Eden Bleak über „The Heavy Space Between Us“- so geht es weiter
Mit seiner neuen Single „Space Cadet“ taucht Eden Bleak tiefer denn je hinein in seinen Konzeptalbum „The Heavy Space Between Us“. Im Interview spricht der Künstler über den Entstehungsprozess zwischen Homestudio und nächtlichen Sessions, die Bilder im Kopf, die ihn beim Schreiben begleiten, und warum für ihn echte Musik vor allem im Unperfekten lebt. Außerdem gibt er Einblicke in kommende Singles, exklusive Inhalte auf seiner Website und was Fans vom zweiten Teil des Albums erwarten können.
Eden Bleak zum Entstehungsprozess von Space Cadet – “Warum tust du dir das überhaupt an?
BANDUP: “Space Cadet” ist jetzt draußen – wie würdest du den Vibe oder das Gefühl beschreiben, das dich beim Schreiben begleitet hat? Gab es eine Situation, die dich in genau diesen kreativen Headspace katapultiert hat?
Eden Bleak: Zu der Zeit, als ich den Song (und das Album generell) geschrieben habe, war ich sehr hin- und hergerissen. Innerlich wollte ich gefühlt auf alle meine Fragen Antworten haben und habe das auch vor alles andere gestellt. Gleichzeitig habe ich mich von außen oft nicht verstanden gefühlt, nach dem Motto: “Warum tust du dir das überhaupt an? Versuch mal abzuschalten”.
Ich habe das Zwischenmenschliche immer mehr vernachlässigt und mir Tag und Nacht den Kopf über Dinge zerbrochen – ich wusste, dass es sich irgendwie falsch anfühlt, aber konnte daran auch nichts ändern. Diese bestimmte Trauer, aber auch Akzeptanz, die damit einhergeht, ist, was den Song für mich ausmacht.
Space cadet als wichtigster Bezugspunkt zum Album
BANDUP: Dein Album “The Heavy Space Between Us” hat ja schon mit den ersten Songs eine klare Stimmung aufgebaut. Wo fügt sich “Space Cadet” in diese bisherige Storyline ein – und wie leitet es vielleicht schon zum nächsten Kapitel über?
Eden Bleak: Mit Space Cadet taucht das Album zum ersten Mal wirklich in den Heavy Space ein, anders als in den ersten beiden Tracks, wo nur darüber nachgedacht oder davon geträumt wird. Wie im Video ist es eine Reise in den Raum dazwischen. Je länger der Song läuft und je mehr man in diese Trance reinkommt, desto trauriger und leerer wird er.
Man wird damit konfrontiert, wie leer der Raum zwischen den Sternen eigentlich sein kann, wenn man ganz alleine hindurchdriftet – sei die Landschaft um einen herum noch so ewig und komplex. Gerade wenn man daran erinnert wird, wie es sich angefühlt hat, als man nicht alleine war.
BANDUP: Wenn du an “Space Cadet” denkst – welche Bilder oder Szenen tauchen dir dabei als Erstes im Kopf auf? Gibt es visuelle oder filmische Einflüsse, die den Song geprägt haben und die dann auch das Musikvideo inspiriert haben?
Eden Bleak: Als ich das Skript für den Albumkurzfilm geschrieben habe, habe ich sehr viel von dem, was ich beim Schreiben der Songs gesehen habe, versucht umzusetzen. Space Cadet ist ein gutes Beispiel dafür – die Leere des Weltraums, man selbst driftet alleine durch die Sterne, etc. – das ist auch das, was ich sehe, wenn ich an den Song denke. Filmisch hat mich da bestimmt auch eine meiner all time favorites, “Cowboy Bebop”, geprägt. Allein die Weltraumshots sind dort so wunderschön und gleichzeitig so traurig.
Echte musik lebt im unperfekten
BANDUP: Das Album ist ja zu großen Teilen in deinem Homestudio entstanden. Wie sah der Entstehungsprozess bei diesem Song aus – vom ersten Entwurf bis zur finalen Version?
Eden Bleak: Ich glaube, der Song hat an der Akustikgitarre angefangen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sie mit meiner Tape Machine aufgenommen und dann ein paar E-Gitarren drübergelegt habe. Dann kam die Drum Machine dazu und ich war komplett im Song drin.
Danach ist gefühlt alles gleichzeitig passiert. Später habe ich dann noch das kleine Saxophon Outro, das ich geschrieben hatte, von einem guten Freund einspielen lassen.
BANDUP: Klanglich hört man bei dir eine Mischung aus modernen Elementen und analogen Instrumenten. Was war bei “Space Cadet”, aber auch den bereits veröffentlichten Songs, für dich besonders wichtig im Sounddesign?
