CHRIS im Interview Über Tagebuch-Songs, The Voice und seine neue Single „ALLES“
CHRIS aus Berlin macht Musik, die sich teilweise anfühlt wie ein offenes Tagebuch. Nach seinem Durchbruch bei „The Voice of Germany“ hat der Artist seinen eigenen Weg gefunden und schreibt über alles, was ihn bewegt. Mit seiner neuen Single „ALLES“ erzählt er von einer Verbindung, die zur falschen Zeit kam.
Im Interview spricht CHRIS auch über seine Anfänge, den Moment, in dem ihm klar wurde, dass Musik sein Leben ist, und warum er seine Songs als Therapie begreift. Außerdem verrät er, welche internationalen Künstlerinnen auf seiner Wunschliste stehen und dass in Sachen Features vielleicht schon bald etwas passieren könnte.
Ich möchte, dass jeder sich mit meiner Musik identifizieren kann und deshalb ist es mir wichtig vor allem das runter zu schreiben, was mich gerade beschäftigt. Ein bisschen so als würde man neben mir sitzen und zusammen Tagebuch schreiben und lesen.
BANDUP: Du hast schon früh angefangen, Musik zu machen. Gab es jemanden, der dich dazu inspiriert hat, oder woher kam der Wunsch, Musiker zu werden?
CHRIS: Ja, genau, tatsächlich so früh, dass ich mich eigentlich gar nicht mehr richtig daran erinnern kann. Mein Kindergarten, in dem ich früher war, war schon sehr musikalisch, und meine Mama hat Gitarre gespielt. Deshalb war schon früh klar, dass ich gerne Musik machen möchte, in welcher Form auch immer.
BANDUP: Du warst bei „The Voice of Germany“ und hast alle Juror*innen sofort überzeugt. Was hat sich danach bei dir geändert und wie hat es deine musikalische Laufbahn beeinflusst? Was hast du in der Zeit musikalisch dazugelernt?
CHRIS: The Voice war eigentlich der Grundstein meiner Musikkarriere, weil ich da bemerkt habe, dass ich in meinem Leben eigentlich nichts anderes mehr machen kann außer Musik, nachdem ich auf der Bühne dort war. Ich weiß es noch sehr genau, welch ein Gefühl es war, als die große Band angefangen hat zu spielen, und ich wusste: „Du musst deinen Job direkt kündigen“.
Mir war aber da noch nicht klar, in welcher Art ich Musik machen würde, ob eigene oder einfach als Party-Cover-Song-Sänger. Mir war es nur wichtig, Musik als Beruf auszuüben. Gerade in Hinsicht auf Performance und das Adrenalin unter Kontrolle zu bringen, habe ich dort sehr gelernt. Ich erinnere mich gerne an die Zeit mit Naomi van Dooren zurück, sie hat mich damals vieles gelehrt in dieser Zeit als Vocal- und Bühnen-Coach.
Was sollen Menschen bei deiner Musik fühlen?
BANDUP: Du schreibst sehr emotionale Lieder. Man nennt dich auch „Tagebuch-Artist“. Was möchtest du, dass die Menschen bei deiner Musik fühlen?
CHRIS: Ja, tatsächlich kann ich mich mit dem Gedanken des Tagebuch-Artists auch sehr identifizieren. In einem Tagebuch fühlt man sich ja sehr wohl und zuhause. Man wird nicht verurteilt, egal welche Seite man von sich zeigt, und man darf fühlen, wie man eben gerade fühlt. Genau das möchte ich, dass die Menschen dieses Gefühl bei meiner Musik haben. Ein Gefühl von Heimkommen.
BANDUP: Musik wird oft als Ventil benutzt, um Emotionen rauszulassen oder besser ausdrücken zu können. Inwiefern hilft der Songwriting-Prozess beim Verarbeiten von Emotionen und Gefühlen?
CHRIS: Keine Frage, es hilft sehr. Musik ist für mich Therapie und ich verarbeite alles, was ich erlebe, in Songs.
Bist du stilistisch angekommen?
BANDUP: Du hast vor fast genau drei Jahren deine erste Single „SAG WAS“ veröffentlicht. Würdest du sagen, du bist stilistisch angekommen? Was hat sich seit der Zeit bei dir auf musikalischer Ebene verändert?
CHRIS: Ja, ich bin mittlerweile stilistisch angekommen, aber würde nicht unbedingt sagen, dass ich für immer beim selben Stil bleibe. Gerade in den letzten Jahren habe ich mitbekommen, wie schnell man sich weiterentwickelt, und das sollte man auch. Wichtig ist es, glaube ich, Musik zu machen, die einem selbst gefällt, und solange das an erster Stelle ist, ist man, glaube ich, immer „angekommen“.
BANDUP: Kannst du dir vorstellen, irgendwann mal ein neues Genre oder eine andere Sprache auszuprobieren?
CHRIS: Um ehrlich zu sein, habe ich total Lust, mal Songs auf Englisch zu schreiben. Aber da möchte ich auch noch nicht zu viel vorwegnehmen.
Worum geht es in „ALLES“?
BANDUP: In deiner neuen Single „ALLES“ geht es um eine Person, mit der die Chemie stimmt, aber der Zeitpunkt für eine Beziehung einfach nicht passt. Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich gerade auch in solch einer Situation befindet?
CHRIS: Ich glaube, es ist in solch einer Situation sehr, sehr wichtig, auf sein Herz zu hören. Man kann alles schaffen, auch wenn es ein Klischee ist, aber „Communication is Key“.
BANDUP: Wie kam es zur Entstehung von „ALLES“? Woher nimmst du Inspiration für deine Stories, über die du singst?
CHRIS: Tatsächlich ist alles, was ich schreibe, mir oder Personen in meinem nahen Umfeld passiert. Daher sind alle Songs, die ich schreibe, immer aus meinem Leben geschrieben.
Mit wem würdest du gerne zusammenarbeiten?
BANDUP: Du hast bis jetzt noch keinen Feature-Gast auf deinen bisherigen Singles gehabt. Wenn du eines Tages jemanden zum Musik machen dazuholen würdest, wer wäre es und warum? Und mit wem würdest du gerne mal zusammenarbeiten?
CHRIS: Ich möchte hier noch nicht zu viel verraten, außer dass dahingehend vielleicht etwas passieren wird… Zusammenarbeiten würde ich sonst super gerne einmal mit RAYE oder Rosalía, beides sind beeindruckende Künstlerinnen, und ich glaube, da würde etwas Besonderes entstehen. Aber auch mein derzeitiger Lieblingskomponist Judah Earl, den hätte ich gern mal in einer Session dabei.
BANDUP: Und zu guter Letzt: Welchen Song oder Artist würdest du unserer Community aktuell gern ans Herz legen?
CHRIS: Meine drei Favorite Artists aktuell sind: NESS, Cameron Whitcomb und, da ich ja ein Fan von klassischer Musik bin, liebe ich derzeit auch den Komponisten Judah Earl!

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