Connor Skinner im Interview: „Ich bin nur ein Junge vom Lande“

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Connor Skinner ist 22 Jahre alt, kommt aus einem Dorf mit knapp hundert Einwohner*innen in der Nähe von Manchester und veröffentlicht erst seit etwas mehr als einem Jahr Musik. Doch seine Karriere nimmt bereits jetzt Fahrt auf.

Im Interview spricht Connor über den emotionalen Ausgangspunkt seiner Songs, darüber, wie ihn seine ländliche Herkunft geprägt hat und warum er sich bewusst gegen das Aufsetzen einer Persona entschieden hat.

Er erzählt von seinem Auftritt bei „Inas Nacht“ mit „Die Toten Hosen“, von seiner ersten Headline-Tour durch Deutschland Anfang 2027 und davon, warum Musik für ihn nie ein Hobby war, sondern immer ein Weg zu entkommen. Authentisch, roh und ohne Umschweife.

Das folgende Interview wurde aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

Ich höre gerne die Geschichten anderer Menschen, das inspiriert die Art, wie ich schreibe.

BANDUP: Deine Fangemeinde wächst gerade rasant, besonders über Social Media. Wie gehst du damit um, dass immer mehr Menschen deine intimsten Gedanken und Gefühle hören, und verändert das etwas an der Art, wie du deine aktuellen Songs schreibst?

Connor Skinner: Ich höre gerne die Geschichten anderer Menschen, und das inspiriert die Art, wie ich schreibe.

Gleichzeitig habe ich das Gefühl, eine starke Verbindung zu meinen Leuten gefunden zu haben, deshalb möchte ich das Rad nicht neu erfinden.

Für mich geht es darum, echte Gefühle in echte Musik zu packen und zu hoffen, dass die Menschen sich auf ihre eigene Art damit verbinden. Wenn Menschen sich selbst in den Songs wiederfinden, ist das für mich das Wichtigste.

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Die Geschichte hinter „Let Me Go“

BANDUP: „Let Me Go“ ist deine vierte Single und erzählt die Geschichte einer Liebe, die zu schmerzen beginnt, weil keiner der beiden den Mut hat, loszulassen. Was war der emotionale Ausgangspunkt für diesen Song, und wann wurde dir klar, dass das die Geschichte war, die du erzählen wolltest?

Connor Skinner: Es gab nicht wirklich einen bestimmten Moment, aus dem die Emotion kam.

Ich habe langsam gemerkt, dass ich mich immer wieder in diesen Hin-und-her-Situationen mit Menschen wiederfinde, egal ob es sich um ein Familienmitglied, einen Freund oder jemanden handelt, den man liebt.

Beide wissen, dass man wahrscheinlich nicht gut füreinander ist, aber irgendetwas hält einen trotzdem davon ab, loszulassen. Dieses Gefühl, zu wissen, dass etwas enden muss, aber nicht den Mut zu haben, es tatsächlich zu tun, war wirklich der Ausgangspunkt für den Song.

Immer weiter am experimentieren

BANDUP: All deine Singles handeln von Liebe, Sehnsucht, Schmerz und Abhängigkeit, klingen musikalisch aber sehr unterschiedlich. Wie entwickelst du deinen Sound, mit wem arbeitest du zusammen, und würdest du sagen, dass du deinen persönlichen Sound bereits gefunden hast?

Connor Skinner: Ich finde, es gibt so viele verschiedene Arten, über Liebe zu sprechen und ich versuche, all die verschiedenen Gefühle einzufangen, die damit einhergehen. Das Schöne, den Schmerz, die Sehnsucht, die Abhängigkeit, alles.

Ich glaube nicht, dass ich meinen persönlichen Sound gefunden habe und ich bin mir nicht sicher, ob ich das jemals werde. Vielleicht hören andere Menschen einen bestimmten Sound und sagen, das ist mein Sound, aber ich experimentiere immer weiter.

Was auch immer sich im Moment richtig anfühlt und was hilft, das Gefühl des Songs zu übertragen – nicht nur durch den Text, sondern auch durch die Musik, ist das, was mich am meisten interessiert.

BANDUP: Diesen Sommer hast du „My Pain“ bei „Inas Nacht“ performt, wo du auch gemeinsam mit „Die Toten Hosen“ aufgetreten bist. Wie war es für dich als relativ neuen Künstler, plötzlich vor einem so großen Publikum aufzutreten, und hatte der Auftritt Auswirkungen auf dich oder deine Karriere?

Connor Skinner: Ich habe diese Erfahrung absolut geliebt. Einfach da zusammen mit Campino und „Die Toten Hosen“ zu stehen, war wirklich cool.

Das sind so großartige Typen und ich bin wirklich dankbar, dass Ina mich ausgewählt hat Teil der Show zu sein. Es war verrückt, mit solch großartigen Musikern die Bühne zu teilen.

Es war aber auch definitiv nervenaufreibend. Besonders als relativ neuer Künstler plötzlich vor so einem riesigen Publikum die Bühne mit einigen meiner Idole zuteilen, aber ich glaube, das hat mir gutgetan.

Es hat viel zur Charakterbildung beigetragen und meine Widerstandsfähigkeit gefördert. Danach hatte ich außerdem jede Menge wirklich positives Feedback von Leuten, die die Show gesehen hatten. Das war großartig.