Eden Bleak: Mir ist es sehr wichtig, dass die Songs zeitlos und sehr nach meinem Raum und meinen Instrumenten klingen. Ich liebe das Unperfekte, also das Knarzen von Gitarrensaiten, wenn man hört, wie geatmet wird usw. – ich finde genau in diesen Dingen fängt Musik an zu leben. Musik blüht für mich nicht in einem sterilen Umfeld. Ich will den Charakter der Welt hören und spüren können.
Während den Anfängen des Albums kam das ganze AI Thema zum ersten Mal im Mainstream an – sollte klar sein, aber bin definitiv kein Fan davon – und irgendwie hat das alles so wertvoll gemacht, was ich wirklich in der Hand halten konnte, alle Knöpfe an denen ich rumdrücken konnte etc. Das hat mich noch mehr dazu gebracht, die Dinge zu benutzen, die um mich herum sind – Instrumente, Effekte, Drum- und Tape Machine, etc.
abends im studio wird die welt um eden bleak leise
BANDUP: Wenn wir schon beim Studio sind – wie sieht ein typischer Tag bei dir aus, wenn du an neuer Musik arbeitest?
Eden Bleak: Einen typischen Tag gibt es tatsächlich nicht wirklich. Es ist eigentlich immer anders, aber meistens eher abends/nachts. Ich weiß nicht, wenn die Welt um mich herum leiser wird, kann ich besser auf mich hören, schätze ich, haha. Aber an sich sitze ich wie ein Kind im Spielzimmer – laufe hin und her und suche. Durcheinander und frei, dem Chaos folgen, funktioniert für mich am besten.
Wenn es um das Schreiben von Alben geht, versuche ich oft in dem jeweiligen Headspace zu bleiben und mich mit Dingen zu beschäftigen, die mich in dieser Richtung inspirieren. Es gibt da diese Metapher von einem Angler, der nach Ideen fischt – so fühlt es sich an. Man wirft den Köder ins Universum und hofft, dass etwas anbeißt und wenn man ihn immer wieder reinwirft, wird man irgendwann belohnt – sei es mit einem Song, einem Skript oder was auch immer.
letzte single des albums
BANDUP: Nach “Space Cadet” kommt ja noch eine letzte Single von Part I des Albums. Ohne zu viel zu spoilern – was dürfen wir uns von diesem Song erwarten?
Eden Bleak: “Now I’m a space cadet you never met, drifting all alone”
website, merch und kassetten
BANDUP: Du hast auf deiner Website ja auch eine Mitgliedsfunktion, bei der Fans exklusive Inhalte bekommen können. Was kann man dort aktuell entdecken, das man sonst nirgendwo sieht? Irgendwelche Easter Eggs?
Eden Bleak: I guess you’ll have to find out haha. Man kann mit einem Gratisaccount auf der Website die ersten Locations der Kleinstadt Veilfield erkunden. Wir versuchen über die Website immer mehr eine Alternative zu den üblichen sozialen Medien aufzubauen, einen Ort ohne Algorithmus. Man erhält die Veilfield News (einen E-Mail Newsletter), durch die man informiert bleibt, wenn etwas Neues ansteht, kriegt im Theatre of the Heavy Space oft die Videos vor der Veröffentlichung, hat exklusiven Zugang zu BTS Footage und kann generell ein paar Orte aus den Videos erkunden. Ist man mutig, traut man sich vlt. sogar in den Wald am Stadtrand… Man kann auf jeden Fall einige versteckte Dinge finden und die Website wird sich stetig erweitern.
BANDUP: Neben der Musik gibt’s ja auch noch andere Projekte: Merch, Kassettenaktionen… Was davon steht als Nächstes an und wie sehr bist du selbst in diese Sachen involviert?
Eden Bleak: Ich habe gerade heute das Design für das erste Merchstück finalisiert – sprich, das werden wir demnächstankündigen. Wir hatten für den ersten Part des Albums eine limitierte Kassette (mit Downloadcode) herausgebracht, mit der man die komplette erste Hälfte des Albums schon vor Release der ersten Single hören konnte.Das Gleiche wird es auch für die zweite Hälfte geben – ein kleines, streng limitiertes “Sammlerstück” zum wirklich in der Hand halten. Aktuell bin ich aber dabei, das Video für die nächste Single zu schneiden.
wohin geht die Reise als Nächstes?
BANDUP: Part II des Albums ist ja schon in Arbeit. Wenn du einen Satz hättest, um zu beschreiben, wohin die Reise als Nächstes geht – welcher wäre das?
Eden Bleak: Between Us.
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