Remi Wolf veröffentlicht Album Mud: Mikrofone in der Küche statt großer Ideen
Remi Wolf hat am 9. Oktober ihr drittes Studioalbum „Mud“ veröffentlicht, erschienen über Island Records. Elf Songs sind drauf, darunter die bekannten Singles „Twiggy“, „Bottle“ und „I Won’t Cry“. Den letzten spielte sie am Abend vor dem Release bei „Jimmy Kimmel Live!“, danach folgten zwei kleine Shows in Los Angeles und New York City.
Wer die nächste Farbexplosion erwartet, liegt daneben. Das Spannendste an „Mud“ ist, wie bewusst Remi Wolf nach „Juno“ und „Big Ideas“ auf weniger setzt. Was ihr diese Platte bedeutet, zeigt ihr Instagram-Post zur Ankündigung, in dem sie „Mud“ ihre Heilerin, ihre Familie und ihr „blood, sweat and tears“ nennt.
Mikrofone in der Küche, Remi Wolf am Schlagzeug
Die ersten Sessions fanden in Nashville statt, das Herz des Albums schlug aber bei einem Retreat in Big Bear. Dort war Remi Wolf mit ihrem langjährigen Kollaborateur Jared Solomon und einer kleinen Runde aus Jack DeMeo, Jamie McLaughlin und Gigi Grombacher. Tagsüber wurde geschrieben, abends zusammen gegessen, und die Mikrofone wanderten quer durch die Küche.
Remi Wolf nennt diese Runde ihre „family band“. Ein Songtitel wie „Jamie“ klingt für mich nach einem Gruß an Jamie McLaughlin. Später in den Electric Lady Studios in New York und zum Schluss in Joshua Tree spielten alle live im selben Raum ein, Remi Wolf oft selbst am Schlagzeug.
Elf Songs wie ein langer Abend am Küchentisch
Wer die Songtitel liest, landet gedanklich schnell wieder am Esstisch in Big Bear: „Bottle“, „Champagne“ und „Wine Drunk“ stehen neben „Covered In Mud“ und „Yellow Rose“. Ich vermute, dass der Albumtitel genau dieses Erdige meint, also Dreck an den Schuhen statt Glitzer auf der Jacke. Kurz gesagt: weniger Kostüm.
Nach Jahren im Dauerlauf aus Tour, Schreiben und Aufnehmen dreht Remi Wolf die Lautstärke runter und lässt Platz, und das braucht mehr Mut als jedes weitere Feuerwerk. Mit „The Mud Tour” geht es ab Dezember zunächst nach Australien und ab Februar 2027 durch Nordamerika. Deutschland-Termine sind bislang leider nicht angekündigt, wir halten euch aber auf dem Laufenden, falls sich das ändert. Mehr Küchentisch, weniger Konfetti: Feiert ihr die geerdete Remi Wolf, oder vermisst ihr heimlich schon das Chaos von „Big Ideas”?
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