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Wie fühlt es sich an, auf erste eigene Headliner- Tour zu gehen?

BANDUP: Anfang 2027 gehst du auf deine erste Headline-Tour durch Deutschland. Wie fühlt sich dieser Schritt für dich an, und was möchtest du deinen Hörer*innen live auf der Bühne zeigen, das in den aufgenommenen Songs vielleicht nicht ganz rüberkommt?

Connor Skinner: Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal sagen könnte, dass ich auf meine erste Headline-Tour gehe. Es fühlt sich einfach wie eine große Erleichterung an, dass ich endlich meine eigene Musik für Menschen performen kann.

Ich möchte die Leute wirklich in meine Welt mitnehmen und eine richtige Show abliefern, aber gleichzeitig relativ intim bleiben. Ich habe das Gefühl, die Locations haben genau die richtige Größe dafür.

Es geht darum, die Leute in Connor Skinners Welt mitzunehmen, nicht nur durch die Musik, sondern auch dadurch, mit Leuten zu sprechen, Hörer*innen und Fans zu treffen und diese Verbindung im Raum zu haben. Ich freue mich wirklich darauf.

Kleine Heimat, große Neugier

BANDUP: Du kommst aus einem Ort mit einer Straße, einem Pub, einer Tankstelle und „wenig Gefühl für einen Weg hinaus“. Hat dieser Ort dich als Künstler geprägt, und denkst du manchmal darüber nach, wer du geworden wärst, wenn du woanders aufgewachsen wärst?

Connor Skinner: Ich denke die ganze Zeit darüber nach. Ich glaube nicht, dass ich am Ende Musik gemacht hätte, wenn ich nicht auf dem Land aufgewachsen wäre.

Es gab einfach nicht viel zu tun, besonders während Corona. Also wurde Musik zu etwas, in das ich mich richtig reinstürzen konnte. Ich glaube, von einem so kleinen Ort zu kommen, hat mich auch wirklich neugierig auf alles außerhalb davon gemacht.

Jetzt gibt mir das Erkunden neuer Orte, Städte und das Treffen neuer Menschen jede Menge Inspiration für das, worüber ich schreibe und wie ich Musik mache.

Also dachte ich mir, scheiß drauf, ich bring’s mir einfach selbst bei.

BANDUP: Du hast einmal gesagt, dass es bei Musik für dich nie darum ging, eine Persona aufzusetzen, sondern eher darum, zu entkommen. Eine alte Gitarre, ein verstimmtes Klavier, ein selbstgebautes Schlagzeug. Kannst du dich an den Moment erinnern, in dem dir zum ersten Mal klar wurde, dass Musik für dich mehr als nur ein Hobby war?

Connor Skinner: Ich erinnere mich an den Moment, als ich meinen ersten richtigen Song schreiben wollte und merkte, dass ich niemanden um mich herum hatte, der die Instrumente spielen oder das übersetzen konnte, was ich fühlte.

Also dachte ich mir, scheiß drauf, ich bring’s mir einfach selbst bei. Ich fing an Klavier, Schlagzeug und Gitarre zu lernen, ebenso wie das Singen, weil ich in der Lage sein wollte, das Ganze von Anfang bis Ende selbst zu erschaffen.

Natürlich wollte ich mit anderen Leuten zusammenarbeiten, aber zu dem Zeitpunkt hatte ich niemanden um mich herum, mit dem ich das machen konnte, also musste ich es selbst herausfinden. Das war wahrscheinlich der Moment, in dem mir klar wurde, dass es mehr als nur ein Hobby wurde.

Vorbilder und Wunschfeature

BANDUP: Du wirst oft als Teil einer neuen Generation von Künstler*innen beschrieben, die lieber die Wahrheit erzählen, als perfekte Geschichten zu erschaffen. Wer sind deine Vorbilder oder Künstler*innen, die dich in dieser Herangehensweise inspiriert haben und gibt es jemanden, mit dem du gerne einmal zusammenarbeiten würdest?

Connor Skinner: Ich finde, Sombr ist so ein cooler Typ. Er ist komplett er selbst, er ist witzig, authentisch und macht die Dinge einfach auf seine eigene Art. Das respektiere ich wirklich.

Teddy Swims ist noch so einer für mich. Ich finde, er ist ein großartiges Beispiel dafür, wie schnell sich das Leben durch Musik verändern kann, aber auch dafür, dass er nicht einfach irgendein 20-Jähriger war, der aus dem Nichts auftauchte.

Er hat ein Leben gelebt und das hört man in seiner Stimme. Ich liebe, wie authentisch er ist, wie roh seine Stimme ist und die Art, wie er das in seine Musik einbringt. Und seine Band ist auch verdammt gut.

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Ich würde gerne einmal mit Chris Stapleton arbeiten. Ich habe diese rauere Seite von Country-Musik immer geliebt und ich glaube, unsere Stimmen könnten wirklich gut zusammenklingen. Sein Songwriting und die Seele, die er in seine Musik bringt, sind Dinge, die ich wirklich bewundere, also ja, das wäre schon etwas Besonderes.

BANDUP: Zum Schluss: Welchen Song – ob deinen eigenen oder von einem anderen Künstler – würdest du unseren Leser*innen gerade jetzt empfehlen, und warum?

Connor Skinner: „It’s Only Love“ von Bryan Adams und Tina Turner. Keine Erklärung nötig!

Künstler*innen: