Jannik Beck – „wort aus glas“: Eine Single über zerbrechliche Versprechen

von

Mit seiner neuen Single „wort aus glas“ thematisiert Jannik Beck das emotional aufreibende Hin und Her in modernen Beziehungen. Der Track bewegt sich wieder zwischen Indie-Rock und Indie-Deutschrap und erzählt von einer Verbindung, in der Nähe und Distanz ständig wechseln. Jannik Beck beschreibt dabei ein Szenario, das vielen bekannt vorkommen dürfte: Eine Person zeigt intensive Zuneigung, wirkt verbindlich und interessiert – nur um sich im nächsten Moment wieder komplett zurückzuziehen. Diese gemischten Signale und das daraus resultierende Gefühlschaos bilden den thematischen Kern des Songs.

Die Produktion unterstreicht diese emotionale Unbeständigkeit. Während die Verse von ruhigen, fast intimen Momenten erzählen – stundenlange Gespräche, gemeinsames Wachbleiben, Pläne für die Zukunft –, wird im Refrain deutlich, wie fragil diese vermeintliche Sicherheit war. Hier das Reel von dem Hamburger Sänger.

Wenn das Private plötzlich nichts mehr bedeutet

Jannik Beck singt über Worte, die Hoffnung machten, sich im Nachhinein aber als haltlos erwiesen haben. Besonders schmerzhaft wird es, wenn das, was privat bedeutsam schien, vor anderen plötzlich heruntergespielt wird. „Nicht so deep“ – diese Relativierung trifft hart und lässt Zweifel zurück, ob die gemeinsame Zeit überhaupt die gleiche Bedeutung hatte.

Rückblickend bekommen die Erinnerungen einen seltsamen Beigeschmack, als hätte man sie unterschiedlich ernst genommen. Der Bruch zwischen dem, was sich richtig anfühlte, und dem, wie es später dargestellt wird, zieht sich durch den gesamten Track. Diese Diskrepanz macht „wort aus glas“ zu einem ehrlichen Statement über Beziehungen ohne klare Verbindlichkeit.

Anzeige*

Loslassen, obwohl die Verbindung bleibt

Was den Song von typischen Herzschmerz-Tracks unterscheidet, ist die Ambivalenz des Loslassens. Die Beziehung ist zwar offiziell vorbei, doch die andere Person bleibt emotional präsent, verfolgt weiterhin das Leben des Protagonisten und hält auf seltsame Weise fest. Der 20 Jährige Jannik zeichnet damit ein realistisches Bild von Beziehungen ohne klare Grenzen – von Nähe ohne Verbindlichkeit, von großen Worten ohne echten Halt.

Der Hamburger Newcomer, der bereits seit seiner Grundschulzeit eigene Songs schreibt und seit August 2024 regelmäßig Musik veröffentlicht, zeigt mit diesem Track erneut seine Fähigkeit, komplexe Gefühlslagen ohne Filter in Worte zu fassen. Seine Musik lebt von genau dieser Authentizität und der Bereitschaft, verletzlich zu sein. Für alle, die selbst schon in solchen unklaren Situationen steckten, ist „wort aus glas“ ein nachvollziehbarer Track, der zwischen Indie-Rock-Elementen und Rap-Einflüssen eine gelungene Balance findet.

NEUstes Video

MEHR INFOS

Streaming
Artist-Page

Du möchtest weitere Beiträge zu Neuveröffentlichungen, Events und Musik-News lesen? Hier kannst du weiterstöbern.

Künstler*innen: