August August veröffentlichen neue Single „Anfang“ aus Album „Futur 3″
Das Hamburger Indie-Duo August August veröffentlichte am 4. September 2026 mit „Anfang“ eine Single, die klingt, als würde gleich alles zusammenbrechen oder gerade erst möglich werden. Denn Kathrin Ost und David Hirst wissen, dass nicht jeder Neuanfang ein Versprechen ist, sondern oft nur ein Schritt ins Ungewisse mit sehr vielen offenen Fragen. Der Song eröffnet ihr kommendes drittes Album Futur 3, das am 13. November 2026 erscheint, und bringt gleich zu Beginn ein zentrales Paradoxon auf den Punkt: Was, wenn die eigene Vision berechtigt ist, aber trotzdem zerbrechlich bleibt?
„Anfang“ ist eine Auseinandersetzung mit Veränderung als Risiko, nicht als Erfolgserzählung. Die Refrainzeile „Die Grenzen stehen fest und du bist nur einen Schritt davon entfernt, zu weit zu gehen und von vorne anzufangen“ macht deutlich, dass dieser Song den Moment vor der Entscheidung meint, nicht den danach. Der Track dreht sich um das Zögern, die Unvollständigkeit und die Frage, ob man sich trotz fehlender Garantien überhaupt in Bewegung setzen darf.
Grunge, Dreampop und die Frage nach Mut
Musikalisch verdichten August August diese innere Spannung in einem weit geöffneten Gitarrensound, der Indie-Rock, Grunge und Dreampop zusammenbringt. Die Arrangements atmen frei, lassen Raum für Kathrin Osts markante Stimme und ihre präzise Sprache, während die Band die Ambivalenz des Textes hörbar macht: Verletzlichkeit trifft auf Vorwärtsdrang, Nachdenklichkeit auf Energie.
Für Futur 3 arbeiteten August August erstmals mit Peter „Jem“ Seifert, einem Produzenten und Toningenieur, dessen Karriere tief in der deutschen Gitarrenmusik verwurzelt ist und der mit Acts wie Liquido, Miles, Monta, Madsen, Virginia Jetzt! und Jennifer Rostock gearbeitet hat. In seinem Black Sheep Studio in Neuss öffnete Seifert für das Duo einen neuen Gestaltungsraum, in dem Gitarrenenergie, Detailarbeit und emotionale Unmittelbarkeit zusammenfinden.
Wenn Zögerlichkeit nicht das letzte Wort hat
Mit „Anfang“ stellt das Duo dem Druck auf Eindeutigkeit eine andere Haltung entgegen: Nicht alles muss fertig gedacht, abgesichert oder erfolgsgarantiert sein, bevor man loslegt. Auch ein „unvollständiges Angebot“ kann ehrlich sein, auch ein vorsichtiger Schritt kann eine Bewegung auslösen, schreiben sie in den Lyrics. Der Song erzählt davon, dass Veränderung immer ein Versuch bleibt und dass die Entscheidung, sich trotz aller Vorbehalte in Bewegung zu setzen, vielleicht mutiger ist als jede fertige Vision.
August August verhandeln mit einem zutiefst humanistischen Grundverständnis, wie das neoliberale Hamsterrad unser Leben heiß- und leerlaufen lässt, und bringen zugleich jene Momente zum Leuchten, die sich jeglicher Verwertungslogik entziehen. Mit „Anfang“ knüpfen sie an ihre bereits veröffentlichte Single „Ich hoffe du weinst“ an und öffnen zugleich ein neues Kapitel: Eine Zukunft, die nicht versprochen wird, sondern Schritt für Schritt erst entstehen muss. Hört ihr lieber Songs, die vom Mut zur Veränderung erzählen, oder solche, die das Zögern und die Zweifel nicht verschweigen?
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