Christian Cohle veröffentlicht düstere Single „Venus“ – Liebe als Spinnennetz
Christian Cohle singt über eine Liebe, die man nicht abschütteln kann, selbst wenn man jahrelang vor ihr davonläuft. Mit seiner neuen Single „Venus“ die am 31. Juli veröffentlicht wurde, greift der irische Sänger, Songwriter und Produzent die römische Göttin der Liebe auf und zeigt sie nicht als romantische Idealfigur, sondern als stille, unheimliche Naturgewalt, die einen langsam einfängt wie ein Spinnennetz. Was wie eine mythologische Referenz beginnt, entwickelt sich schnell zu einer intensiven Reflexion über emotionale Abhängigkeit und die Frage, warum manche Menschen noch Jahre später einen Teil des eigenen Inneren besetzen.
Der Song entstand während einer improvisierten Session mit einem VoiceLive-Vocal-Prozessor, als sich die Zeile „Venus, you’re my everything“ fast von selbst formte. Von dort aus baute Christian Cohle eine düster-atmosphärische Produktion, getragen von hypnotischen Beats (Alex Reeves / Elbow), eindrucksvollen Saxophon-Performances seines Freundes Renaud Gabriel Pion und einer Stimmung, die sich immer wieder zwischen Hingabe und Kontrollverlust bewegt.
Liebe als Spinnennetz: schön, unheimlich und unmöglich loszulassen
Im Verlauf des Songs nimmt Venus zunehmend spinnenhafte Züge an: Sie jagt nicht aktiv, sondern zieht an, still und magnetisch. Zeilen wie „Venus‘ virtue she bites and bites“ oder „I kept your voice in a vial“ kreisen um das Gefühl, eine Person zu bewahren, zu verehren und sich ihr freiwillig hinzugeben, selbst wenn diese Liebe längst zu etwas Beunruhigendem geworden ist.
Der wiederkehrende Refrain „I’ll keep on running“ meint dabei keine Flucht im klassischen Sinn, sondern das paradoxe Gefühl, sich weiterzubewegen und doch emotional in der Schwerkraft einer Person gefangen zu bleiben, die einmal alles bedeutet hat. Auch musikalisch verdichtet „Venus“ viele Themen, die das kommende Album „Queen of Ashes“ prägen werden. Das Album wird am 16. Oktober 2026 erscheinen.
Mythologie trifft auf persönliche Erfahrung
Christian Cohle, bekannt für seine New-Romantic-Ästhetik, sein markantes schwarz-blaues Haar und seine tiefen, beinahe gesprochenen Vocals, zeigt mit „Venus“ erneut, wie er mythologische Figuren zur Projektionsfläche sehr persönlicher Erfahrungen macht. Liebe erscheint hier weder gut noch böse, sondern als etwas, das größer ist als man selbst.
Bereits mit früheren Singles wie „Oh It Must Be Nice“ oder „Living with Lucy“ deutete Cohle diese Richtung an, inspiriert von Künstler*innen wie Roxy Music, David Bowie, LCD Soundsystem und Talking Heads. Nun öffnet „Venus“ das nächste Kapitel und wirft die Frage auf: Kann man jemals wirklich vor jemandem davonlaufen, der einmal alles bedeutet hat, oder bleibt ein Teil von einem für immer in diesem unsichtbaren Netz gefangen?
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