Deine Familie veröffentlicht “Film”: Großes Kino für die Ohren?

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Deine Familie veröffentlichte gestern 16. Oktober 2026 die neue Single „Film“. Hinter dem Namen steckt eine Band aus Wien, die sich bei New Wave, NDW, Art Rock und Pop zu Hause fühlt. Jakob, Joost, Joy und Dominik spielen, manchmal ist auch Lili dabei, und den Text hat Jakob Faedler geschrieben.

Auf dem Papier ist „Film“ ein Trennungssong, doch der Satz, der hängen bleibt, ist eher eine Hausregel fürs Kino. Wer hier einschläft, hat nichts verloren, denn er darf noch einmal rein. Zur Veröffentlichung gab es am Donnerstag auch parallel eine Release-Show im G5 in Wien, bei der Deine Familie nach Tim Townes und Blechkasten als letzte Band des Abends auf die Bühne ging.

Zu spät zur Vorstellung

Los geht es mit einer Hektik, die alle kennen. Du bist noch nicht richtig wach, rennst schon los und kommst trotzdem viel zu spät zu dem Film, den ihr eigentlich zusammen schauen wolltet. Kurz darauf liegt jemand ewig wach, träumt mit offenen Augen und wartet aufs Einschlafen, bis endlich der Vorhang aufgeht.

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Der Refrain dazu lautet „Wer den Film verschläft, darf ihn dann nochmal sehn“, und er zieht sich durch den ganzen Song. Dazwischen wachen zwei Menschen auf, lachen viel zu laut und denken sich das Ende einfach selbst aus. Danach ändert sich eine Kleinigkeit: Aus „Und wer“ wird mehrmals hintereinander „Nur wer“, und ich lese das so, dass die Erlaubnis plötzlich zur Bedingung wird.

Draußen regnet es

Dann folgt die Fortsetzung, und die spielt draußen. Es ist Nacht, es regnet, die andere Person hat keinen Mantel mitgebracht, und das Ich gesteht, dass es ohne sie weitergeht. Der Grund ist so simpel wie traurig: Das Ich kennt den Ausgang längst, weil es das Ende schon einmal allein gesehen hat, und manche Träume dürfen sich eben nie erfüllen.

Genau da löst sich der Widerspruch auf: Die Trennung ist echt, doch zum Schluss landet der Refrain wieder beim offenen „Und wer“. Ein Schlussstrich ist der Abspann also nicht. Man könnte „Film“ als kleinen Bruder von ihrer Single „Wir sind allein“ hören: dieselbe Einsamkeit, nur diesmal zu zweit im Kinosaal. Und jetzt ihr: Würdet ihr euch für die zweite Vorstellung extra schlafend stellen oder geht ihr nach dem Abspann ohne Mantel raus in den Regen?

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