Al Doum & The Faryds laden mit „Utopia I“ in sieben Minuten Trance ein
Das Mailänder Kollektiv Al Doum & The Faryds gibt mit „Utopia I“ einen weiteren Vorgeschmack auf ihr kommendes Album „Ipnagogico“, das am 23. Januar erscheint. Die zweite Single aus dem neuen Album zeigt die Band in einem ihrer intimsten und zugleich experimentellfreudigsten Momente. Nach der ersten Auskopplung „Arise I“ setzt das im Nordosten Mailands beheimatete Ensemble seinen Weg fort, der auf gemeinschaftlicher musikalischer Praxis basiert – ein kontinuierlicher Dialog zwischen inzwischen zehn Musiker*innen, die seit 2010 ihre ganz eigene Klangsprache entwickeln.
„Utopia I“ verkörpert die hypnagogische Idee des Albums auf besonders eindrückliche Weise: eine fragile Schwelle, an der sich Sounds öffnen und neu ordnen. Über knapp sieben Minuten entfaltet sich der Track als lange, hypnotische Bewegung mit scharfkantigen Gitarren, beweglicher Percussion und Bläsern, die zwischen Verführung und Irritation pendeln.
Zwischen Traum und Wachsein
Die Stimmen auf „Utopia I“ wirken wie magnetische Präsenzen, fast wie ein Sirenengesang, der das Stück ohne Bruch trägt. Sie erscheinen weniger als klassischer Gesang, sondern vielmehr als psychedelische Texturen, geprägt von Echos, analogen Delays und natürlichen Mischungen. Die erweiterte Bläsersektion öffnet dynamische, farbenreiche Räume und bewegt sich zwischen Postpunk-Energie und jazz-folk-exotischen Strömungen, während Gitarren träumerische Linien ziehen und Percussion rituelle, pulsierende Strukturen schafft.
Der Track steht in direktem Dialog mit seinem Schwesterstück „Utopia II“, das auf dem Album die Trajektorie erweitert und neu ausbalanciert. Das Artwork stammt von der Künstlerin Eleusi, die auch das gesamte grafische Konzept von „Ipnagogico“ verantwortet.
Im Guscio Recording Studio entstanden
Wie alle bisherigen Veröffentlichungen entstand auch „Ipnagogico“ im Guscio Recording Studio, dem kreativen Zentrum von Al Doum & The Faryds. Hier verschmelzen Proberaum-Jams, unterwegs eingefangene Ideen und live gewachsene Skizzen zu einem bewusst strukturierten, zugleich frei fließenden Gesamtklang. Der Albumtitel verweist auf den hypnagogischen Zustand zwischen Wachsein und Schlaf – eine Schwelle, die die Gruppe beim gemeinsamen Spielen durchschreitet, nicht als Flucht, sondern als Erweiterung ihrer Wahrnehmung.
Was einst in freier Improvisation und psychedelischen Klangexperimenten mit weltmusikalischen Einflüssen wurzelte, hat sich über die Jahre zu einer persönlichen, miteinander verflochtenen Klangsprache entwickelt. „Ipnagogico“ ist die sechste Veröffentlichung des Kollektivs und erscheint am 23. Januar 2026 via Black Sweat Records und La Tempesta Dischi.
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