Dennis Kiss veröffentlicht „Vielleicht für ein paar Stunden, doch ich bin nicht diese Person“

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Dennis Kiss hat mit „Vielleicht für ein paar Stunden, doch ich bin nicht diese Person“ ein Album geschaffen, das die Nacht nicht verklärt, sondern durchlebt. Zwei Jahre nach seinem Debüt „Norddeich Mole“ zieht es den Musiker von der stillen Nordseeküste in die schummrigen Straßen Hamburgs. Dort, wo Zigarettenqualm, Bassdröhnen und leuchtende Reklamen sich zu einem nächtlichen Film verweben, spielt dieses Album. Dennis erzählt von „durchzechten Nächten, dunklen Gedanken und der Ekstase, die dazwischen liegt“ – wie er selbst sagt.

Es ist ein Album aus Fledermaus-Perspektive – ein Blick aus der Dunkelheit heraus auf eine Stadt, die gleichzeitig Heimat und Abgrund ist. Seine Texte kreisen um Exzesse, flüchtige Begegnungen und den Moment danach, wenn alles still wird. „Ich habe die Nacht gesehen“ lautet der erste Track – ein passender Einstieg für eine Platte, die kein Konzept braucht, um zusammenzuhalten.

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Zwischen Rausch und Kater

„Vielleicht für ein paar Stunden, doch ich bin nicht diese Person“ ist ein Album über das Schwanken – zwischen Selbstzweifel und Euphorie, zwischen Clubnächten und Katermorgen. Wo sein Debüt noch von jugendlicher Hoffnung durchzogen war, wirkt Dennis Kiss hier ernüchterter, reflektierter und, ja, erwachsener. Die Nacht dient ihm nicht mehr als Fluchtort, sondern als Spiegel. Seine „Kiezpoesie“ erzählt von dem, was bleibt, wenn der Vorhang fällt.

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In Songs wie „Tekken 4“, „Afterhour“ oder „Bleib bei mir“ schimmert immer wieder Zärtlichkeit durch den Zynismus. Dennis findet Worte für Zustände, die viele kennen, aber kaum benennen können. Seine Musik ist kein lautes Aufbäumen, sondern das Protokoll einer Generation, die irgendwo zwischen Partylicht und Realität versucht, ehrlich zu bleiben. Zusammen mit Produzent Hannes Wolf entstand in Hamburg ein Sound, der rau bleibt, aber Raum lässt für Melancholie und Zweifel.

Hamburg als Bühne

In seiner Wahlheimat Hamburg hat Dennis Kiss in den letzten zwei Jahren unermüdlich an diesem Album gearbeitet. Er spielte Supportshows für Betterov, Madsen und Sportfreunde Stiller – und scheint in dieser neuen Welle von deutschsprachigen Indie-Acts angekommen zu sein, die die Idee der „Hamburger Schule“ weiterdenken. Auch wenn Kiss kein Szene-Romantiker ist, passt er mit seiner Mischung aus Beobachtung, Haltung und Herzblut genau in diesen Moment.

„Vielleicht für ein paar Stunden, doch ich bin nicht diese Person“ ist ein Album für die Nachtmenschen, für die, die zu spät nach Hause kommen und im Morgengrauen noch einen Song anmachen, um runterzukommen. Es ist ein Stück Großstadtpoesie. Dennis Kiss schafft es, aus Hamburgs grauen Ecken leuchtende Zeilen zu machen.

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