Gloria de Oliveira veröffentlicht „Sacred Hearts“ – Single mit brennendem Herz
Wenn die eigene Wahrnehmung jahrelang zweifeln musste und das Herz trotzdem wieder Feuer fängt, entsteht eine Spannung, die weder reine Euphorie noch pure Angst ist. „Sacred Hearts“ fängt diese paradoxe Gleichzeitigkeit ein, wenn sich Verliebtheit wie ein „blood rush“ anfühlt und das Verlangen zugleich überwältigend und beängstigend wird. Was, wenn das, was sich so richtig anfühlt, nur eine weitere Illusion ist?
Die dritte Single aus dem kommenden Album „The Lying Swans“ ist heute am 6. Oktober 2026 via La Double Vie und Cargo Records erschienen. Produziert wurde der Song von Randall Dunn, der auch schon mit Anna von Hausswolff und Marissa Nadler zusammengearbeitet hat. Das Musikvideo, gedreht und inszeniert von der preisgekrönten türkischen Filmemacherin Seda Kaçak, spielt in Hamburgs St. Pauli und zeigt London-Schauspielerin Mona Najma als Hommage an die Verbindung zwischen Frauen.
Shoegaze, Herzschlag und 1980er-Jahre-Melancholie
Die Gitarren haben einen fast mittelalterlichen Charakter, während Matt Chamberlains Drumming kurzzeitig an Kate Bushs „Running Up That Hill“ erinnert, bevor es in den eigenen Rhythmus des Songs verfällt. Tiefe Streicher verleihen dem Arrangement Gewicht. Gloria de Oliveira singt mit einem zarten Zittern, das an Elizabeth Fraser erinnert, mit einer klassischen Haltung, die durch die Intimität ihres Vortrags aufgeweicht wird.
Die Lyrics kreisen um das katholische Bild des brennenden Herzens Christi, das die Künstlerin seit ihrer Kindheit fasziniert. „I am certain of nothing but of the holiness of the heart’s affections“, zitiert Gloria de Oliveira John Keats und fragt sich, wie es sich anfühlt, sich dieser Zuneigung und Sehnsucht trotz Angst hinzugeben.
Warum Verliebtheit manchmal wie eine Flucht aus einem Spukhaus wirkt
„The Lying Swans“, das dritte Album der deutsch-brasilianischen Künstlerin, erkundet diese Thematik wie ein gotisches literarisches Werk, das von dem Bild einer Frau ausgeht, die aus einem Spukhaus flieht. Das Album ist ein neunteiliger oneirischer Zyklus, der Giallo-Filmmusik, Bossa Nova und den griechischen Mythos von Leda referenziert. Aufgenommen wurde es zwischen Island, New York und Berlin, mit einer beeindruckenden Reihe von Musiker*innen, darunter Cellistin Gyða Valtýsdóttir von Múm und Ambient-Ikone Tor Lundvall.
Das zentrale Thema bleibt: Wie lernt man, wieder zu vertrauen, nachdem Betrug die Wahrnehmung verzerrt hat? „Sacred Hearts“ liefert keine einfache Antwort, sondern hält die Frage offen, ob das Feuer, das das Herz entflammt, heilig oder zerstörerisch ist. Vielleicht ist es beides gleichzeitig. Das Album „The Lying Swans“ erscheint am 30. Oktober 2026.
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