Die neue EP „Superweak“: Superweak zeigen Indie-Pop ohne Druck
Die Debüt-EP „Superweak“ vom gleichnamigen Indie-Pop-Trio wirkt wie ein spontaner Nachmittag, der zufällig sieben Songs lang gehalten wurde. Superweak – bestehend aus Gaspar Narby sowie dem Schweizer Duo Express Therapy – hat seine Basis nicht in einem großen Studio, sondern in Jam-Sessions zwischen Porrentruy und London gelegt. Die EP zeigt, wie organisch ein Projekt klingen kann, wenn Freundschaft, Zeit und eine gemeinsame Vision aufeinandertreffen.
Die Mischung aus Lofi-Elektronik, melodischer Pop-Ästhetik und ruhiger Songwriter-Intimität sorgt dafür, dass die EP gleichzeitig leicht und emotional wirkt. Themen wie Unsicherheit, junge Liebe und still gelebte Verletzlichkeit ziehen sich wie ein feiner roter Faden durch die sieben Tracks, ohne zu schwer zu werden.
Geschichten aus den frühen Zwanzigern
Der Sound erinnert an Einflüsse wie Gorillaz, Glass Animals und Alex G – aber nicht im Sinne einer Kopie, sondern eher als lose Orientierung, die Raum für Verspieltheit lässt. Superweak nutzt kleine Alltagsmomente, um große Gefühle zu skizzieren, etwa wenn in „Mint Green Vespa Boy“ ein flüchtiger Sommermoment plötzlich Bedeutung bekommt. Auch „Sunny All The Time“ greift dieses Licht auf und liefert einen Song, der sonnige Wärme mit moderner, detailreicher Produktion verbindet.
Gleichzeitig zeigt die EP immer wieder, wie nah Humor und Melancholie in diesem Projekt beieinanderliegen. Die Lyrics wirken bewusst unprätentiös, manchmal fast beiläufig, aber genau darin liegt ihre Stärke: Sie spiegeln das Chaos der frühen Zwanziger so ehrlich, dass man sich selbst darin wiederfinden kann.
„Wasabi“ als emotionaler Drehpunkt
Mit „Wasabi“ steht ein Track im Zentrum, der das Konzept der EP besonders gut greifbar macht. Der Song verwandelt den schmerzhaften Moment einer unerwarteten Begegnung mit der*dem Ex in etwas Spielerisches – eine Art Pop-Selbsttherapie im besten Sinne. Post-Punk-Drums, Indie-Gitarren und digitale Synths treffen auf eine Hook, die zwischen Leichtigkeit und innerem Brennen balanciert.
Die EP insgesamt zeigt, wie sehr Superweak daran interessiert ist, Pop als offenen Möglichkeitsraum zu verstehen: kein Druck, kein Trend-Jagen, sondern ein intuitiver, neugieriger Ansatz. „Es fühlte sich an wie eine Rückkehr zu dem, was uns ursprünglich zur Musik gebracht hat“, sagt die Band – und genau dieses Gefühl trägt die EP hörbar. „Superweak“ ist eine Veröffentlichung, die zugänglich bleibt und gleichzeitig genug Tiefe bietet, um im Kopf zu bleiben.
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