Seko374 gewinnt O₂ Music Studio Tour: Im Interview über Sound und Vision

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Seko374 ist 20 Jahre alt und macht seit acht Jahren Musik. Sein Sound? Selbstbewusst auf den Punkt gebracht: GOAT. Der junge Künstler hat sich von Volksliedern über Xatar und Kurdo bis hin zu Elias, Kendrick Lamar und Michael Jackson durchprobiert und dabei seinen eigenen Style gefunden.

Musik war schon immer Teil seines Lebens, geprägt durch seinen Vater, mit dem er früh am Schlagzeug saß. Heute will Seko374 Kabinensound machen, der in Snipes und Footlocker läuft, der motiviert und einfach maximal geil ist.

Als Gewinner des „O2 Music Studio on Tour“- Wettbewerbs steht er jetzt vor einer besonderen Herausforderung: ein gemeinsamer Release mit Miksu/Macloud. Im Interview spricht er über seine musikalische Reise, die Künstler, die ihn geformt haben und darüber, was es bedeutet, als Fan plötzlich Partner zu sein.

Ich bin SEKO […] [und] meine Musik ist ganz einfach zu beschreiben: GOAT.

BANDUP: Wie bist du zur Musik gekommen und wie hast du den Hip-Hop/Rap für dich entdeckt?

Seko374: Musik war schon immer ein Teil von meinem Leben, auch wenn es eine Zeit lang unterbewusst und weniger aktiv war. Angefangen habe ich mit Volksliedern, dann hat sich meine Richtung aber relativ schnell in den Hip-Hop entwickelt.

Meine ersten Berührungspunkte mit deutschem Hip-Hop waren Xatar, Kurdo, Summer Cem und so weiter. Weil man sich damals vor allem mit diesen Künstlern identifizieren konnte.

BANDUP: Inwiefern beeinflusst deine Herkunft die Art, wie du Musik machst? Und wie sehr hat dich dein Vater dabei inspiriert?

Seko374: Auch das war eher unbewusst, dadurch dass mein Vater immer Musik gemacht hat und macht, kenne ich es quasi gar nicht anders. Ich hab damals schon Flöte gespielt und mit meinem Vater zusammen Musik gemacht, ich am Schlagzeug und er ALLES andere. Dann war es eine Zeitlang sehr still, bis ich mit dem Hip-Hop wieder aktiv zur Musik fand.

Wie fließt der King of Pop, Elias und Kendrick Lamar in deinen Sound ein?

BANDUP: Du nennst Michael Jackson, Elias und Kendrick Lamar als Einflüsse, drei sehr unterschiedliche Artists. Wie fließen diese verschiedenen Inspirationen in deine Musik ein und was nimmst du von jedem einzelnen mit?

Seko374: Von MJ habe ich gelernt beziehungsweise bewundere ich seine Bühnenperformance. So elegant und gleichzeitig einfach maximal fresh zu sein, ist nicht normal.

Die Art und Weise, wie er sich angezogen hat, wie er sich gezeigt hat in der Öffentlichkeit und WIE ER DIE MUSIK VERSTANDEN HAT. Ich sage bewusst nicht, wie er Musik gemacht hat, denn das kann und will ich gar nicht lernen. So wie er kann man einfach nicht werden.

Elias hat mir gezeigt, dass man auch richtigen Trap-Sound in Deutschland bringen kann und trotzdem dabei anders als die anderen ist. Für mich war er die größte Inspiration von allen. Kendrick hat mir gezeigt, wie vielseitig und flexibel Musik sein kann, aber irgendwie auch gleich.

Es kommt darauf an, was DU machst. Im Großen und Ganzen haben diese drei Künstler, aber auch zahlreiche andere Künstler wie ein Summer Cem zum Beispiel, mich als Künstler überhaupt geformt und zu dem gemacht, der ich heute bin.

Auf der Suche nach der eigenen Identität

BANDUP: Du machst seit acht Jahren Musik. Wie hast du dich, aber vielleicht auch dein Style, in den letzten Jahren verändert?

Seko374: Bei Musik ist das Schöne, es gibt kein Richtig und Falsch. Es ist nur falsch, wenn du es selber nicht fühlst. Das habe ich jahrelang gesucht. Ich habe viele Phasen durchlebt, sei es französisches Deep House, Gangster Rap oder philosophischer Rap mit sehr uniquen Beats.

Erst seit circa zwei Jahren habe ich mich gefunden und seit einem Jahr erst richtig. Wichtig ist einfach, das zu machen, worauf man selber Bock hat, und Spaß zu haben.

Zwischen Nike-Trackies und Rap-Kultur

BANDUP: Du beschreibst deinen Sound selbstbewusst als „GOAT“. Was genau macht für dich diesen Sound aus und wie würdest du ihn Hörer*innen beschreiben, die dich noch nicht kennen?

Seko374: Für mich beziehungsweise ich will, dass meine Musik in Läden wie Snipes, JD, Footlocker und so weiter gespielt wird. Ich möchte Kabinensound für Baller machen, der motiviert, aber auch einfach nur max geil ist.

