mathi veröffentlicht EP „Die kleinste Stadt“: Wut auf das Schweigen daheim

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mathi veröffentlicht heute seine EP „Die kleinste Stadt“ über corner company. Im Fokus steht die Single „ALLES WAS ICH HASS“. Geschrieben und komponiert hat der Berliner Newcomer sie zusammen mit Produzent Stephan Heusser, und es geht um ein Gefühl, das viele kennen: der eigenen Heimat fremd zu werden.

Meine These: Die Wut in diesem Song gilt weniger der Kleinstadt selbst als dem Schweigen, das dort zwischen den Leuten hängt. Das Musikvideo dazu hat Creative Director Can Wagener umgesetzt, Béla König führte Regie und stand selbst hinter der Kamera. Vor der Linse sind neben mathi auch Moritz Glöckner und Emma Dörmann zu sehen.

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Warum mathi auf einen Streit wartet

Die erste Strophe sitzt über tiefen Bässen mit der Familie im selben Zimmer, und keiner sagt ein Wort. Das Ich rechnet mit einem Fragenhagel, hält sich die Hand vor die Augen und hofft, dass endlich jemand zu streiten anfängt. Dann platzt die Hook.

Am nächsten am EP-Titel ist eine Zeile aus der zweiten Strophe: „Dass so eine kleine Stadt zwischen uns passt“. Man könnte das so lesen, dass die kleinste Stadt gar kein Ort auf der Karte ist, eher der Riss quer durch eine Familie. Ein AfD-Plakat auf Augenhöhe, eine Trennung, ein gestürzter Held aus der Kindheit: Mehr Politik braucht mathi nicht, um zu zeigen, wie fremd sich Heimat anfühlen kann.

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Neun Quadratmeter und eine S-Bahn

Vor vier Jahren zog mathi aus der Hamburger Vorstadt in Schleswig-Holstein nach Berlin, seit 2024 macht er Musik. Seine ersten Lieder hat er einfach hochgeladen. Seine Songs entstehen an einem alten E-Piano in einem neun Quadratmeter kleinen WG-Zimmer, vor dessen Fenster alle fünf Minuten die S-Bahn vorbeischeppert.

Seit 2025 steht er auch live auf der Bühne, unter anderem im Vorprogramm von JAS, TJARK herbst, MilleniumKid und Lovis. Für mich ist genau das der Kern: Wer rausmusste, merkt beim Heimatbesuch, dass die Distanz mitfährt, und hasst am Ende vor allem, dass keiner darüber redet. Und ihr so: Fahrt ihr an den Feiertagen entspannt nach Hause, oder sitzt ihr auch lieber still im Zimmer und wartet auf den Abspann?

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