Dylan John Thomas veröffentlicht neue Single „Come and Get It“
Kann ein Song, der mit einem Riff vom Klavier beginnt, dann auf die Gitarre übersetzt wird und am Ende wie Dance-Musik der 1990er-Jahre klingt, tatsächlich über Glauben und innere Zerrissenheit handeln? Bei Dylan John Thomas passt das alles zusammen. Seine neue Single „Come and Get It“ überrascht mit einem Rhythmus und filigranem Fingerpicking, das direkt aus einem Folk-Handbuch stammen könnte.
Die Single erscheint am 28. August 2026, pünktlich zum Auftritt des schottischen Songwriters auf The Grid, der Hauptbühne des Leeds Festivals. Parallel dazu verschiebt sich der Release-Termin seines zweiten Albums „Nothing Here Worth Taking“ vom 25. September auf den 9. Oktober 2026. Das Album erscheint via Believe Music und bringt Dylan John Thomas im September auch zum Reeperbahn Festival nach Deutschland, bevor er im Herbst wieder verstärkt auf Tour geht.
Wenn 90s-Rave auf Bluegrass-Picking trifft
Der Song fusioniert zwei Welten, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören. Dylan John Thomas erzählt, dass das Riff ursprünglich am Klavier entstand und nach Dance-Musik der 1990er-Jahre klang, bevor er es auf die Gitarre übertrug. Dabei bekam der Bass plötzlich mehr Raum, während das Fingerpicking die typische Direktheit seines Songwritings beibehielt.
Diese Kombination ergibt einen Sound, der gleichzeitig nostalgisch und unmittelbar wirkt, ohne sich einer Seite vollständig zu verschreiben. Textlich geht der Song tiefer, als der tanzbare Rhythmus vermuten lässt. Die Zeilen „I know you want it / So come and get it / And in the morning / I’ll forget it“ kreisen um die Widersprüche des jungen Erwachsenenalters, insbesondere rund um Glauben und Beziehungen. Dylan selbst beschreibt es als Auseinandersetzung mit inneren Spannungen, die entstehen, wenn man noch dabei ist herauszufinden, wer man eigentlich sein möchte.
Vom Klavier-Part zum Fingerpicking-Experiment
Die musikalische Entwicklung von Dylan John Thomas lässt sich bis zu Johnny Cashs „Ring of Fire“ zurückverfolgen, das er über die „Tony Hawk“-Videospiele entdeckte. Von dort führte ihn der Weg zu den Beatles, Paul Simon und Leonard Cohen, später kamen Lindsey Buckingham und Mark Knopfler als Inspirationsquellen für Fingerpicking hinzu. Auf „Nothing Here Worth Taking“ verbindet er diese Einflüsse mit Bläsern, Blues, Banjo und Klavier zu einem Album, das sich Zeit nehmen durfte.
Anders als sein selbstbetiteltes Debütalbum aus dem Jahr 2024, das größtenteils unterwegs entstand, ließ Dylan die Songs dieses Mal zu sich kommen und nahm sie auf, sobald sie bereit waren. Die Aufnahmen entstanden erneut in den Magic Box Studios, gemeinsam mit Scotty Anderson von The Snuts. Dylan schrieb alle zehn Stücke selbst und spielte den Großteil der Instrumente ein. Also, mal ehrlich: Kann ein Song gleichzeitig zum Tanzen und Nachdenken einladen, ohne dabei zerrissen zu wirken?
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