Taylor Swift: Disney+ startet neue Eras-Dokuserie – so intim war sie noch nie

Taylor Swift hat in den letzten Jahren eigentlich schon jeden Superlativ eingesammelt, der im Musikjournalismus existiert. Erfolgreichste Tour, größtes Streaming-Release, Popkultur-Phänomen, Wirtschaftstreiber – you name it.

Und jetzt setzt sie noch eins drauf: Mit „The End of an Era“ veröffentlicht Disney+ heute am 12. Dezember eine sechsteilige Taylor Swift Dokuserie, die so nah an die Entstehung der „Eras“-Shows heranzoomt wie kein Format zuvor. Damit wagt Taylor etwas, das es in dieser Form in ihrer Karriere – und auch im Popbereich allgemein – bisher kaum oder vielleicht sogar noch nie gab: eine vollständige, episodische Backstage-Chronik, die nicht nur den fertigen Bühnengiganten zeigt, sondern den Weg dorthin. Mit all seinen Höhen und Tiefen.

Wurde ja auch Zeit, oder? Wir reden hier schließlich von einer Tour, wegen der Städte sich auf kurze Dauer umbenannt haben – looking at you, „Swiftkirchen“, formerly known as Gelsenkirchen.

Eine Serie wie ein Tourbuch – nur wesentlich dramatischer

Sechs Episoden, immer zwei pro Woche – genau so dosiert, dass wir Zeit haben zu verdauen, was wir da eigentlich sehen. Die Erwartung ist klar: Jede Folge ein eigenes Kapitel, ein eigener Backstage-Blick, ein eigener „Ach deswegen hat sie das so gemacht“-Moment.

Und genau hier wird der Unterschied zum Eras-Konzertfilm entscheidend. Der Film war eine 1:1-Wiedergabe der fertigen Show: perfekt poliert, dramaturgisch klar, komplett darauf ausgelegt, das Konzertgefühl ins Kino zu übertragen – ein Dokument des Ergebnisses. Aber eben nicht des Prozesses, der dorthin geführt hat.

„The End of an Era“ funktioniert deshalb wie der Follow-up, den wir nie offiziell bekommen haben, aber immer wollten. Während der Film uns also die fertige Vision gab, zeigt die Serie die Entstehung dieser Vision: das Chaos, die Kompromisse, die Magie, die Entscheidungen, die Zweifel – und all das, was nie auf der Bühne gelandet ist.

Der Film hat uns staunen lassen. Die Serie erklärt, warum dieses Staunen überhaupt möglich war.

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Neben Taylor selbst treten auch Menschen auf, die die Eras Tour maßgeblich mitgeprägt haben – und die man in dieser Offenheit selten sieht. Gracie Abrams, Sabrina Carpenter, Ed Sheeran, Florence Welch und sogar Swift’s (mittlerweile) Verlobter Travis Kelce teilen persönliche Einblicke und ihre Einflüsse auf einen Popgeschichte-Moment, der längst jede normale Dimension gesprengt hat.

Ganz besonders interessant dürfte der Fokus auf ihre Tänzer:innen werden – viele von ihnen begleiten Taylor seit Jahren, tauchen in Musikvideos auf (zuletzt in „Fate of Ophelia” ) und haben sich neben der Bühne zu zentralen Erzähler:innen dieser Ära entwickelt. Sie sind nicht nur Hintergrund, sondern aktiver Teil der Show-DNA: Diejenigen, die jeden Übergang, jede kleine Geste und jedes Live-Risiko mittragen und oftmals auch, die eine Performance im letzten Moment retten, wenn etwas wackelt.

Dazu kommen Band, Crew und Familie – der komplette Mikrokosmos hinter 152 Shows, der sonst nur als Schatten hinter den LED-Wänden existiert.

So entsteht eine Art lebendiges Tourbuch, nur viel größer gedacht. Man sieht, wie Ideen geboren werden, wie Proben scheitern und wieder neu beginnen – und wie Taylor durch all das hindurch den Überblick behält. Oder zumindest so tut, als hätte sie ihn.

Für wen lohnt sich die Serie wirklich?

„The End of an Era“ erzählt, wie aus einer Idee ein weltweites Phänomen wurde, das selbst Nicht-Fans ratlos fasziniert hat. Natürlich, werden Swifties das Ding inhalieren wie eine neue „All Too Well“-Version. Aber die Serie kann weit mehr als nur Fanservice.

Für Musikfans: ein detaillierter Blick darauf, wie man eine Tour baut, die alle Erwartungen an Konzerte bisher sprengt.

Für Popkultur-Fans: endlich Kontext zu einem Hype, der die Popgrenzen völlig neu definiert hat.

Für Neugierige: die womöglich erste echte Chance zu verstehen, wie Taylor Swift tickt, wenn kein Scheinwerfer auf sie gerichtet ist.

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Für Skeptiker:innen: vielleicht genau die Antwort auf die Frage „Wie kann eine Person bitte so erfolgreich sein?“


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