„Pastawasser“ von von Jacobi – Neo-Soul trifft Indie-Pop auf „Halbmond“

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Kann Indie-Pop die Unsicherheit verlieben, ohne dabei kitschig zu werden? von Jacobi aus Dresden liefern mit „Pastawasser“ ein ziemlich überzeugendes Argument dafür. Der Song wirkt wie ein nächtliches Gespräch, das sich nicht entscheiden will, ob es bei Lust oder doch schon bei Liebe angekommen ist. „Pastawasser“ ist am 1. Mai 2026 als Teil der EP „Halbmond“ erschienen und zeigt, wie entspannt deutschsprachiger Indie-Pop klingen kann, wenn er sich nicht verstellen muss.

Die Dresdner Band von Jacobi verknüpft warme Basslines mit schimmernden Gitarren, während die Vocals eine Intimität schaffen, die direkt ins Ohr geht. Der entspannte Groove erinnert stellenweise an Neo-Soul, bleibt aber klar im Indie-Pop-Territorium verankert und gibt dem Stück eine verträumte, fast schwebende Atmosphäre.

Bett und Takt

„Pastawasser“ funktioniert als akustisches Tagebuch eines Moments, der nicht festgelegt werden will. „Meine Gefühle sind mir noch nicht klar, doch ich weiß, ich hätt dich gerne nah“, heißt es im Text – und genau diese Ehrlichkeit macht den Song aus. Es geht nicht um große Gesten, sondern um Kleinigkeiten: Tabak, Kaffee, Pink Floyd im Hintergrund, ein Mittwochabend im vierten Stock. Die Produktion verstärkt diese Nähe, indem sie auf Überladung verzichtet und stattdessen auf subtile Details setzt, die erst beim zweiten Hören richtig wirken.

von Jacobi haben mit der „Halbmond“-EP einen Sound gefunden, der zwischen Sommernächten und Großstadtgedanken pendelt. Der Release folgte auf eine Konzertnacht vor 1.200 Menschen beim BAUBALL der TU Dresden – ein Timing, das den Vibe des Albums unterstreicht: Musik für den Moment, in dem der Abend endet und das Nachdenken anfängt.

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Lust oder Liebe – oder einfach gut?

Die Band ist seit 2023 gemeinsam unterwegs und gewann 2024 den Uni Air Wettbewerb, was ihnen Auftritte vor über 1.000 Leuten im Stromwerk Dresden bescherte. Mit „Pastawasser“ zeigen von Jacobi, dass deutschsprachiger Indie-Pop nicht laut sein muss, um zu überzeugen – manchmal reicht es, ehrlich zu bleiben und die richtigen Details zu setzen. 

Die EP könnte gerade deshalb funktionieren, weil sie keine großen Versprechungen macht, sondern einfach einen Raum öffnet, in dem sich Hörer*innen wiederfinden können. Bleibt die Frage: Kennt ihr diese Mittwochnächte auch – wenn die Gefühle noch nicht klar sind, aber irgendwie trotzdem alles passt?

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