Paris Paloma veröffentlicht zweites Album „The Fatal Flaw“ und zieht Konsequenzen
Ist das zweite Album von Paris Paloma ein radikaler Befreiungsakt oder einfach nur ein wunderschön aufgehübschtes Tagebuch mit gothischem Anstrich? Die britische Singer-Songwriterin selbst beantwortet diese Frage in der Eröffnungszeile „I have something to say“ und macht damit unmissverständlich klar, dass The Fatal Flaw keine leise Selbsttherapie ist, sondern ein Statement. Paris Paloma hat heute ihr zweites Album The Fatal Flaw am 4. September 2026 via Nettwerk veröffentlicht.
Das Album dreht sich in seinem Kern um Liebe in all ihren Widersprüchen, als Kunst, unter dem Patriarchat, als politischen und radikalen Akt. Parallel zum Release teilt Paris Paloma mit „Silhouette on the Hill“ das dritte und finale Kapitel ihrer Videotrilogie, die bereits mit „Good Boy“ und „Good Girl“ begonnen hatte.
Von Tagebüchern zu Wandteppichen
Mit ihrem Album fordert die britische Singer-Songwriterin Hörer*innen auf, mutig genug zu sein, tief zu fühlen, denn sie wollte diese Songs schreiben, als wären sie für große Wände, Wandteppiche und schwere Gemälde bestimmt. Der Opener „Miyazaki“, benannt nach dem kreativen Kopf hinter Studio Ghibli, bezieht eine klare Position gegen den Vormarsch von KI in der Kunst und zelebriert den unersetzlichen Drang menschlicher Kreativität.
Das Album ist durchzogen von kunsthistorischen Referenzen, von Rothko über die Prä-Raffaeliten bis hin zu den Seelandschaften von J.W. Turner. Das Artwork selbst, ein großer roter Baum inspiriert von Ithell Colquhouns Diagrams of Love, symbolisiert das komplexe Wurzelsystem, das dem Album zugrunde liegt. Zu den Songs „get her the fucking flowers“, „Good Girl“ und „Good Boy“ feat. Emma Thompson adressiert Paris Paloma toxische Partnerschaften, verzerrte Körperbilder und richtet einen eindringlichen Appell an Männer gegen patriarchale Strukturen.
The Fatal Flaw Tour bis Dezember
Wenn Paris Palomas Debütalbum Cacophony aus 2024 einen Blick in ihre innere Welt bot, zeigt sich die Künstlerin auf The Fatal Flaw radikal nach außen gekehrt. Das gesamte Album ist wunderbar leidenschaftlich und pulsierend, voll von Leben, Kunst, viszeralem Zorn und Sounds, die man nur als Hoffnung in Reinform beschreiben kann.
Aktuell sind keine Konzerte eingetragen.
Die Tour „The Fatal Flaw Tour“ ist ihre bisher größte Headline-Tour und führt Paris Paloma im Dezember 2026 auch durch den deutschsprachigen Raum. Termine in München, Lausanne, Frankfurt, Berlin und Hamburg stehen auf dem Plan. Die Antwort auf die Eingangsfrage liegt also nicht im Entweder-oder, sondern im Sowohl-als-auch: The Fatal Flaw ist ein Album, das tiefe Emotionen zulässt und zugleich politische Haltung zeigt, ohne dabei in Pathos abzurutschen.
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