Live Drummer Joni mit seiner Gruppe Mein Kopf ist ein brutaler Ort.
Gewinnspiel
BANDUP verlost auf Instagram zwei Vinyls des Albums “sunny side up/:down” von jolle.








