„fernweh“ von jaschu: Zwischen Couch, Studio und dem großen Aufbruch
Was, wenn du bleibst, obwohl du längst gehen wolltest und das nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil dich genau das festhält, was du am meisten liebst? In „fernweh“ geht es darum, weg zu wollen, aber irgendwie auch bleiben zu müssen. jaschu’s neue Single zeigt einen Menschen, der aus dem Fenster schaut und innerlich schon längst unterwegs ist, während das Studio im Nebenraum wartet und ihn gleichzeitig erdet wie festhält.
„Von meiner Couch aus / schau ich aus dem Fenster, stell mir vor, wie’s wär jetzt abzuhauen.“ Was jaschu in dieser Zeile beschreibt, kennen viele. Eine Sehnsucht nach dem Aufbruch und nach dem Unbekannten, aber gleichzeitig die leise Panik, das Zuhause zu verlieren. Im Lauf des Tracks kippt die Stimmung mehrfach. Der Schrank wird aufgerissen, die sieben Sachen gepackt, doch die Euphorie bleibt zurückhaltend, als könnte sie jeden Moment wieder zusammenbrechen.
Kopf gegen Bauch
jaschu trägt diesen inneren Konflikt nicht nur textlich aus, sondern macht ihn hörbar. Es ist, als würde man ihn laut Denken hören. Die Bassläufe legen sich unter die Synthmelodien und spätestens die Bridge nimmt nochmal Tempo auf und lässt den Song in Richtung Aufbruch kippen.
Die Produktion reflektiert den Gedankenprozess: zögerlich, dann entschlossen, dann wieder unsicher. jaschu selbst beschreibt es so: „Ich liebe mein Zuhause und ich liebe mein Studio. Doch es ist vor allem mein Studio, das mich davon abhält, loszudüsen.“ Die Lösung? Sein Studio müsste Flügel haben.
Losziehen, aber nicht ganz weg
Was auf „fernweh“ wie eine Fantasie klingt, soll nach der Tour tatsächlich Gestalt annehmen. jaschu plant, nach seiner ersten Headliner-Tour im Mai und der EP-Veröffentlichung tatsächlich loszugehen. Mit Gitarre, Mikrofon und den berühmten sieben Sachen will er genau das tun, was der Song beschreibt: gehen, ohne das Gefühl von Zuhause komplett zurückzulassen.
„fernweh“ erscheint am 8. Mai und ist nach „wieder weinen“, „gefühlskalt“ und „für immer kind bleiben“ ein weiterer Vorbote auf die im Juni folgende EP „ganz egal“. Wer von euch kennt diesen Moment, in dem Fernweh und Geborgenheit sich gegenseitig blockieren und wie habt ihr ihn für euch gelöst?

Neustes Video
Im Gespräch mit BANDUP spricht JBS über sein Debütalbum „ZWEITAUSENDFÜNF“ und die Themen, die er darin verarbeitet hat. Soziale Ängste bis hin zum Druck, als junger Künstler in der Öffentlichkeit zu bestehen.