Rap ist auch Kultur und meine Kultur sind freshe Nike Trackies, sportlicher Drip und einfach Baller sein. Wie ich meinen Sound beschreibe für jemanden, der ihn nicht kennt? Gar nicht. Man muss mich gehört haben, um es zu verstehen.

Ein Aufruf, zu leben statt nur zu überleben

BANDUP: Gerade passiert viel auf der Welt. Auch in Deutschland wird es immer wichtiger, Haltung zu zeigen. Wie stehst du dazu? Welche Geschichten und Themen möchtest du durch deine Musik sichtbar machen, und welche Verantwortung spürst du dabei?

Seko374: Um ehrlich zu sein, ist mir in meinem Leben nichts passiert. Ich mache Musik nicht, um Dinge zu verarbeiten oder sonst was. Ich habe viele Fragen, die nach Antworten suchen, und so was behandele ich auch sehr oft in meinen Liedern, die nicht von Seko, sondern Sergio sind.

Am Ende des Tages will ich als Künstler der jungen Generation weitergeben, zu leben und nicht zu überleben. Man lebt nur einmal und die Chance, einmal zu leben, ist sehr gering. Also sollte man jeden Moment genießen von dem Leben, das Gott einem geschenkt hat.

Es gibt oft Phasen und Momente im Leben, in denen man den Sinn hinter dem Leben und sich selbst hinterfragt, und das ist auch gut und okay so. Denn was wäre das Leben, wenn es immer nur schön wär?

Die schlechten Momente und Phasen sind dazu da, um die schönen noch mehr zu schätzen und zu genießen. Merkt euch einfach nur eins: Ein verlorener Kampf ist keine verlorene Schlacht. Wir fallen, um zu lernen, wie man aufsteht.

Seko374 als Gewinner der „O2 Music Studio on Tour“

BANDUP: Du hast als Gewinner des „O2 Music Studio on Tour“-Wettbewerbs einen gemeinsamen Release mit Miksu/Macloud gewonnen. Wie war es für dich, gemeinsam mit Miksu/Macloud zu produzieren? Und wie haben sich die letzten Wochen für dich angefühlt?

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Seko374: In dem Moment, wo ich die Frage beantworte, habe ich noch nicht mit Miksu/Macloud produziert, aber die letzten Wochen waren sehr krass für mich. Um ehrlich zu sein, realisiere ich das alles immer noch nicht ganz.

Wenn man bedenkt, dass ich als Fan mit Miksu/Macloud meinen ersten Berührungspunkt hatte und jetzt als Partner mit denen zusammenarbeiten darf, sind das Storys, die man aus dem Internet von Fußballern oder so kennt. So etwas zu erleben ist nicht selbstverständlich.

Viele Leute, denen ich das erzählt habe, konnten gar nicht nachvollziehen, was eigentlich passiert ist, und da war für mich klar, das ist wirklich nichts Selbstverständliches. Ich bin dankbar, dass gerade ich das alles erleben darf und hoffe, dass ich das auch noch ein bisschen länger darf.

BANDUP: Du hast gesagt: „Ich freue mich darauf, von ihnen zu lernen und eine Art von Musik kennenzulernen, die ich selbst vorher so noch nicht gemacht habe.“ Was denkst du, wirst du aus dieser Zeit mitnehmen?

Seko374: Ich glaube, die Phase, in der ich mich gerade befinde, wird sehr wichtig für meine Entwicklung als Künstler, aber auch als Mensch. In gewisser Weise lerne ich dadurch, selbstständig in jeglicher Hinsicht zu werden.

Ich denke, dass Miksu und Macloud mir einen Weg oder eine Art von Musik zeigen werden, die ich vorher gar nicht kannte oder verstehen konnte, weil mein Verständnis einfach noch nicht gut genug war. Mit denen zusammenarbeiten zu dürfen ist wie eine Tür zu einer neuen Stärke, die sich öffnet. Ich freue mich drauf.

Was kommt nach dem Release mit Miksu/Macloud?

BANDUP: Was erhoffst du dir von dem gemeinsamen Release und weißt du schon, wie es danach für dich weitergehen wird?

Seko374: Zum größten Teil will ich Spaß haben und lernen. Natürlich würde ich lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass ich hoffe, dass dieses Release einige Dinge verändert, aber am meisten möchte ich einfach nur lernen. Ich denke gar nicht drüber nach, wie es für mich weitergehen wird.

Ich denke, dass Gedanken an gewisse Szenarien keinen Sinn haben, wenn sie nicht zu 100 Prozent eintreten. Das, was kommt, kommt eben und ich mache einfach nur Musik. Es hat immer schon so funktioniert und geklappt und mir auch den Sieg geschenkt. Warum also ändern?

BANDUP: Und zu guter Letzt: Welchen Song oder Artist würdest du unserer Community aktuell gern ans Herz legen?

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Seko374: Ridgeclub. Diese Musik ist wie ein Matchday-Song für mich, das ist ein maximal motivierender Künstler.

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